Nathan Jung
US-amerikanischer Schauspieler
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Nathan Jung (* 29. November 1946 in Bakersfield, Kalifornien; † 24. April 2021 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Stuntman chinesischer Abstammung.[1][2][3][4]
Leben
Jung wurde als Sohn von Frances und Albert Jung geboren und wuchs gemeinsam mit seinen älteren Brüdern Hayward und Howard im kalifornischen Bakersfield auf. Die Familie betrieb das Far East Café, in dem alle Familienmitglieder zeitweise mitarbeiteten. Er besuchte die Bakersfield High School und studierte später Kunst am College.[5]
Den Großteil seines Erwachsenenlebens lebte er im Stadtteil Silver Lake in Los Angeles.[5]
Im Jahr 2020 erkrankte Jung an einem Lymphom und musste sich 15 Chemotherapiesitzungen unterziehen. Die Behandlung schlug an, doch während der Remission stürzte er schwer und es kam zu einem Trümmerbruch seiner Hüfte. Geschwächt durch die Chemotherapie erlitt er während der anschließenden Rehabilitation einen Herzinfarkt.[5]
Jung, der Mitglied der Screen Actors Guild war, starb im Alter von 74 Jahren und wurde von seinen Neffen Keith und Michael überlebt.[5][6]
Karriere
Vor seiner Karriere in Film und Fernsehen arbeitete Jung viele Jahre als Vertretungslehrer. Jung begann seine Schauspiel- und Stuntkarriere Ende der 1960er-Jahre. Aufgrund seiner Körpergröße von 1,98 Metern wurde er häufig als Bodyguard, Schurke oder andere physisch dominante Figuren besetzt und erhielt den Spitznamen „Big Wei“.[5]
Erste Bekanntheit erlangte er 1969 durch seine Darstellung von Dschingis Khan in der Folge Seit es Menschen gibt der US-amerikanischen Science-Fiction-Fernsehserie Raumschiff Enterprise. Er trat auch in zahlreichen weiteren Fernsehserien auf, darunter Starsky & Hutch, Sanford and Son, Kung Fu, M*A*S*H, CHiPs, Hunter, Magnum, General Hospital und Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark.[3]
Einen frühen Höhepunkt seiner Karriere bildete seine Zusammenarbeit mit Bruce Lee in der Serie Here Come the Brides (Folge Marriage, Chinese Style), in der Lee eine seiner seltenen reinen Schauspielrollen übernahm. Später spielte Jung auch in Filmen mit Lees Sohn Brandon Lee.
Sein Filmdebüt hatte er 1976 und 1977 folgte eine Rolle in Kentucky Fried Movie. Während seiner Karriere wirkte er in annähernd zwanzig Filmen mit, darunter Big Trouble in Little China (1986), Darkman (1990), Surf Ninjas (1993) und Shadow und der Fluch des Khan (1994). Seine letzte Rolle übernahm er 2016 als Erzähler der Dokumentation Nathan Jung v. Bruce Lee, in der er über seine Zusammenarbeit mit Bruce Lee berichtete. Er übernahm zu Beginn seiner Karriere auch Stunts, so in Rapid Fire - Unbewaffnet und extrem gefährlich aus dem Jahr 1992.[1]
Im deutschen Sprachraum wurde Jung unter anderem von Thomas Kästner und Marlin Wick synchronisiert.[7][8]
Auszeichnungen
2018 wurde er zusammen mit Timothy Tau in den Kategorien „Best Comedy“ und „Best Original Script“ auf dem Asians On Film Festival für Nathan Jung v. Bruce Lee ausgezeichnet.[1]
Filmografie (Auswahl)
Film
- 1976: The Quest (Fernsehfilm)
- 1976: Blinde Wut
- 1977: Kentucky Fried Movie
- 1978: Zwei heiße Typen auf dem Highway
- 1981: Longshot – Ihre Chance ist 1:1000
- 1986: Big Trouble in Little China
- 1989: Black Rain
- 1990: Mord im Paradies (Fernsehfilm)
- 1990: Darkman
- 1991: Showdown in Little Tokyo
- 1992: Rapid Fire – Unbewaffnet und extrem gefährlich
- 1993: Barett – Das Gesetz der Rache
- 1993: Surf Ninjas
- 1994: American Yakuza
- 1994: Shadow und der Fluch des Khan
- 1994: Ghoulies 4 (Video)
- 1995: Terminal Force
- 1997: Beverly Hills Ninja – Die Kampfwurst
- 2001: Extreme Honor
- 2004: Silver Bullet Kid (Kurzfilm)
- 2007: Viva Chinatownland (Kurzfilm)
- 2007: Finishing the Game: The Search for a New Bruce Lee
- 2007: Baby – Live Fast. Kill Young.
- 2013: Jackhammer
- 2014: Manager (Kurzfilm)
- 2016: Nathan Jung v. Bruce Lee (Kurzfilm; Sprechrolle)
Fernsehserien
- 1963: General Hospital
- 1969: Raumschiff Enterprise
- 1969: Here Come the Brides
- 1974: Kung Fu
- 1974: Sanford and Son
- 1975: Joe Forrester
- 1976: Starsky & Hutch
- 1976: Monster Squad
- 1977: The Amazing Spider-Man
- 1978: Make-up und Pistolen
- 1978: The Hardy Boys/Nancy Drew Mysteries
- 1978: CHiPs
- 1979: Bizarre
- 1981: M*A*S*H
- 1981: Sheriff Lobo
- 1982: Frank Buck – Abenteuer in Malaysia
- 1983: Ein Fall für Professor Chase
- 1984: Polizeirevier Hill Street
- 1985: Magnum
- 1985: Double Dare
- 1985: Falcon Crest
- 1985: Hunter
- 1986: Trio mit vier Fäusten
- 1985–1986: Das A-Team
- 1984–1987: Mike Hammer
- 1989: NAM – Dienst in Vietnam
- 1989: Ein Engel auf Erden
- 1990: Mein lieber John
- 1994–1995: Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark
- 1995: Burkes Gesetz
- 1998: Echt super, Mr. Cooper
- 2001: Martial Law – Der Karate-Cop