Mönchherrnsdorf

Pfarrdorf im Markt Burgebrach, Landkreis Bamberg, Bayern, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Mönchherrnsdorf (bis 1868 Herrnsdorf) ist ein Gemeindeteil des Marktes Burgebrach im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.[2] Die Gemarkung Mönchherrnsdorf hat eine Fläche von 8,723 km². Sie ist in 619 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 14103,20 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Büchelberg und Magdalenenkappel.[4]

Schnelle Fakten Markt Burgebrach ...
Mönchherrnsdorf
Koordinaten: 49° 49′ N, 10° 39′ O
Höhe: 278 m ü. NHN
Einwohner: 224 (31. Dez. 2024)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1976
Postleitzahl: 96138
Vorwahl: 09551
Ehemaliges katholisches Pfarrhaus in Mönchherrnsdorf
Ehemaliges katholisches Pfarrhaus in Mönchherrnsdorf
Schließen

Geographie

Das Pfarrdorf Mönchherrnsdorf liegt im Steigerwald im Tal der Mittleren Ebrach, eines rechten Zuflusses der Rauhen Ebrach, auf 278 m ü. NHN. Bei Mönchherrnsdorf mündet der Geiselbach in die Mittlere Ebrach. Der Ort liegt an der durch das Tal verlaufenden Bundesstraße 22, die eine Verbindung nach Wolfsbach (1 km östlich), Mönchsambach (2 km östlich) und Burgebrach (6,5 km östlich) sowie nach Kötsch (1,2 km westlich) und Burgwindheim (4 km westlich) herstellt. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Büchelberg (1,5 km südsüdwestlich) und durch den Staatsforst Lindach nach Zettmannsdorf (5 km nördlich). Die Bahnstrecke Strullendorf–Ebrach führte früher durch das Tal der Mittleren Ebrach. Mönchherrnsdorf besaß einen Bahnhof an dieser Strecke, heute ist die Bahnlinie abgebaut.[5]

Geschichte

Mönchherrnsdorf wurde im Jahr 1148 in einer Schutzurkunde von Eugen III. erstmals erwähnt.[6] Zu diesem Zeitpunkt wurde der Ort dem Kloster Ebrach übereignet. Bald wurde ein Klosteramt eingerichtet, dem zuletzt 21 Orte unterstanden. 1728 wurde das Amt dem ebenfalls ebrach’schen Klosteramt Burgwindheim einverleibt.[7]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Herrnsdorf aus 16 Anwesen (Schloss mit Amtshof des Klosters, 6 Höfe, 1 Sölde, 2 Gütlein, 1 Erbschenkstatt, 1 Wirtshaus, 1 Schmiede, 1 Schäferei, 1 Dorfmühle) und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das würzburgische Centamt Oberschwarzach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Kloster Ebrach.[8] Ab ungefähr 1810 wurde der bis dahin als Herrnsdorf bezeichnete Ort zur Unterscheidung vom nahegelegenen Ort Herrnsdorf im Tal der Reichen Ebrach auch Mönchherrnsdorf genannt.[9]

Im Jahre 1802 kam Mönchherrnsdorf an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Herrnsdorf gebildet, zu dem Büchelberg und Kötsch gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand mit Büchelberg die Ruralgemeinde Herrnsdorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgebrach (1919 in Finanzamt Burgebrach umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Herrnsdorf zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).[10] Am 25. Dezember 1868 erfolgte die offizielle Umbenennung von Herrnsdorf in Mönchherrnsdorf.[11] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,759 km².[12]

Am 1. Januar 1976 wurde Mönchherrnsdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Burgebrach eingemeindet.[13][14]

Baudenkmäler

In Mönchherrnsdorf gibt es fünf Baudenkmäler:[15]

  • Zum Amtshof 1: Ehemaliges Forsthaus und ehemalige Kapelle
  • Zum Zehnthof 4: Kuratenhaus
  • Zum Zehnthof 8: Katholische Kuratiekirche St. Ägidius
  • Wegkapelle

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Mönchherrnsdorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 213295310310319303297279285288261264250282294291280267269387403371278246
Häuser[16] 3647494948504950
Quelle [10][17][17][17][18][19][20][21][22][23][24][17][25][17][26][17][27][17][17][17][28][17][12][29]
Schließen

Ort Mönchherrnsdorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987002018002024
Einwohner 137196190166161185282187170158198224
Häuser[16] 27303134353641
Quelle [10][18][20][23][25][27][28][12][29][30][31][1]
Schließen

Religion

Katholische Kirche St. Ägidius in Mönchherrnsdorf

Mönchherrnsdorf ist bis heute römisch-katholisch geprägt.[8][12]

Im Jahr 1144 wurde erstmals eine dem Heiligen Ägidius geweihte Kirche in Mönchherrnsdorf erwähnt, die Sitz einer Pfarrei war und vermutlich im Bauernkrieg zerstört wurde. Die heutige St.-Ägidius-Kirche wurde 1874 errichtet. Kirchweih wird am ersten Sonntag im September gefeiert.[32]

Wirtschaft

Von Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1970er-Jahre bestand eine Brauerei in Mönchherrnsdorf, zuletzt unter dem Namen Pamler.[33]

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Mönchherrnsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

Related Articles

Wikiwand AI