Niederasphe

Ortsteil der Gemeinde Münchhausen (am Christenberg) From Wikipedia, the free encyclopedia

Niederasphe ist ein Ortsteil der Gemeinde Münchhausen im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Schnelle Fakten Gemeinde Münchhausen ...
Niederasphe
Gemeinde Münchhausen
Koordinaten: 50° 57′ N,  40′ O
Höhe: 249 (249–280) m ü. NHN
Fläche: 13,95 km²[1]
Einwohner: 759 (2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35117
Vorwahl: 06423
Blick auf Niederasphe
Blick auf Niederasphe
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Geographie

Niederasphe liegt in Nordhessen an den Südausläufern des Rothaargebirges und dem Ederbergland. Der Ort liegt in der Nähe des Christenberges mit 384 m ü. NN.

Nachbarorte sind Oberasphe, Simtshausen, Amönau und Treisbach.

Geschichte

Kirche in Niederasphe

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung erfolgte unter dem Namen Asfo in einer Kurmainzer Urkunde aus dem Jahr 1108. Zwischen Ober- und Unterasphe wurde seit Ende des 13. Jahrhunderts unterschieden, als Folge der Teilung des Gerichts Asphe in den Langsdorfer Verträgen von 1263.[1]

Im 14. Jahrhundert wurde eine Pfarrkirche im gotischen Stil errichtet. Das 1574 genannte Nieder-Simtshausen gehörte bereits seit 1577 zur Gemarkung Niederasphe. Im Jahre 1577 wurde ein Burgsitz derer von Hatzfeld erwähnt. Von 1623 bis 1624 wütete die Pest. Im Jahre 1717 starb das Geschlecht von Dersch aus; es kam zu einem Wechsel des Patronatsrechts.

Im Jahre 1821 grassierten die Schwarzen Blattern. Im Jahre 1842 wurde eine Schule gebaut. Von 1910 bis 1914 wurde in Niederasphe die Flurbereinigung durchgeführt. Im Jahre 1922 erhielt der Ort elektrisches Licht. Die Wasserleitung wurde von 1929 bis 1934 gebaut. Im Jahre 1955 erhielt der Ort ein Dorfgemeinschaftshaus, das erste im damaligen Landkreis Marburg.

Im Jahre 1988 wurde die Kläranlage eingeweiht.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Juli 1974 wurden im Zuge der hessischen Gebietsreform die bis dahin selbständigen Gemeinden Münchhausen, Niederasphe, Simtshausen und Wollmar sowie der Ortsteil Oberasphe der Nachbarstadt Battenberg (Eder) im Landkreis Waldeck-Frankenberg kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Münchhausen zusammengeschlossen.[3][4] Der Sitz der Verwaltung wurde der Ortsteil Münchhausen. Für alle durch die Gebietsreform in die Großgemeinde eingegliederten Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet.[5]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Niederasphe angehört(e):[1][6]

Gerichte seit 1821

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Wetter als Gericht in erster Instanz für Niederasphe zuständig.[11] Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Wetter.[12][13] Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) 1877 blieb das Amtsgericht bestehen. 1943 wurde es zur Zweigstelle des Amtsgerichts Marburg und 1946 wurde auch die Zweigstelle geschlossen. Der Bezirk des Amtsgerichts Wetter ging im Bezirk des Amtsgerichts Marburg auf.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Niederasphe 840 Einwohner. Darunter waren 9 (= 1,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 138 Einwohner unter 18 Jahren, 339 zwischen 18 und 49, 198 zwischen 50 und 156 und 165 Einwohner waren älter.[14] Die Einwohner lebten in 330 Haushalten. Davon waren 75 Singlehaushalte, 75 Paare ohne Kinder und 138 Paare mit Kindern, sowie 39 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 54 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 213 Haushaltungen lebten keine Senioren.[14]

Einwohnerentwicklung

Alle Angaben einschließlich Untersimtshausen.

Quelle:Historisches Ortslexikon[1]
 1577:78 Hausgesesse
 1580:29 Ackerleute (29 Einläuftige)
 1630:53 Hausgesesse (3 dreispännige, 8 zweispännige, 15 einspännige Ackerleute, 27 Einläuftige).
 1681:44 hausgesessene Mannschaften.
 1747:80 Haushalte.
 1838:703 Einwohner (Familien;81 nutzungsberechtigte, 33 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 3 Beisassen)
Niederasphe: Einwohnerzahlen von 1789 bis 2020
Jahr  Einwohner
1789
 
463
1800
 
?
1834
 
733
1840
 
753
1846
 
792
1852
 
841
1858
 
812
1864
 
790
1871
 
731
1875
 
770
1885
 
823
1895
 
778
1905
 
805
1910
 
813
1925
 
817
1939
 
836
1946
 
1.145
1950
 
1.095
1956
 
967
1961
 
965
1967
 
942
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
840
2015
 
882
2020
 
758
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Zensus 2011[14]; Dorfentwicklungsplan[2]

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle:Historisches Ortslexikon[1]
 1861:alle Einwohner evangelisch-lutherisch
 1885:822 evangelische (= 99,88 %), ein katholischer (= 0,12 %) Einwohner
 1961:897 evangelische (= 92,95 %), 68 katholische (= 7,05 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle:Historisches Ortslexikon[1]
 1789:Erwerbspersonen: 2 Grobschmiede, 4 Schreiner, 1 Wirt, 2 auswärtig beschäftigte Müller, 29 Leineweber, 1 Tagelöhner.
 1838:Familien: 114 Ackerbau, 3 Gewerbe.
 1961:Erwerbspersonen: 345 Land- und Forstwirtschaft, 133 Produzierendes Gewerbe, 36 Handel und Verkehr, 52 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik

Für Niederasphe besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Niederasphe) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[5] Der Ortsbeirat für den Ortsbezirk Niederasphe besteht aus sieben Mitgliedern. Die Wahlbeteiligung zur Wahl des Ortsbeirats bei der Kommunalwahl 2021 betrug 54,57 %. Alle Kandidaten gehörten der „Einheitsliste Niederasphe“ an.[15] Der Ortsbeirat wählte Roland Wehner zum Ortsvorsteher.[16]

Söhne und Töchter des Ortes

Literatur

Anmerkungen und Einzelnachweise

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