Nebulomonas marisrubri

Flagellaten-Art der räuberischen Provora From Wikipedia, the free encyclopedia

Nebulomonas marisrubri (früher Colponema marisrubri, Eukaryota sp. DVTikhonenkov-2022a) ist eine einzellige Flagellaten-Art der räuberischen Provora,[1] die zuerst im Roten Meer entdeckt wurde und zunächst 2009 als neue Art Colponema marisrubri der Alveolata von Mylnikov und Tikhonenkov (auf russisch) erstbeschrieben wurde.[2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name der Gattung ...
Nebulomonas marisrubri
Systematik
Stamm: Nebulidia
Klasse: Nebulidea
Ordnung: Nebulidida
Familie: Nebulidae
Gattung: Nebulomonas
Art: Nebulomonas marisrubri
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Nebulomonas
Janouškovec et al., 2017
Wissenschaftlicher Name der Art
Nebulomonas marisrubri
(Mylnikov & Tikhonenkov, 2009) Tikhonenkov, Belyaev, Karpov, Zagumyonnyi, Borodina, Prokina & Keeling, 2022
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Forschungsgeschichte

Als weitere Stämme der Spezies wurden im April 2015 Colp4b ebenfalls im Roten Meer (südlich von Scharm El-Scheich), im April 2818 Cur8 bei der Insel Curaçao in der Karibik, sowie im September 2018 Colp4c im Schwarzen Meer bei Sewastopol gefunden.[1]

Im selben Jahr 2018 ordneten Cavalier-Smith, Chao und Lewis in ihrer Studie die Spezies Ancoracysta twista in ein neues taxonomisches Schema ein, indem sie für diese 2017 entdeckte Spezies ein neues Subphylum und nachfolgende untergeordnete taxonomische Stufen schufen. Zudem wiesen sie nach, dass Colponema marisrubri eine ultrastrukturelle Ähnlichkeit und phylogenetische Verwandtschaft mit dieser 2017 entdeckten Art aufweist, sodass sie C. marisrubri umbenannten in Ancoracysta marisrubri. d. h. als zweite Art der Gattung Ancoracysta marisrubri.[3]

Im Jahr 2022 stellte sich heraus, dass die Art phylogenetisch nicht nahe genug mit Ancoracysta twista verwandt ist, sodass sie innerhalb derselben Familie Nebulidae einer neuen Gattung Nebulomonas zugeordnet und damit in Nebulomonas marisrubri umbenannt wurde.[4]

Zu den allgemeinen morphologischen Merkmalen der neuen Nebulidae-Stämme gehören eine ventrale (bauchseitige) Fressrinne, eine komplex aufgebaute Zellhülle, extrusive Organellen (Extrusomen) und zwei heterodynamische Flagellen, die in separate Taschen eingesetzt sind. Dieser übereinstimmende allgemeine Körperbau beschreibt somit die Spezies Ancoracysta twista und die ursprünglich als Colponema marisrubri und jetzt in Nebulomonas marisrubri umbenannte Art. Die 2022er Studie ordnet die Familie zusammen mit einer weiteren (Nibbleridae) in die neue Supergruppe Provora ein, die mit anderen Diaphoretickes-Supergruppen, wie beispielsweise Haptista eng verwandt ist, aber nicht zu letzterer gehört.[4]

Die Provora wurden im November 2025 zusammen mit anderen räuberisch lebenden Protisten in das Superphylum Disparia (syn. Promethea[5]) innerhalb der Diaphoretickes gestellt.[6]

Merkmale

Zum Nahrungserwerb besitzt N. marisrubri einen speziellen Typ von Organell, der Amphoracyst (Toxicyst) genannt wird.[4]

Systematik

Systematik nach National Center for Biotechnology Information (NCBI) mit Stand 10. Dezember 2025:[1]

Klade Provora Tikhonenkov et al. 2022[4]

Etymologie

Der Gattungsname Nebulomonas leitet sich ab von lateinisch nebulosus, deutsch neblig, englisch misty, der Suffix ‚-monas‘ kommt von altgriechisch μονᾰ́ς monắs, deutsch Einheit, englisch unit, gebräuchlich für eukaryotische Einzeller („Monaden“).[4] Der Name spielt womöglich an auf die lange Zeit nebulösen Verwandtschaftsbeziehungen der Spezies mit ihrer erst im Nachhinein geschaffenen eigenen Gattung.

Das Art-Epitheton marisrubri (lateinisch ‚des Roten Meeres‘, ‚vom Roten Meer‘) verweist auf den ursprünglichen Fundort der Spezies.[4]

Weiterführende Literatur

  • Julie A. Koester, Oren Fox, Elizabeth Smith, Madison B. Cox, Alison R. Taylor: A multifunctional organelle coordinates phagocytosis and chlorophagy in a marine eukaryote phytoplankton Scyphosphaera apsteinii. In: New Phytol. 246. Jahrgang, Nr. 3, 4. März 2025, S. 1096–1112, doi:10.1111/nph.20388, PMID 40035416, PMC 11982794 (freier Volltext) (englisch).

Einzelnachweise

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