N64 Magazine
britisches Magazin
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N64 Magazine (NGC Magazine ab November 2001, Ausgabe 60) war ein britisches Magazin, das sich auf Nintendo-Videospielkonsolen und Software spezialisiert hatte. Es wurde erstmals 1997 veröffentlicht und lief bis 2006.[1] Es erschien im Verlag Future plc und war der Nachfolger von Super Play, einem Magazin, das im September 1996 eingestellt wurde.
| N64 Magazine | |
|---|---|
| Beschreibung | Britisches Videospielemagazin |
| Fachgebiet | Computerspiel |
| Sprache | Englisch |
| Verlag | Future plc (Vereinigtes Königreich) |
| Hauptsitz | Bath, England |
| Erstausgabe | 1997 |
| Einstellung | Juni 2006 |
| Erscheinungsweise | Monatlich |
| Verkaufte Auflage | 56,310 Exemplare |
| (Audit Bureau of Circulations) | |
| Chefredakteure | Jonathan Davies: Ausgaben 1–12 James Ashton: 13–27 Tim Weaver: 28–41 Andrea Ball: 42–56 Mark Green: 57–59 Tim Weaver: 60–72 Jes Bickham: 73–84 Marcus Hawkins: 85–103 Tom East: 104–116 Martin Kitts: 117–120 |
| ISSN (Print) | 1475-584X |
Im November 2000 fusionierte das N64 Magazine mit Nintendo World, einem Magazin, das von derselben Firma, Future plc, herausgegeben wurde.[2] NGC Magazine wurde 2006 eingestellt. Sein Nachfolger, NGamer,[3] wurde im Januar 2012 in Nintendo Gamer umbenannt, bis es im folgenden September seine letzte Ausgabe veröffentlichte.[1]
Eine deutsche Version des Magazins namens N64 Magazin erschien auch zwischen 1997 und 1999 in unregelmäßigen Abständen in Deutschland.
Inhalte
Das N64 Magazine spezialisierte sich in erster Linie auf die stationären Konsolen von Nintendo: Zuerst das Nintendo 64 und später auch den Nintendo GameCube. Ergänzend dazu enthielt das Magazin auch regelmäßig Berichterstattung zu Nintendos Handhelds, wie dem Game Boy Color und dem Game Boy Advance.
Die Inhalte des Magazins umfassten das übliche Spektrum einer Videospielpublikation. Das Magazin bot klassische Spieletests, umfassende Vorschauen auf kommende Titel, aktuelle Nachrichten aus der Spielebranche sowie Tipps und Tricks. Ergänzend zu diesen Standardelementen enthielt das N64 Magazine diverse spezifische, wiederkehrende Rubriken.
Zu den wiederkehrenden Rubriken des N64 Magazines gehörten u. a.:
- Import Arena: Diese Sektion war essenziell, um das Magazin zu füllen. Hier wurden Import-Spiele aus Japan und den USA rezensiert, was für die britischen Leser besonders interessant war, da viele Titel erst spät oder gar nicht in Europa erschienen.
- Future Look: Eine Vorschau-Sektion für kommende Titel
- Club 64: Die Leserbrief-Sektion. Sie enthielt auch die Unterrubrik „So Tell Me This…“ für Fragen der Leser.
- End64/GC: Eine zufällige Seite, die das Ende des Magazins markierte. Typischerweise enthielt sie abstrakte Nintendo-bezogene Themen. Beispiele waren ein gefälschter Magazinartikel über Lara Croft gegen Joanna Dark, ein Nintendo Internetforum mit fanboyhaften Idioten und ein Zeitungs-Nachruf auf das Nintendo 64.
- I'm the Best: Eine Liga für Leser, die in N64-Herausforderungen gegeneinander antraten.
- Grintendo: Eine kleine Witz-Sektion, in der ein (normalerweise miserabler) Witz eines Lesers gegen das Team, Filmstars und Pikmin auf die Probe gestellt wurde.
- Directory: Ein Verzeichnis aller rezensierten Spiele, unterteilt in UK- und Import-Titel.
- An Englishman in Tokyo: Die Kolumne wurde von Max Everingham verfasst, einem britischen Journalisten, der in Tokio lebte. Sie schilderte in einem humorvollen und leichtfüßigen Ton Everinghams Erlebnisse und Beobachtungen aus Japan.
Wertungssystem
Das N64 Magazine nutzte zur Bewertung von Videospielen ein hybrides System, das sich aus zwei verschiedenen Skalen zusammensetzte. Die redaktionellen Rezensionen gliederten sich zunächst in mehrere Unterkategorien (wie etwa Grafik, Sound, Umsetzung und Langlebigkeit). Diese einzelnen Aspekte wurden mithilfe einer 10-Punkte-Skala bewertet, wobei die Spiele Werte zwischen 1 und 10 Punkten erreichen konnten. Unabhängig von diesen Einzelbewertungen wurde die Gesamtwertung des Spiels stets in Prozent ausgedrückt und reichte von 0 % bis 100 %. Diese finale Prozentzahl fasste das gesamte Spielerlebnis zusammen und galt als maßgeblich für das Urteil. Spiele, die eine Gesamtwertung von 85 % oder mehr erreichten, wurden mit dem „Star Game Award“ des Magazins ausgezeichnet.[4] Ab der Ausgabe 68 im Juni 2002 wurde der Award erst ab einer Bewertung von mindestens 90 % vergeben.
Rezeption
Die Rezeption des N64 Magazine durch die Leserschaft war stark positiv, was insbesondere auf die hohe Qualität der optischen Aufmachung und die inhaltliche Dichte zurückzuführen war. Das Magazin galt als eine Publikation, die sich durch eine dichte, farbenfrohe Gestaltung auszeichnete und stets ästhetisch ansprechend präsentiert wurde.[5]
Ein weiterer Aspekt der positiven Rezeption war die redaktionelle Integrität: Die Autoren zeigten sich in ihren Rezensionen als sehr ehrlich, indem sie – anders als einige damalige Konkurrenzprodukte – schlechte Spiele scharf kritisierten und nicht davor zurückschreckten, Entwickler für faule oder opportunistische Veröffentlichungen zu kritisieren.[6] So wurden Spitzenwertungen im hohen 90er-Bereich selten vergeben, was die Noten des N64 Magazine als besonders kritisch und anspruchsvoll auszeichnete.
Mit einer zwischenzeitlichen Auflage von 56.000 Einheiten gehörte das N64 Magazine zum meistverkauften Spielemagazin für das Nintendo 64 in Großbritannien.[7]
In anderen Ländern
Das erfolgreiche Design- und Layoutkonzept des britischen N64 Magazine wurde international vermarktet und diente als Vorlage für lokale Nintendo-Zeitschriften. Diese erschienen unter verschiedenen Namen, behielten jedoch die visuelle Ästhetik des Originals bei. Teilweise wurden auch übersetzte Artikel aus der britischen Originalausgabe verwendet. So erschien das Magazin unter anderem in den Niederlanden als N Magazine,[8] in Spanien als Magazine 64[9] und in Frankreich als X64.[10]
In Deutschland wurde das N64 Magazin zuerst vom DMV Verlag und anschließend vom WEKA Verlag herausgegeben. Die deutsche Lokalisierung litt jedoch unter einer sehr unregelmäßigen Erscheinungsweise, sodass zwischen 1997 und 1999 lediglich sieben Ausgaben veröffentlicht wurden.[11] Mit Ausnahme der finalen Ausgabe enthielt jede Ausgabe eine beigelegte VHS-Kassette. Diese bot den Lesern exklusive Einblicke, wie zum Beispiel Ausschnitte aktueller Spiele und Berichte von Spiele-Messen (darunter die E3).[11]