Naringin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Naringin ist ein O–Glycosid des Flavanons Naringenin. Es ist in Pampelmusen, Grapefruits und Pomelos enthalten und verleiht ihnen den bitteren Geschmack. Naringin und sein Aglycon Naringenin gehören zur Stoffgruppe der natürlichen Polyphenole. Diese besitzen überwiegend antioxidative und lipidsenkende Wirkung.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Naringin
Allgemeines
Name Naringin
Andere Namen
  • Aurantiin
  • 7-{[2-O-(α-L-Rhamnopyranosyl)-β-D-glucopyranosyl]oxy}-2,3-dihydro-5-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-4H-1-benzopyran-4-on
  • 4′,5,7-Trihydroxyflavanon-7-rhamnoglucosid
  • 4′,5,7-Trihydroxyflavanon-7-neohesperidosid
  • NARINGIN (INCI)[1]
Summenformel C27H32O14
Kurzbeschreibung

beiger Feststoff[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 10236-47-2
EG-Nummer 233-566-4
ECHA-InfoCard 100.030.502
PubChem 442428
ChemSpider 390868
DrugBank DB16859
Wikidata Q418469
Eigenschaften
Molare Masse 580,54 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

171 °C (Dihydrat)[3]

Löslichkeit
  • schwer in Wasser (1 g·l−1 bei 40 °C)[3]
  • löslich in Ethanol und Aceton[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315319335
P: 261305+351+338[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Das bitter schmeckende Naringin ist das mengenmäßig wichtigste Flavanonglycosid neben einer Vielzahl von weiteren Flavan-Derivaten der Grapefruit (Citrus paradisi) und ihren Varietäten.

Die Mengenangaben liegen für die Grapefruit im Bereich von 100–800 ppm; in Orangen, Zitronen und Limetten ist Naringin hingegen nur in Spuren nachweisbar.[4]

Analytik

Zur qualitativen und quantitativen Bestimmung der Substanz kommt nach angemessener Probenvorbereitung die Kopplung der HPLC oder Gaschromatographie mit der Massenspektrometrie zur Anwendung.[5][6][7][8]

Wechselwirkungen mit Arzneistoffen

Im Körper wird Naringin von bakteriellen Enzymen zum Aglycon Naringenin und Naringin-Glucuroniden metabolisiert. Naringin hat keinen direkten Einfluss auf die Wirksamkeit von Arzneistoffen. Die Abbauprodukte können aber – gemeinsam mit anderen Inhaltsstoffen der Grapefruit wie 6',7'-Dihydroxybergamottin und Bergamottin – die Wirkungen und Nebenwirkungen einiger Medikamente verstärken, da sie verschiedene Subtypen des Cytochrom P450 (CYP3A4, CYP1A2 und CYP2A6) inhibieren.[9] Dadurch wird der Abbau der Wirkstoffe im Körper durch das Cytochrom P450 verlangsamt. Andere Medikamente können in ihrer Wirkung auch vermindert werden.

Einzelnachweise

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