Neuswarts
Stadtteil von Tann (Rhön)
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Neuswarts in der Rhön ist ein Stadtteil von Tann (Rhön) im osthessischen Landkreis Fulda.
Neuswarts Stadt Tann (Rhön) | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 39′ N, 9° 58′ O |
| Höhe: | 358 m ü. NHN |
| Fläche: | 6 km²[1] |
| Einwohner: | 223 (Feb. 2021)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 37 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. August 1972 |
| Postleitzahl: | 36142 |
| Vorwahl: | 06682 |
Geographie
Ortsgeschichte
Mittelalter
Der Ortsname erscheint in einer Urkunde vom 22. September 1348 als Neyswarts. An diesem Tag verkauften die Witwe des Heinrich von Byenbach und ihre Söhne Konrad und Wilhelm dem Ritter Ditmar von Bimbach und dessen Frau Viola sowie dessen Bruder Ludwig und Frau Else eine Hufe zu Neyswarts mit allem Zubehör.[4]
Heinrich VI. von Hohenberg, Fürstabt der Reichsabtei Fulda, verschrieb am 16. Oktober 1351 dem Heinrich von der Tann eine Rente von zwei Gütern zu Neuswarts.[5]
Vermutlich die 1348 genannten Höfe verkauften der Ritter Wilhelm von Bimbach und seine Frau Else am 11. Juni 1358 zu Neuswarts und die Hufe zu Habel an Heinrich von der Tann.[6]
Neuzeit
In der 1770–75 erbauten evangelischen Kirche, einer Saalkirche mit Ostturm, befindet sich Ausstattung aus einem Vorgängerbau. Neben einem Taufstein aus der Zeit um 1600 mit dem Wappen der von der Tann sind auch eine Kanzel mit bemerkenswerten Intarsien und einem „Gesetz-und-Gnade“-Bildprogramm nach der Rechtfertigungslehre vorhanden.[7] Die Einweihung der Kirche erfolgte erst 1785.[8]
In Neuwarts gab es zwischen 1744 und 1779 einen Ziegeleiofen.[9]
Zum 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Neuswarts im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Tann eingemeindet.[10][11] Für Meerswinden wurde, wie für alle Stadtteil von Tann, ein Ortsbezirk gebildet.[12]
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Meerswinden angehört(e):[2][13]
- vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Fränkischer Ritterkreis, Ritterkanton Rhön-Werra, Buchisches Quartier, Herrschaft der Freiherren von der Tann
- 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Königreich Bayern, Herrschaft der Freiherren von der Tann[Anm. 2]
- 1806–1813: Großherzogtum Würzburg, Landgericht Hilders[Anm. 3]
- 1814–1832: Königreich Bayern, Herrschaftsgericht Tann
- 1832–1848: Königreich Bayern, Herrschaftskommissariat Tann
- 1848–1861: Königreich Bayern, Regierung Unterfranken und Aschaffenburg, Landgerichtsbezirk Hilders
- 1862–1866: Königreich Bayern, Regierungsbezirk Unterfranken, Bezirksamt Gersfeld[Anm. 4]
- ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen,[Anm. 5] Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld
- ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fulda
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda, Stadt Tann (Rhön)
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Neuswarts 231 Einwohner. Darunter waren 3 (1,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 39 Einwohner unter 18 Jahren, 81 waren zwischen 18 und 49, 60 zwischen 50 und 64 und 51 Einwohner waren älter.[14] Die Einwohner lebten in 90 Haushalten. Davon waren 24 Singlehaushalte, 24 Paare ohne Kinder und 33 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 21 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 54 Haushaltungen leben keine Senioren.[14]
Einwohnerentwicklung
| Neuswarts: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2021 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 271 | |||
| 1840 | 264 | |||
| 1846 | 260 | |||
| 1852 | 257 | |||
| 1858 | 263 | |||
| 1864 | 279 | |||
| 1871 | 277 | |||
| 1875 | 262 | |||
| 1885 | 257 | |||
| 1895 | 267 | |||
| 1905 | 262 | |||
| 1910 | 249 | |||
| 1925 | 229 | |||
| 1939 | 244 | |||
| 1946 | 313 | |||
| 1950 | 280 | |||
| 1956 | 269 | |||
| 1961 | 281 | |||
| 1967 | 249 | |||
| 1970 | 274 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 231 | |||
| 2021 | 223 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS[2]; Stadt Tann (Rhön)[1]; Zensus 2011[14] | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1885: | 257 evangelische (= 100 %) Einwohner[2] |
| • 1961: | 270 evangelische (= 96,09 %), 11 katholische (= 3,91 %) Einwohner[2] |
Politik
Für Neuswarts besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Neuswarts) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.[12] Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 65,41 %. Alle Kandidaten gehörten der Bürgerliste Neuswarts an.[15] Der Ortsbeirat wählte Jannik Happel zum Ortsvorsteher.[16]
Weblinks
- Stadtteile In: Webauftritt der Stadt Tann (Rhön).
- Neuswarts, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).