Neptun 381
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Die Frachtschiffsserie Neptun 381, auch Serie Hamburger Wall genannt, war ein sehr variabler Stückgutschiffstyp der Rostocker Schiffswerft „Neptun“.
Die Ana Luisa (Bauname Ilri) 1972 in Kiel. | ||||||||||||||||
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Geschichte
Hergestellt wurde die Baureihe 1970 bis 1973 in sieben Einheiten für bundesdeutsche Reedereien. Vorgesehen waren die wahlweise als Volldecker oder Freidecker ausgelegten Schiffe vorwiegend für den kombinierten Transport von Stückgut, Containern, Schwergut, Holz, Schüttgutladungen, aber auch Früchten und Süßöl. Die Konstruktion bildete später die Grundlage für den technisch weitgehend übereinstimmenden Typ Neptun 371.
Erstes Schiff und Namensgeber der Serie war die am 30. Juni 1970 übergebene Hamburger Wall mit der Baunummer 381. Die in Lübeck beheimatete Hamburger Wall wurde mehrfach umbenannt, zuletzt 1986 in Salt und schon ab dem 19. März desselben Jahres in Gadani abgebrochen.[1]
Das siebte und letzte Schiff der Serie war die im Dezember 1972 als Muggenburg vom Stapel gelassene Baunummer 387, welche nach nur gut zwölf Betriebsjahren und mehreren Umbenennungen ab dem 15. Dezember 1985 als Neptune im chinesischen Yingkou abgebrochen wurde.[2]
Interessant ist das Schicksal der einzelnen Schiffe; zwei Schiffe der Baureihe gingen 1974 (Ana Cristina, ex Bari) beziehungsweise 1988 (Mitera Sotira, ex Lloyd Estocolmo) durch Seeunfälle verloren, eines hatte eine Einsatzdauer von über 30 Jahren, aber vier Schiffe wurden hingegen außergewöhnlich früh zum Abbruch verkauft. Als letztes noch in Fahrt stehende Schiff der Serie wurde die ehemalige Hamburger Damm 2002 als MSC Marina in Alang verschrottet.[3]
Technik
Angetrieben wurden die Schiffe von einem in MAN-Lizenz gefertigten 6620-kW-Zweitakt-Dieselmotor des Typs K9Z 60/105 E des Herstellers VEB Maschinenbau Halberstadt, der direkt auf einen Festpropeller wirkte. Die weitgehend automatisierte Maschinenanlage war für täglich 16-stündig wachfreien Betrieb eingerichtet.
Die mit einem Wulstbug und sehr scharf geschnittenem Steven versehenen Rümpfe waren in Sektionsbauweise zusammengefügt. Der mit Einzelkammern ausgestattete Wohn- und Arbeitsbereich der achtern angeordneten Decksaufbauten war klimatisiert.
Die drei Laderäume mit einem Rauminhalt von 16.383 m³ Kornraum und 14.980 m³ Ballenraum verfügten über ein Zwischendeck, die Laderäume wurden mit MacGregor-Lukendeckeln verschlossen. Es konnten außerdem 163 m³ Kühlladung und 371 m³ Süßöl sowie 308 Container, oder 3304 Standards Holz transportiert werden. Das Ladegeschirr nach dem System „Velle“ bestand aus drei 8/16-Tonnen-Schwingladebäumen und drei 50-Tonnen-Schwergutbäumen.
