Neufchef

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Neufchef (deutsch Neunhäuser bzw. Neunhausen, lothringisch Néngsen/Näinhaiser) ist eine französische Stadt mit 2650 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Moselle in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Thionville und zum Gemeindeverband Thionville Fensch Agglomération. Die Einwohner werden Neufchefois und Neufchefoises genannt.

Schnelle Fakten
Neufchef
Neufchef (Frankreich)
Neufchef (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Thionville
Kanton Algrange
Gemeindeverband Thionville Fensch Agglomération
Koordinaten 49° 19′ N,  1′ O
Höhe 205–365 m
Fläche 16,74 km²
Einwohner 2.650 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 158 Einw./km²
Postleitzahl 57700
INSEE-Code
Website neufchef.fr
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Geographie

Die Gemeinde liegt in Lothringen, zwölf Kilometer westlich von Thionville (deutsch Diedenhofen) oberhalb des Fenschtals. An der westlichen Gemeindegrenze verläuft der Fluss Conroy. Der Norden, Westen und Süden des Gemeindegebietes ist Teil des Forêt Domaniale de Moyeuvre, eines großen zusammenhängenden Waldgebietes.

Geschichte

Der Name des Ortes leitet sich vom lateinischen nova casa (neues Haus) ab, der Ort selbst wurde 1183 erstmals als Neufchiefs erwähnt. Er gehörte zum Herzogtum Bar, das 1766 von Frankreich annektiert wurde.

Das Gemeindewappen zeigt einen sechsstrahligen Stern als Symbol des Priorats von Sancy, zu der Neufchef im Mittelalter gehörte; das Geweih mit Kreuz erinnert an die Benediktinerabtei in Saint-Hubert in den Ardennen, die das Patronat der ersten Kirche in Neufchef hatte.[1]

Nach dem Frieden von Frankfurt vom 10. Mai 1871 kam Neufchef zusammen mit dem zugehörigen Hof Hameville nördlich des Dorfs und 18 weiteren Orten von Französisch-Lothringen durch Gebietsaustausch an Deutschland,[2] wo es dem Bezirk Lothringen im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet wurde. Der Ortsname wurde vor 1910 in Neunhäuser geändert.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste Neunhäuser aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an Frankreich abgetreten werden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort von den Deutschen besetzt, die ihn nunmehr in Neunhausen umbenannten und am 12. November 1940 einen Teil der Einwohner vertrieben. Im Herbst 1944 nahmen die Alliierten Neufchef ein und der Ort kam wieder an Frankreich.

Die Gemeinde hat wie das gesamte Umland eine lange Eisenerz-Bergbautradition.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr19621968197519821990199920072019
Einwohner26162935322629222521248325412590
Quellen: Cassini und INSEE

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In Neufchef und im 14 Kilometer entfernten Aumetz befinden sich die beiden Teile des Écomusée des mines de fer de Lorraine, des Eisenerzbergbau-Freilichtmuseums Lothringens. Es wurde 1989 eröffnet. Neben Ausstellungsstücken zur Geschichte des Bergbaus in Lothringen von 1820 bis zum Jahr 1998 (Schließung der letzten Mine) werden Bergwerksführungen von 1000 Meter Länge angeboten.

Belege

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