Nansensund

Meerenge des Arktischen Ozeans in der Qikiqtaaluk Region des kanadischen Territoriums Nunavut From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Nansensund, englisch Nansen Sound, ist eine Meerenge des Arktischen Ozeans in der Region Qikiqtaaluk des kanadischen Territoriums Nunavut. Gemeinsam mit dem Eurekasund trennt er die Ellesmere-Insel von der Axel-Heiberg-Insel.

Schnelle Fakten
Nansensund
Satellitenfoto der Axel-Heiberg-Insel mit dem Nansensund
Satellitenfoto der Axel-Heiberg-Insel mit dem Nansensund
Satellitenfoto der Axel-Heiberg-Insel mit dem Nansensund
Verbindet GewässerArktischer Ozean
mit GewässerEurekasund
Trennt LandmasseAxel-Heiberg-Insel
von LandmasseEllesmere-Insel
Daten
Geographische Lage 80° 48′ N, 90° 6′ W
Nansensund (Nunavut)
Nansensund (Nunavut)
Länge 165 km
Geringste Breite 25 km
Größte Tiefe 1052 m
Inseln Krueger Island, Fjeldholmen Island, Little Fjeldholmen Island
Fjordsystem aus Nansensund, Greely-Fjord und Eurekasund
Fjordsystem aus Nansensund, Greely-Fjord und Eurekasund
Fjordsystem aus Nansensund, Greely-Fjord und Eurekasund
Schließen
Karte

Geographie

Der Nansensund ist Teil eines ausgedehnten Fjordsystems. Die Strecke vom Beginn des Tanquary-Fjords über den Greely-Fjord bis zur Mündung des Nansensunds zwischen „Cape Stallworthy“ und „Lands Lokk Point“ beträgt etwa 400 km. Neun große Nebenfjorde sind jeweils zwischen 20 und 60 km lang. Über den 290 km langen Eurekasund hat das System zur Norwegian Bay einen zweiten Ausgang.[1] Der Nansensund ist als nordwestlicher Zweig des Systems 165 km lang und 25 km breit. Seine größte Tiefe beträgt 1052 m.[2] Die von der Ellesmere-Insel im Nordosten einmündenden Fjorde tragen die Namen Emma-Fjord, Jugeborg-Fjord, Otto-Fjord und Hare-Fjord. Auf der Südwestseite mündet der Flat Sound. „Lands Lokk Point“ am Eingang des Nansensunds sind einige kleine Inseln vorgelagert, von denen Krueger Island und Fjeldholmen Island die größten sind.

Der Nansensund ist auch im Sommer häufig von Eis bedeckt. 1969 befand sich in seiner Mündung ein 1500 km² großer Eispfropfen, der in seinem nördlichen Teil über 6 Meter dick war und dessen Alter auf 21 bis 32 Jahre geschätzt wurde.[3] Er brach in den 1970er Jahren auf und verließ den Fjord.[4]

Geschichte

Otto Sverdrup, der Leiter der zweiten Expedition mit der Fram, benannte den Fjord nach Fridtjof Nansen, dessen Kapitän er 1893 bis 1896 auf der ersten Fram-Expedition gewesen war. Sverdrup entdeckte (aus europäischer Sicht) große Teile der kanadischen Arktis, erreichte 1901 den Nansensund und befuhr ihn 1902 in voller Länge mit der Absicht, den Inselcharakter Axel-Heiberg-Insel zu beweisen.[5] Auch nach ihrer Entdeckung wurde die Meerenge selten von Polarforschern aufgesucht. Im Frühjahr 1906 überquerte Robert Peary den Sund von Nordosten kommend und erreichte das heutige „Cape Stallworthy“ auf der Axel-Heiberg-Insel.[6] Im März 1908 folgte Frederick Cook dem Nansensund auf der Reise, die ihn nach eigener Aussage bis zum Nordpol führte. Im Frühjahr 1914 befuhr auch Donald MacMillan (1874–1970) den Nansensund auf der Suche nach der Phantominsel Crocker Land, die Peary vom Cape Thomas Hubbard im Norden der Axel-Heiberg-Insel gesehen haben wollte.[7]

1930 zog die kleine Expedition Hans Krügers vom Eurekasund kommend auf dem zugefrorenen Nansensund zum „Cape Stallworthy“ und hinterließ in Pearys dort errichtetem Steinhaufen eine Nachricht. Auf den Spuren des seither verschollenen Krüger befuhr Henry Stallworthy (1895–1976) von der Royal Canadian Mounted Police zwei Jahre später erneut den Sund.[8]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI