Nerandomilast

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Nerandomilast ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der PDE-4-Hemmer. Unter dem Handelsnamen Jascayd (Boehringer Ingelheim) wurde er im Oktober 2025 in den USA zugelassen zur Behandlung der idiopathischen pulmonalen Fibrose (IPF),[4] einer schwerwiegenden chronischen und potentiell lebensbedrohlichen Erkrankung der Lunge.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Nerandomilast
Allgemeines
Freiname Nerandomilast[1]
Andere Namen
  • (5R)-2-[4-(5-Chlorpyrimidin-2-yl)piperidin-1-yl]-4-{[1-(hydroxymethyl)cyclo­butyl]amino}-6,7-dihydro-5H-5λ4-thieno[3,2-d]pyrimidin-5-on
  • [1-({(5R)-2-[4-(5-Chlor-2-pyrimidinyl)-1-piperidinyl]-5-oxido-6,7-dihydrothieno[3,2-d]pyrimidin-4-yl}amino)cyclobutyl]methanol
  • BI-1015550
Summenformel C20H25ClN6O2S
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1423719-30-5
PubChem 166177189
ChemSpider 129160248
DrugBank DB18237
Wikidata Q136594966
Arzneistoffangaben
Wirkmechanismus

PDE-4-Hemmer

Eigenschaften
Molare Masse 448,97 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302361d372
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Weitere Informationen Pharmakologische Daten ...
Pharmakologische Daten[3]
Verabreichungsweg Oral (Einnahme)
Bioverfügbarkeit 73 %
Plasmaeiweißbindung 77 %
Maximaler Plasmaspiegel Nach 1 bis 1,25 Stunden (Median)
Halbwertszeit 17 Stunden
Metabolisierung CYP3A
Ausscheidung Fäzes (58 %), Urin (36 %)
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Die Anwendung erfolgt oral (Einnahme).

Eigenschaften

Nerandomilast ist ein weißes oder off-weißes bis hellgelbes Pulver. In Wasser ist Nerandomilast bei pH-Werten bis 3 schwer löslich und über pH 3 praktisch unlöslich.[3]

Die Verbindung hat ein chirales Zentrum. Nerandomilast ist das (R)-Stereoisomer.[3]

Wirkungsmechanismus

Nerandomilast ist ein Inhibitor der Phosphodiesterase 4 (PDE 4), insbesondere des Subtyps PDE 4B. PDE4 hydrolysiert und inaktiviert das cyclische Adenosinmonophosphat (cAMP), einen sekundären Botenstoff. Nerandomilast soll sowohl antifibrotisch als auch immunmodulatorisch wirken, da die Hemmung des Subtyps PDE 4B den intrazellulären Abbau von cAMP verhindert und zudem die Expression von profibrotischen Wachstumsfaktoren und inflammatorischen Zytokinen, die bei IPF überexprimiert werden, reduziert.[5]

Anwendungsgebiet

Die von der U.S.-Food and Drug Administration erteilte Zulassung umfasst die orale Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose bei Erwachsenen.[3]

Klinische Prüfung

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen zweier randomisierter doppelblinder placebokontrollierter Studien. Untersucht wurde Nerandomilast jeweils mit und ohne begleitende antifibrotische Therapie (Nintedanib oder Pirfenidon).[3]

In der Studie FIBRONEER-IPF (Phase 3, n=1177) war der primäre Endpunkt die signifikante Reduktion des Verlusts an forcierter Vitalkapazität (FVC) nach 52 Wochen im Vergleich zu Placebo. Die FVC sank unter Nerandomilast je nach Dosis um 114,7 ml bzw. 138,6 ml (Placebo: 183,5 ml).[6]

In der anderen Studie (Phase 2, n=147) war der primäre Endpunkt die FCV-Reduktion nach 12 Wochen. Es wurde eine Verbesserung der Lungenfunktion festgestellt.[7]

Die häufigste Nebenwirkung war Durchfall.[6]

Einzelnachweise

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