National Command Authority

höchste militärische Befehlsgewalt der USA From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Begriff National Command Authority (NCA)[1][2] (deutsch Nationale Kommandobehörde) bezeichnete im Kalten Krieg die höchste militärische Befehlsgewalt der USA. Da der Begriff keine gesetzliche oder verfassungsrechtliche Grundlage, meint man damit heute direkt den US-Präsidenten und seinen Verteidigungsminister.[3]

Geschichte

Der NCA geht auf die DoD Direktive 5100.30 World-Wide Military Command and Control System (WWMCCS) aus dem Jahr 1971 zurück. Die Autorität über den Einsatz von Kernwaffen wurde bereits ab den 1960er Jahren über die Einführung von Permissive Action Links (PAL) auf den US-Präsidenten übertragen. Weitere Änderungen am Aufbau des U.S. Verteidigungsministeriums und der Befehlskette lieferte der Goldwater-Nichols Act 1986.

Struktur und Verwendung

Die NCA wurde von zwei Personen gebildet und ausgeübt: (1) dem Präsidenten der Vereinigten Staaten (POTUS) als Commander-in-Chief (CiC oder CINC) und (2) dem Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten (SECDEF) bzw. deren jeweilige höchstrangige amtstaugliche Nachfolger (Vizepräsident, Stv. Verteidigungsminister usw.) in der Befehlskette.[4] Hintergrund ist die sog. Zwei-Mann-Regel.

Die Abkürzung NCA ist nicht im aktuellen (Stand 18/6/2024) Katalog der Abkürzungen der U.S. Army dokumentiert.[5] Ebenfalls ist er nicht im Glossar der Joint Chiefs of Staff (Stand 14/4/2001) dem Department of Defense Dictionary of Military and Associated Terms definiert.

Befehlskette und Kommunikation

Nur dem US-Präsident alleine obliegt die Entscheidung über einen Einsatz der USA mit Nuklearwaffen. Dazu muss der US-Präsident dem Vorsitzenden (Chair) der Joint Chiefs of Staff (CJCS)[6] den Befehl zur Durchführung des Nuklearschlags geben, welcher diesen Befehl weiter an die nuklearen Streitkräfte (STRATCOM) leitet. Der CJCS hat in der Befehlskette keine Autorität.

Das kommunikationstechnische Zentrum der NCA ist das National Military Command Center (NMCC) im Pentagon, welches mit dem Kommandozentrum der US-amerikanischen Atomstreitkräfte, STRATCOM, in Verbindung steht. Der Präsident wird durch das Nuclear Command and Control (NC2) bzw. Nuclear Command, Control, and Communications (NC3) System in seiner Aufgabe unterstützt. Übergeordnet integrieren sich die Systeme in das Nuclear Command and Control System (NCCS) u. a.

Literatur

  • Bruce G. Blair: Strategic Command and Control. Brookings Institution, Washington, D.C. 1985, ISBN 978-0-8157-0982-4 (englisch, archive.org).
  • Herbert L. Abrams: The President has been Shot: Confusion, Disability, and the 25th Amendment. Stanford University Press, Stanford, CA 1994, ISBN 978-0-8047-2325-1 (englisch, archive.org).
  • James J. Wirtz, Jeffrey A. Larsen (Hrsg.): Nuclear Command, Control, and Communications. Georgetown University Press, Washington, D.C. 2022, ISBN 978-1-64712-244-7 (englisch, georgetown.edu).

Siehe auch

Einzelnachweise

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