Mönchherrnsdorf
Pfarrdorf im Markt Burgebrach, Landkreis Bamberg, Bayern, Deutschland
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Mönchherrnsdorf (bis 1868 Herrnsdorf) ist ein Gemeindeteil des Marktes Burgebrach im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.[2] Die Gemarkung Mönchherrnsdorf hat eine Fläche von 8,723 km². Sie ist in 619 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 14103,20 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Büchelberg und Magdalenenkappel.[4]
Mönchherrnsdorf Markt Burgebrach | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 49′ N, 10° 39′ O |
| Höhe: | 278 m ü. NHN |
| Einwohner: | 224 (31. Dez. 2024)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1976 |
| Postleitzahl: | 96138 |
| Vorwahl: | 09551 |
Ehemaliges katholisches Pfarrhaus in Mönchherrnsdorf | |
Geographie
Das Pfarrdorf Mönchherrnsdorf liegt im Steigerwald im Tal der Mittleren Ebrach, eines rechten Zuflusses der Rauhen Ebrach, auf 278 m ü. NHN. Bei Mönchherrnsdorf mündet der Geiselbach in die Mittlere Ebrach. Der Ort liegt an der durch das Tal verlaufenden Bundesstraße 22, die eine Verbindung nach Wolfsbach (1 km östlich), Mönchsambach (2 km östlich) und Burgebrach (6,5 km östlich) sowie nach Kötsch (1,2 km westlich) und Burgwindheim (4 km westlich) herstellt. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Büchelberg (1,5 km südsüdwestlich) und durch den Staatsforst Lindach nach Zettmannsdorf (5 km nördlich). Die Bahnstrecke Strullendorf–Ebrach führte früher durch das Tal der Mittleren Ebrach. Mönchherrnsdorf besaß einen Bahnhof an dieser Strecke, heute ist die Bahnlinie abgebaut.[5]
Geschichte
Mönchherrnsdorf wurde im Jahr 1148 in einer Schutzurkunde von Eugen III. erstmals erwähnt.[6] Zu diesem Zeitpunkt wurde der Ort dem Kloster Ebrach übereignet. Bald wurde ein Klosteramt eingerichtet, dem zuletzt 21 Orte unterstanden. 1728 wurde das Amt dem ebenfalls ebrach’schen Klosteramt Burgwindheim einverleibt.[7]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Herrnsdorf aus 16 Anwesen (Schloss mit Amtshof des Klosters, 6 Höfe, 1 Sölde, 2 Gütlein, 1 Erbschenkstatt, 1 Wirtshaus, 1 Schmiede, 1 Schäferei, 1 Dorfmühle) und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das würzburgische Centamt Oberschwarzach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Kloster Ebrach.[8] Ab ungefähr 1810 wurde der bis dahin als Herrnsdorf bezeichnete Ort zur Unterscheidung vom nahegelegenen Ort Herrnsdorf im Tal der Reichen Ebrach auch Mönchherrnsdorf genannt.[9]
Im Jahre 1802 kam Mönchherrnsdorf an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Herrnsdorf gebildet, zu dem Büchelberg und Kötsch gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand mit Büchelberg die Ruralgemeinde Herrnsdorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgebrach (1919 in Finanzamt Burgebrach umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Herrnsdorf zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).[10] Am 25. Dezember 1868 erfolgte die offizielle Umbenennung von Herrnsdorf in Mönchherrnsdorf.[11] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,759 km².[12]
Am 1. Januar 1976 wurde Mönchherrnsdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Burgebrach eingemeindet.[13][14]
Baudenkmäler
In Mönchherrnsdorf gibt es fünf Baudenkmäler:[15]
- Zum Amtshof 1: Ehemaliges Forsthaus und ehemalige Kapelle
- Zum Zehnthof 4: Kuratenhaus
- Zum Zehnthof 8: Katholische Kuratiekirche St. Ägidius
- Wegkapelle
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Mönchherrnsdorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 213 | 295 | 310 | 310 | 319 | 303 | 297 | 279 | 285 | 288 | 261 | 264 | 250 | 282 | 294 | 291 | 280 | 267 | 269 | 387 | 403 | 371 | 278 | 246 |
| Häuser[16] | 36 | 47 | 49 | 49 | 48 | 50 | 49 | 50 | ||||||||||||||||
| Quelle | [10] | [17] | [17] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [24] | [17] | [25] | [17] | [26] | [17] | [27] | [17] | [17] | [17] | [28] | [17] | [12] | [29] |
Ort Mönchherrnsdorf
Religion

Mönchherrnsdorf ist bis heute römisch-katholisch geprägt.[8][12]
Im Jahr 1144 wurde erstmals eine dem Heiligen Ägidius geweihte Kirche in Mönchherrnsdorf erwähnt, die Sitz einer Pfarrei war und vermutlich im Bauernkrieg zerstört wurde. Die heutige St.-Ägidius-Kirche wurde 1874 errichtet. Kirchweih wird am ersten Sonntag im September gefeiert.[32]
Wirtschaft
Von Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1970er-Jahre bestand eine Brauerei in Mönchherrnsdorf, zuletzt unter dem Namen Pamler.[33]
Persönlichkeiten
- Benno Stumpf (1897–1966), römisch-katholischer Priester und Abt der Trappistenabtei Engelszell
Literatur
- Georg Paul Hönn: Herrndorf. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 27 (Digitalisat).
- Peter Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau. Stürtz, Würzburg 1958, DNB 454428790, OCLC 1070929849, S. 164–165.
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
- Mönchherrnsdorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 10. Februar 2022.
- Mönchherrnsdorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 21. November 2025.
- Mönchherrnsdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 21. November 2025.
