Nachtlied

Motette von Max Reger From Wikipedia, the free encyclopedia

Nachtlied ist eine Motette für A-cappella-Chor von Max Reger aus dem Jahr 1914. Sie erschien 1916 posthum als Nr. 3 der Sammlung Acht geistliche Gesänge op. 138.

Armin Reumann: Der Komponist Max Reger (1912)

Geschichte

Max Reger komponierte das Nachtlied so wie alle acht Stücke des Opus 138 im Jahr 1914 in Meiningen, kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs. Er starb 1916 an Herzversagen in Leipzig, bevor er die Korrekturbögen des Verlegers mit den acht Motetten final begutachtet hatte. Sie wurden neben seinem Sterbebett aufgefunden. Im gleichen Jahr wurde das Nachtlied posthum an dritter Stelle der Sammlung veröffentlicht.[1][2][3]

Text

Der Text mit dem Beginn Die Nacht ist kommen stammt von dem Kirchenlieddichter Petrus Herbert aus dem 16. Jahrhundert. Reger übernahm für seine Motette die ersten drei Strophen zu je sieben Versen.[4]

1. Die Nacht ist kommen,
drin wir ruhen sollen;
Gott walts zu Frommen
nach seim Wohlgefallen,
daß wir uns legen
in seim Gleit und Segen,
der Ruh zu pflegen.

2. Treib, Herr, von uns fern
die unreinen Geister,
halt die Nachtwach gern,
sei selbst unser Schützherr!
Schirm beid, Leib und Seel,
unter deine Flügel,
send uns dein Engel.

3. Laß uns einschlafen
mit guten Gedanken
fröhlich aufwachen
und von dir nicht wanken,
laß uns mit Züchten
unser Tun und Dichten
zu deim Preis richten.

Musik

Besetzung

Reger setzt seine Motette im Original für fünfstimmigen gemischten Chor a-cappella. Die Fünfstimmigkeit mit geteiltem Bass bleibt durchweg in dieser Form bestehen.[4]

Musikalische Analyse

Das Nachtlied steht in D-Dur und im 4⁄4-Takt, bei einem einzigen 3⁄2-Takt wenige Takte vor Schluss. Als Tempo gibt Reger Ziemlich langsam an. Er notiert viele Dynamikangaben, die zwischen pianissimo und fortissimo wechseln. Die Motette ist größtenteils homophon gesetzt und benutzt spätromantische Harmonik.[4][5]

Die drei Textstrophen aus Petrus Herberts Gedicht gestaltet Reger musikalisch unterschiedlich. Während die erste und die dritte Strophe leise beginnen und enden, mit kräftigeren Stellen innerhalb der Strophen, beginnt die zweite Strophe laut und steigert sich in der Dynamik zunächst noch, bevor auch sie leise schließt.[4]

Aufnahmen

Aufnahmen der Motette existieren unter anderem mit dem NDR Vokalensemble unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann sowie mit den Ensembles Voces8 und The King’s Singers.[6][7][8]

Einzelnachweise

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