Neureiteregg

Ortschaft und Streusiedlung in der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung From Wikipedia, the free encyclopedia

Neureiteregg ist eine Ortschaft und gleichnamige Streusiedlung in der Weststeiermark in der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark. Die Ortschaft hat 216 Einwohner (Stand: 1. Jänner 2025).[1]

Schnelle Fakten Neureiteregg (Streusiedlung) Ortschaft ...
Neureiteregg (Streusiedlung)
Ortschaft
Neureiteregg (Österreich)
Neureiteregg (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Graz-Umgebung (GU), Steiermark
Gerichtsbezirk Graz-Ost
Pol. Gemeinde Hitzendorf
Koordinaten 47° 2′ 32″ N, 15° 16′ 31″ O
Höhe 443 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 216 (1. Jän. 2025)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 14958
Zählsprengel/ -bezirk Hitzendorf, Berndorf-Michelbach (60665 )
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk
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Lage und Geographie

Neureiteregg liegt im westlichen Teil der Marktgemeinde Hitzendorf, westlich des Marktortes, im Westen der Katastralgemeinde Hitzendorf auf einem von Nordwesten nach Südosten streichenden Hügelrückens des Weststeirischen Riedellandes. Dieser Hügelrücken trennt das im Osten gelegene Liebochtal mit dem Marktort Hitzendorf von dem im Westen gelegenen Södingtal mit dem Dorf Berndorf.

Die Steinbergstraße (L382), die Altreiteregg mit Reiteregg verbindet, verläuft zentral durch den Ort.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Ortes datiert 1265 als Rewt, das ist ein Rodungsname, der sich von Gereuth ableitet. Eine weitere Erwähnung findet sich 1449 als am Reutegk und schließlich 1836 als Neureiteregg. Die Deutung des Namensteils Neu- ist unklar.[2]

Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner Neureitereggs zu verschiedenen Herrschaften. So hatten die Herrschaften Althofen und Plankenwarth Untertanen im Ort.[2]

Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde Neureiteregg Teil der freien Ortsgemeinde Reiteregg. Als diese 1951 aufgelöst wurde, kam Neureiteregg zur Gemeinde Hitzendorf.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Ort Neureiteregg ist landwirtschaftlich geprägt. Vor allem der noch um 1890/95 betriebene Weinbau war von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung.[2]

Der Ort ist nach Hitzendorf und Sankt Bartholomä an der Lieboch eingepfarrt und die Kinder besuchen die Schulen in Hitzendorf. Für das Jahr 1867 ist belegt das in Neureiteregg die Gemeindeschule von Reiteregg stand.[2]

Einige Häuser im Norden von Neureiteregg sind zur Reinigung ihrer Abwässer an die Pflanzenkläranlagen der Abwassergenossenschaft Reiteregg angeschlossen.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Blick von Osten auf das Schloss Reiteregg

Das historisch bedeutendste Bauwerk in Neureiteregg ist das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Georg Purckhardt Reiter von Reiteregg als Edelsitz errichtete Schloss Reiteregg. Es ist ein einstöckiger Bau mit T-förmigen Grundriss und Treppengiebeln. Die Schlosskapelle ist ein großer viereckiger Saalbau mit klassizistischer Scheinarchitektur und wurde 1802 geweiht. Ab 1660 gehörte das Schloss den Freiherren von Moscon und ist seit 1871 im Besitz der Freiherren von Haan. Bei der Zufahrt zum Schloss steht beim Wirtschaftshof eine Ende des 18. Jahrhunderts aufgestellte Pestsäule mit Zwiebeldach. In den vier Nischen der Säule sind Darstellungen der Heiligen Sebastian, Franz von Assisi, Antonius von Padua und Urban angebracht. Die Säule erinnert an die Pestepidemie von 1680 oder 1713. Im ehemaligen Schlosspark, direkt bei der Abzweigung der Schlosszufahrt von der Landesstraße steht die 1875 errichtete neugotische Familiengruftkapelle der Freiherren von Haan. Auf dem Altar steht eine Figur die den heiligen Leopold darstellt.[5]

Neben dem Schloss Reiteregg steht in Neureiteregg auch das Schloss Schütting. Dieses geht auf einem seit dem 12. Jahrhundert nachweisbaren Wehrhof zurück der Sitz von Dienstleuten der Stubenberger war. Nach 1712 war es im Besitz des Grazer Ferdinandeums und wurde zu einem Weingartenschlösschen ausgebaut. Nach 1900 galt es als baufällig, die alte Bausubstanz wurde abgetragen und ein einstöckiges Weingartenhaus neu errichtet.[6]

Es gibt auch einige Bildstöcke und Kapellen in der Umgebung des Ortes die von regionalgeschichtlicher Bedeutung sind. So etwa die 1896 errichtete Maria Lourdes-Kapelle, auch als Hüniglkapelle bekannt.[2]

Commons: Neureiteregg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

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