Nikita Miller

deutscher Kleinkünstler, Darsteller, Illustrator, Sachbuch-, Drehbuch-, und Hörbuchautor From Wikipedia, the free encyclopedia

Herkunft und Bildung

Millers Familie mütterlicherseits wurde als Wolgadeutsche nach dem im Juni 1941 erfolgten Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion in die Kasachische Sozialistische Sowjetrepublik, Gebiet Qaraghandy, deportiert. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Erklärung von Alma-Ata (1991) zog er mit seinem Vater 1992 als Kasachstandeutsche in die Ukraine, wo er einen Kindergarten besuchte. Anschließend zogen sie nach Ruppertshofen in Baden-Württemberg, wo Nikita die Grundschule besuchte. Danach bildete er sich in Stuttgart und Tübingen fort.

Nach dem Realschulabschluss hatte er verschiedene Jobs, um seinen weiteren Schulbesuch zum Erwerb des Fachabiturs und sein anschließendes Studium zu finanzieren. Er arbeitete unter anderem als Pizzalieferant und Zeitungszusteller, Türsteher, Bandarbeiter, Mediengestalter, Softwareentwickler und verkaufte Schmuck aus dem Kofferraum.[1][2][3]

2009 begann Miller sein Studium für Medieninformatik an der Hochschule der Medien in Stuttgart, welches er 2014 mit dem Bachelor abschloss. Ein halbes Jahr später begann er an der Eberhard Karls Universität in Tübingen sein Studium der Philosophie und der allgemeinen Rhetorik. 2015 veröffentlichte er eine Studienarbeit über den Vertreter der schottischen Aufklärung, David Hume.

2018 debütierte er als Drehbuchautor und Darsteller mit dem Kurzfilm Ratio Mortis.[4] Es folgte 2023 das Drehbuch für den Kurzfilm Amissa Filia.[5]

In Tübingen lernte er 2015 Diana Birk[6] kennen. Sie heirateten 2021 und zogen aus Baden-Württemberg nach Köln um.[7] Die Eheleute führen den Ehenamen Miller.

Seine Freizeit verbringt Miller mit dem Verfassen von philosophischen und gesellschaftskritischen Comics und Kurzgeschichten, welche er online frei zur Verfügung stellt.

Am 11. November 2023 wurde Miller im Bremer Hauptbahnhof von einem Mann mit einem Stichwerkzeug angegriffen und an Hinterkopf, Schulter und linkem Arm schwer verletzt. Die 15 Zentimeter lange Risswunde am Hinterkopf wurde mit zwölf Nähten verschlossen. Der Attentäter konnte gefasst werden.[8][9]

2024 debütierte Miller als Buchautor mit dem 598-Seiten-Roman Kalasch. Anfang 2025 wanderten die Eheleute Miller, auf Grundlage des Angriffs am Bremer Hauptbahnhof und den folgenden Umgang durch die Justiz, nach Norwegen aus.

Comedy

2016 wurde Miller vom Kabarettisten, Autor und Regisseur Klaus Birk entdeckt und trat das erste Mal unter dessen Förderung als Comedian in Tübingen auf. Es folgten Kurzauftritte als Kleinkünstler unter anderem bei Nuhr ab 18 (ARD),[10] NightWash (WDR)[11] und dem NDR-Comedy Contest (NDR)[12]. Seitdem ist er regelmäßiger Gast im Quatsch Comedy Club, dem Haus der Springmaus in Bonn und der Rosenau in Stuttgart.

Dieter Nuhr sagte über ihn: „Nikita Miller macht etwas, was ich noch nie gesehen habe: Er erzählt witzige Geschichten, die sich aber nicht von Pointe zu Pointe hangeln und gerade deshalb lustig sind. Sein Vortrag hat Tiefe und Authentizität. Die Texte bewegen den Zuschauer, und man hört gerne und gespannt, ja geradezu gefesselt zu. Das ist eine völlig eigene Form von Alltagssatire. Ich bin begeistert!“[3]

Mit seinem ersten abendfüllenden Soloprogramm Auf dem Weg ein Mann zu werden war er seit 2018 in Deutschland und der Schweiz auf Tournee. Auf das Programm Freizeitgangster gibt es nicht! folgte Im Westen viel Neues.

Miller macht in seinen Shows nicht selten auch die eigene russlanddeutsche Herkunft zum Thema und setzt sich dabei gleichzeitig mit Themen wie Integration, Vorurteil oder Alltagsrassismus auseinander.

Auszeichnungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Hörbücher

  • Auf dem Weg ein Mann zu werden. WortArt, Köln 2019 DNB 1197084576.
  • Nikita Miller – Gesammelte Werke. WortArt, Köln 2025.

Als Illustrator

Filmografie

Als Drehbuchautor

  • 2018: Ratio mortis, Kurzfilm, Drehbuch und Schauspiel
  • 2023: Amissa Filia, Kurzfilm, Drehbuch

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI