Nelli Kossko

deutsche Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Nelli Kossko (geb. Maser; russisch Нелли Косско (урожд. Мазер), ukrainisch Неллі Косско; * 29. August 1937 in Marienheim, Ukrainische SSR, UdSSR; † 19. Februar 2026[1]) war eine russlanddeutsche Schriftstellerin und Redakteurin.

Leben

Kosskos Vater Oskar Maser war Deutschlehrer, der in der Zeit des Stalin-Terrors 1937 verhaftet und 1938 hingerichtet wurde.[2] Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Ukraine wurden ihre beiden Brüder als „Volksdeutsche“ zur Wehrmacht einberufen und sie selbst 1944 mit ihrer Mutter über Polen nach Deutschland ausgesiedelt. Im folgenden Jahr, um Kriegsende, wurde die sowjetdeutsche Familie in die Region Kostroma im russischen Norden deportiert. 1952 gelangte sie in das Gebiet Magadan in Russisch-Fernost und lebte unter strenger sowjetischer Kommandanturaufsicht.[3]

In der Tauwetter-Ära konnte Nelli Kossko 1956 ein Germanistikstudium an der Pädagogischen Hochschule in Swerdlowsk beginnen, das sie 1961 abschloss. Als Germanistikdozentin lehrte sie schließlich in der Moldauischen SSR am Vorläuferinstitut der heutigen Schewtschenko-Universität Tiraspol und der Staatlichen Hochschule Belzy sowie im sowjetrussischen Nischni Tagil.[4] Da sie bald Anträge auf Ausreise in die Bundesrepublik stellte, entließ man sie. Nelli Kossko kam 1975 als anerkannte Aussiedlerin nach Deutschland.[5]

Von 1977 bis 1995 war sie als Redakteurin bei der Deutschen Welle in Köln tätig, anschließend sechs Jahre Chefredakteurin des Wostotschny Express (deutsch Der Ost-Express), der sich an die russlanddeutschen Aussiedler und jüdischen Kontingentflüchtlinge aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion in der Bundesrepublik richtete. Zu ihrem 70. Geburtstag erhielt Nelli Kossko die goldene Ehrennadel der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. für ihre ehrenamtliche Tätigkeit und für die Gründung des Frauenvereins Aussiedler helfen Aussiedlern. 2008 erhielt sie vom rheinland-pfälzischen Innenminister Karl Peter Bruch das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.[6]

Werke

Einzelnachweise

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