Neos Kosmos
From Wikipedia, the free encyclopedia
Neos Kosmos (griechisch Νέος Κόσμος) ist ein Stadtteil der griechischen Hauptstadt Athen und gehört zum 2. Stadtbezirk.
Lage

Neos Kosmos grenzt u. a. im Osten an Dafni, im Westen an Kallithea und Koukaki, im Norden an Mets sowie im Süden an Nea Smyrni.
Geschichte
In der Antike befand sich im Gebiet des heutigen Neos Kosmos eines der drei bedeutendsten Gymnasien Athens, das Kynosarges.
Ab 1921 ließen sich in der Gegend die ersten armenischen Flüchtlinge aus Kleinasien nieder. Ihre Zahl wuchs nach dem Zusammenbruch der Front und mit dem Eintreffen griechischer Flüchtlinge weiter an. Zunächst lebten sie unter äußerst schlechten Bedingungen in provisorischen Unterkünften; die ersten Flüchtlingswohnblocks wurden erst 1934 errichtet.[1]
Am Ende der deutschen Besatzung, am 9. August 1944, wurde das Gebiet aufgrund seiner Rolle als Hochburg des organisierten Widerstands zum Schauplatz der tödlichsten Razzia in Athen.[2] Bereits in der Nacht zuvor begannen rund 1200 deutsche Soldaten, verbliebene italienische Faschisten sowie Angehörige der griechischen Sicherheitsbataillone mit einer großangelegten Einkesselung von Neos Kosmos und den angrenzenden Vierteln. Dabei wurden unter anderem zwei Bataillone der ELAS eingeschlossen.[3] In den frühen Morgenstunden wurden etwa 1200 Zivilisten im Alter von 16 bis 60 Jahren an drei Sammelpunkten auf dem Faros-Platz in Nea Smyrni, im Gebiet Katsipodi in Dafni sowie auf dem Platz von Dourgouti zusammengetrieben. Dort erfolgte nach Selektion die sofortige Hinrichtungen. Die Mehrheit der Opfer war in der ELAS organisiert. Die Exekutionen endeten gegen Mittag. Anschließend wurden etwa 2500 Geiseln ausgewählt; rund 500 von ihnen konnten später am Abend nach einem Angriff von ELAS-Kämpfern in der Nähe der FIX-Fabrik entkommen, als die Besatzungstruppen sich mit den Gefangenen zurückzogen.[4] Am späten Nachmittag wurde Dourgouti geplündert, anschließend wurde etwa die Hälfte der Siedlung niedergebrannt. Dabei kamen Frauen, Kinder und kranke ältere Menschen ums Leben, die in ihren Häusern verbrannten. Die Gesamtzahl der Todesopfer wird auf 160 bis 180 Personen geschätzt, während etwa 600 Einwohner in nationalsozialistische Konzentrationslager deportiert wurden.[5]
Verkehr
Der Stadtteil ist verkehrstechnisch durch drei U-Bahn-Stationen Syngrou-Fix, Neos Kosmos und Agios Ioannis angebunden. Zusätzlich wird er von fünf Straßenbahnhaltestellen bedient: Leoforos Vouliagmenis, Fix, Kasomouli, Neos Kosmos und Baknana.
Sehenswürdigkeiten
In Neos Kosmos befindet sich das Nationale Museum für Zeitgenössischen Kunst im ehemaligen Gebäude der Fix Brauerei sowie das Onassis Cultural Center.[6]
Sport
Thriamvos Athens ist ein 1930 gegründeter Mehrspartenverein mit Sitz im Athener Stadtteil Neos Kosmos. Der Verein gewann 1998 den griechischen Pokal im Frauenbasketball.[7]