Neudau

Marktgemeinde im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, Steiermark From Wikipedia, the free encyclopedia

Neudau ist eine Marktgemeinde mit 1511 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Gerichtsbezirk Fürstenfeld bzw. Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark (Österreich).

Schnelle Fakten Marktgemeinde, Wappen ...
Marktgemeinde
Neudau
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Neudau
Neudau (Österreich)
Neudau (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Steiermark Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt: HB)
Fläche: 13,65 km²
Koordinaten: 47° 10′ N, 16° 6′ O
Höhe: 289 m ü. A.
Einwohner: 1.511 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 111 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8292
Vorwahl: 03383
Gemeindekennziffer: 6 22 74
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptplatz 1
8292 Neudau
Website: www.neudau.gv.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Dolesch (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025[1])
(15 Mitglieder)
10
2
3
10 2 3 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Neudau im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
Lage der Gemeinde Neudau im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (anklickbare Karte)BurgauEbersdorfFriedbergHartlIlzKaindorfLafnitzPöllauStubenberg
Lage der Gemeinde Neudau im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (anklickbare Karte)
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Das ehemalige Wasserschloss in Neudau
Das ehemalige Wasserschloss in Neudau
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Das Rathaus von Neudau
Kirche Neudau mit Mariensäule
Kirche in Unterlimbach

Geographie

Geographische Lage

Neudau liegt am Ostrand des oststeirischen Hügellandes direkt an der Grenze zum Burgenland, von dem es nur durch die Lafnitz getrennt ist, ca. 15 km südöstlich der Bezirkshauptstadt Hartberg und ca. 50 km östlich der Landeshauptstadt Graz.

Der westliche Teil des Gemeindegebietes wird durch den Neudauer Wald abgedeckt, während sich in der Mitte mit dem Fuchsschweifteich und dem Großen Neudauer Teich zwei Seen befinden. Das besiedelte Gebiet befindet sich am Ufer der Lafnitz, wobei hier zunächst der Angerbach, später der Lobenbach in etwa einem Kilometer Abstand zum Fluss verlaufen.

2021 wurde die Grenze zwischen dem Burgenland und der Steiermark im Bereich Burgauberg-Neudauberg und Neudau geändert. Auslöser für diese Grenzverschiebung waren der Hochwasserschutz und die damit verbundene Regulierung der Lafnitz. Das Burgenland wurde auf Kosten der Steiermark um 6000 Quadratmeter größer.[2]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[3]):

  • Neudau (1277)
  • Unterlimbach (234)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Neudau und Unterlimbach.

Gemeindezusammenlegung

Mit 1. Jänner 2015 wurde ihr Gebiet um einen Teil der bis dahin bestehenden Nachbargemeinde Limbach bei Neudau (Katastralgemeinde Unterlimbach) erweitert. Grundlage dafür ist die Steiermärkische Gemeindestrukturreform.[4]

Nachbargemeinden

Rohr bei Hartberg Hackerberg
Bad Waltersdorf Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Burgauberg-Neudauberg
Burgau Burgau Burgauberg-Neudauberg

Geschichte

Die Geschichte der Gemeinde Neudau hängt stark mit der Burg Neudau zusammen. Diese wird 1371 erstmals als Wasserburg urkundlich erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt war sie in Besitz der Neuberger.[5] Das Flüsschen Lafnitz bildet die steirische Grenze zum einst ungarischen Burgenland, weshalb die Burgen Neudau und Burgau oft umkämpft waren. Der später zu einem Türkeneinfall umgedichtete Ungarneinfall von 1418 zog auch Neudau in Mitleidenschaft.

Um 1500 ging die Herrschaft teils als Erbschaft, teils durch Kauf in den Besitz der Polheimer über. Durchziehende Türken zerstörten 1532 den Ort Neudau, die Burg blieb jedoch erhalten. 1574 erwarb Wilhelm Freiherr von Rottal, 1706 der aus Schlesien stammende Graf Franz Karl Kottulinsky die Herrschaft. Da die Türken 1683 vor Wien vernichtend geschlagen worden waren, gab es für Neudau auch keine umkämpfte Grenze mehr, da Ungarn mit dem türkischen Rückzug weitgehend unter die Herrschaft der Habsburger Monarchie gekommen war. 1711 nahmen aber ungarische Aufständische die Burg ein und steckten sie in Brand. Die Grafen Kottulinsky beauftragten 1720 den Architekten Josef Carlone mit der Barockisierung der Anlage, die sie bis heute besitzen. Dabei wurden Nord- und Westteil neu erbaut und anstatt des Wassergrabens, der Bastionen und Wehrmauern wurde ein Park angelegt. Von der wehrhaften Anlage blieb nur der runde Kanonenturm an der Einfahrt zur Vorburg erhalten. Ende des 19. Jahrhunderts versah man alle Fronten des Hauptgebäudes mit neobarocken Fassaden. Von der Innenausstattung sind noch einige Öfen aus der Renaissance- und der Barockzeit erhalten.[6][5]

Bevölkerungsentwicklung

Neudau: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.006
1880
 
1.047
1890
 
1.113
1900
 
1.144
1910
 
1.313
1923
 
1.340
1934
 
1.370
1939
 
1.316
1951
 
1.431
1961
 
1.477
1971
 
1.493
1981
 
1.392
1991
 
1.368
2001
 
1.501
2011
 
1.450
2021
 
1.500
2025
 
1.511
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Garnfabrik

Die ehemalige Garnfabrik wurde 1789 im benachbarten Burgau (Steiermark) als erste mechanische Baumwollspinnerei in Kontinentaleuropa gegründet. Die Fabrikanlagen wurden 1830/1831 von Georg Borckenstein (1787–1863) erworben. Bereits 1845 expandierte die Garnherstellung nach Neudau, wo heute noch historische Fabriksbauten aus 1850 bestehen. 1924/1925 konnte Erich Seutter von Loetzen (1890–1965) mit eigenem Geld und mit dem seiner Frau und seines Bruders den anstehenden Konkurs der seit 1853 G. Borckenstein & Sohn genannten Firma abwenden. Diese wurde 1928 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, deren Mehrheitseigentümer von 1933 bis 1991 Angehörige der Familie Seutter von Loetzen waren. Als Firmenchef gewährte Erich von Seutter den Mitarbeitern der Firma günstige Konditionen für den Bau von Einfamilienhäusern am Areal der Erich-Seutter-Siedlung in Neudau. In den frühen 1960er Jahren begann ein umfassender Modernisierungsprozess.[7][8] Das Unternehmen hieß seit dem Jahr 2000 Borckenstein AG und seit 24. Juli 2010 Borckenstein GmbH[9]. Im Jänner 2013 fusionierte es mit der italienischen Fil Man Made Group s.r.l., mit Sitz in Signoressa di Trevignano und Produktionsstätten in Italien, Portugal, Türkei und China. Die Fil Man Made Group übernahm die Mehrheitsanteile, EOSS Industries blieb Minderheitsgesellschafter. Die Gruppe hatte etwa 1000 Mitarbeiter und erwartete für 2013 einen Umsatz von 180 Mio. Euro.[10] Mit Rotor- und Ringspinnverfahren sowie mit Vortex-Airjet wurde auf 25.000 Spindeln eine Vielzahl an Qualitäten von Garnen und Zwirnen aus Natur- und Kunstfasern erzeugt. Verarbeitet wurden insbesondere Zellulosefasern aus verschiedenen Herstellungsverfahren (Viscose, Lyocell; Tencel, Modal) der Lenzing AG, Oberösterreich.[11] In Neudau arbeiteten 286 Mitarbeiter mit einem hohen Altersschnitt. Am 10. Februar 2016 musste das Unternehmen den Insolvenzantrag beim Zivilgericht einbringen. Der Jahresumsatz betrug zuletzt 55 Mio. €, nach Verlusten seit 2012 betrug die Überschuldung zuletzt 7,5 Mio. €. Angestrebt wurde eine Fortführung ohne Eigenverwaltung und eine 20-prozentige Gläubigerquote binnen zwei Jahren.[12][13] Mitte Februar 2019 rutschte die Firma erneut in die Insolvenz und musste noch im selben Jahr geschlossen werden.[14]

Verkehr

Neudau liegt abseits der großen Hauptverkehrsstraßen. Die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz ist etwa neun Kilometer entfernt und über die Anschlussstelle Sebersdorf / Bad Waltersdorf (126) zu erreichen. Die im benachbarten Burgenland verlaufende Stegersbacher Straße B 57a nach Fürstenfeld ist etwa vier Kilometer entfernt, die ebenfalls burgenländische Güssinger Straße B 57 von Oberwart nach Güssing ist etwa acht Kilometer entfernt.

Neudau hat keinen Eisenbahnanschluss mehr, nachdem die Nebenstrecke Bierbaum–Neudau der Thermenbahn am 12. Dezember 1987 stillgelegt und mittlerweile abgebaut worden ist. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Bad Waltersdorf und bietet Zugang zur Thermenbahn mit zweistündlichen Regionalzug-Verbindungen nach Wien und Fehring.

Der Flughafen Graz ist rund 70 Kilometer entfernt.

Politik

Bürgermeister

Wolfgang Dolesch (SPÖ) wurde im Rahmen der konstituierende Sitzung des Gemeinderates am 16. April 2015 zum Bürgermeister der um die Katastralgemeinde Unterlimbach erweiterten Gemeinde Neudau gewählt.[15]

Dem Gemeindevorstand gehören weiters der Vizebürgermeister Klaus Taucher-Thaler (SPÖ) und der Gemeindekassier Werner Korrer (SPÖ) an.[16]

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich nach dem Ergebnis der Gemeinderatswahl 2025 wie folgt zusammen:[17]

  • 10 Mandatare der SPÖ,
  • 3 Mandatare der FPÖ und
  • 2 Mandatare der ÖVP.
Weitere Informationen Partei, fusionierte Gemeinde ...
Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse:
Partei 2025[17] 2020[18] 2015[19] 2010[20] 2005[21] 2000 1995 1990
fusionierte
Gemeinde
NeudauLimbach (ohne
Oberlimbach)
NeudauNeudauNeudauNeudau
Sti. % M. Sti. % M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M.
SPÖ 494 63 10 604 71 11 530589 5647212 063242 4546510 4816510 4746610 460589
ÖVP 116 15 2 161 19 3 245274 1391802 196747 1812604 1592203 1391903 168213
FPÖ 170 22 3 81 10 1 141152 nicht kandidiert 005020 0620901 0981302 1071502 nicht kandidiert
FPÖ und Bürgerliste nicht kandidiert 0761001 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 167213
Wahlberechtigte 1.169 1.200 1.211 996 273 947 897
Wahlbeteiligung 68 % 72 % 78 % 80 % 97 % 77 % 84 % 86 % 91 %
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Städtepartnerschaften

Wappen

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Juli 1959.

Blasonierung: Im schwarzen Schild ein aufgerichteter silberner Wolf, der rechts oben von einer fünfblättrigen roten und goldbesamten Rose mit grünen Winkelblättern begleitet wird.[22]

Persönlichkeiten

Kinder der Gemeinde

Commons: Neudau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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