İznik

Bezirk und Stadt von Bursa, Türkei From Wikipedia, the free encyclopedia

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İznik in der fruchtbaren Ebene am İznik Gölü
Schnelle Fakten Basisdaten, Struktur und Verwaltung (Stand: 2025) ...
İznik

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Basisdaten
Staat: Turkei Türkei
Provinz (il): Bursa
Koordinaten: 40° 26′ N, 29° 43′ O
Telefonvorwahl: (+90) 224
Postleitzahl: 16 860
Kfz-Kennzeichen: 16
Struktur und Verwaltung (Stand: 2025)
Gliederung: 46 Mahalles
Bürgermeister: Kağan Mehmet Usta (AKP)
Postanschrift: Selçuk Mh.
Rauf Denktaş Cd. No:4
16860 İznik / Bursa
Website:
Landkreis İznik
Einwohner: 44.102[1] (2020)
Fläche: 753 km²
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Kaymakam: Arif Karaman (seit 2024)
Website (Kaymakam):
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İznik (in der Antike und in byzantinischer Zeit altgriechisch Νίκαια Nikaia; lateinisch Nicaea; deutsch Nicäa, Nikäa oder Nizäa) ist eine Stadt im gleichnamigen Landkreis der türkischen Provinz Bursa und gleichzeitig ein Stadtbezirk der 1986 geschaffenen Bursa Büyükşehir Belediyesi (Großstadtgemeinde/Metropolprovinz). Sie liegt am İznik-See (türkisch İznik Gölü, griechisch Askania Limne), einige Dutzend Kilometer südöstlich von Istanbul.

Lage

Die Stadt liegt in Bithynien im westlichen Kleinasien, am Ostufer des İznik-See (griechisch Ασκανία λίμνη Askania limne; türkisch İznik Gölü) in einer fruchtbaren Ebene.

Geschichte

Das römische Theater von Nikaia/İznik

Das antike und byzantinische Nikaia

Nach der griechischen Mythologie war Dionysos der Gründer von Nikaia und benannte sie nach der Nymphe Nikaia.[2]

İznik soll in der Frühzeit den Namen Elikore oder Ankore getragen haben. Antigonos I. Monophthalmos legte dort eine Stadt Antigoneia an. Nach der Schlacht bei Ipsos, gründete Lysimachos wohl um 301 v. Chr. die Stadt neu und benannte sie nach seiner ersten Frau Nikaia.

282/281 v. Chr. gelangte Nikaia unter König Zipoites an das Königreich Bithynien. 74 v. Chr. fiel dieses nach dem Tod Nikomedes’ IV. testamentarisch an das römische Reich, wodurch das Königreich zur römischen Provinz Bithynia bzw. Bithynia et Pontus wurde. Die Stadt lag in Rivalität zum nicht weit entfernten Nikomedia.

Kaiser Augustus erlaubte 29 v. Chr. die Einrichtung eines Heiligtums für Divus Iulius und Roma,[3] damit wurde Nikaia zentraler Ort des Kaiserkults in der Provinz. Nach einem Erdbeben wurde Nikaia unter Hadrian 123 wiederaufgebaut, die Stadtmauer erneuert; die Stadt erhielt den Titel Metropolis sowie die Neokorie. Ihr Ehrentitel seit der Zeit des Claudius war „erste Stadt von Bithynia“. 193 stand die Stadt auf der Seite des Gegenkaisers Pescennius Niger, der Ende 193 oder Anfang 194 in ihrer Nähe entscheidend geschlagen wurde; die Stadt wurde daher von Septimius Severus bestraft und verlor ihre Ehrungen, erhielt diese jedoch bald zurück. 258 wurde sie bei einem Einfall der Goten beschädigt, die Stadtmauern wurden unter Claudius Gothicus 269 erneuert.

Die Stadt prägte seit der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. bis zu Macrianus († 261) Münzen.

Bedeutung erlangte Nikaia in der Spätantike durch die dort abgehaltenen ökumenischen Konzile:

Nikaia war die Hauptstadt des 680 erstmals urkundlich erwähnten Themas Opsikion.

Die Stadt wurde 1077 von den Rum-Seldschuken erobert, welche hier ihre erste Hauptstadt einrichteten. Allerdings fiel die Stadt im Jahr 1097 nach einer Belagerung durch die Kreuzritter im Ersten Kreuzzug an das Byzantinische Reich zurück, das die türkische Besatzung zur Kapitulation bewegen konnte, um auf diese Weise eine Plünderung durch die Kreuzfahrer zu vermeiden. Die Kreuzfahrer empfanden dieses Verhalten als Verrat.

1204, nach der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer des Vierten Kreuzzugs, wurde Nikaia von den aus Konstantinopel vertriebenen Byzantinern unter Kaiser Theodor I. Laskaris als provisorische Hauptstadt genutzt. Nikaia wurde der Hauptsitz des exilierten orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel. Das Reich von Nikaia setzte die byzantinische Tradition bis zur Rückeroberung Konstantinopels 1261 fort.

Die osmanische Stadt

1331 fiel die Stadt unter Sultan Orhan I. nach längerer Belagerung an das Osmanische Reich und erhielt danach ihren heutigen Namen (osmanisch ازنيق, İznîq). Der türkische Name leitet sich von altgriechisch εἰς Νίκαια eis Níkaia, „nach Nikaia“, ab.[4]

Teller in Unterglasurmalerei im saz-Stil um 1550. Heute im Musée du Louvre, Paris

Unter den Osmanen entwickelte sich İznik, neben Kütahya, zu einem überragenden Zentrum der Keramikproduktion (İznik-Keramik). Die Produktion endete jedoch um die Mitte des 18. Jahrhunderts.

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts hatte die Stadt ca. 10.000 Einwohner. Kurz danach begann ihr Niedergang. Ende des 19. Jahrhunderts hatte sie nur noch 1500 Einwohner.

Neuzeit

Während des Griechisch-Türkischen Krieges wurde die Stadt im September 1920 von den Griechen eingenommen; am Ende des Krieges wurde die Stadt von Türken erobert. Im Zuge des Bevölkerungsaustausches zwischen Griechenland und der Türkei mussten alle Griechen die Stadt verlassen, Türken aus Griechenland und Thrakien wurden hier angesiedelt. 1960 hatte die Stadt 6290 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten

Die gut erhaltene antike Stadtmauer mit ihren Toren, einige Kirchen sowie das römische Theater sind noch zu besichtigen. Es gibt ein großes Archäologisches Museum.

Das älteste byzantinische Bauwerk ist die Kirche der Hagia Sophia aus dem 5./6. Jahrhundert. Hier wurde 787 das Zweites Konzil von Nicäa (Siebte ökumenische Konzil) abgehalten. Orhan I. ließ sie nach 1331 zur Moschee umbauen. Die Moschee war längere Zeit eine Ruine, bis sie nach Gründung der modernen Türkei in ein Museum umgewandelt wurde. Auf Initiative des stellvertretenden türkischen Premierministers – und Mitglieds der Regierungspartei AKPBülent Arınç wird die Hagia Sophia seit November 2011 wieder als Moschee genutzt, obwohl die örtliche Stadtverwaltung dagegen protestierte.[5]

Die Hacı-Özbek-Moschee, inschriftlich datiert auf das Jahr 1333, gehört zu den ältesten erhaltenen Moscheebauten der osmanischen Architektur.[6]

Kirchen

2014 wurden im İznik-See die versunkenen Überreste der byzantinischen Kirche St. Neophytos entdeckt.[7]

Verkehr

Von Istanbul aus erreicht man İznik am schnellsten über die Fährverbindung nach Yalova und Orhangazi.

Persönlichkeiten

  • Hipparchos von Nicäa (* um 190 v. Chr. in Nikaia; † um 120 v. Chr.), Astronom. Er gilt als Begründer der wissenschaftlichen Astronomie.
  • Parthenios von Nicaea († nach 73 v. Chr.), Dichter
  • Cassius Dio (* 155 in Nikaia; † nach 229)
  • Sporos von Nikaia (* um 240 wahrscheinlich in Nikaia; † um 300), Mathematiker
  • Eustratios von Nikaia (11./12. Jahrhundert), Philosoph und Theologe
  • İsmail Yüksek (* 1999), türkischer Fußballspieler

Literatur

Allgemeine Literatur

Stadtmauer

  • Alfons Maria Schneider, Walter Karnapp: Die Stadtmauer von İznik (Nicaea) (= Istanbuler Forschungen 9). Berlin 1938.
  • Clive Foss, David Winfield: Byzantine fortifications. An introduction. Pretoria 1986, ISBN 0-86981-321-8, S. 79–120.
  • Ayse Dalyanci-Berns: Die Stadtbefestigung von Nikaia (Iznik) Bautechnische Beobachtungen zur Rekonstruktion des Bauablaufs. In: Werkspuren, Materialverarbeitung und handwerkliches Wissen im antiken Bauwesen. Schnell + Steiner, Regensburg 2017, S. 417–426 (Digitalisat).
  • Ayse Dalyanci-Berns: An exceptional city wall? Re-thinking the fortifications of Nicaea in an empire-wide context. In: City Walls in Late Antiquity. An Empire-wide Perspective. Oxbow, Oxford 2020, ISBN 978-1-78925-364-1, S. 77–85 (Digitalisat).

Römisches Theater

  • Aygün Ekin Meriç, Ali Kazım Öz: The Roman theater at Nicaea, An archaeological guide. Homer Kitabevi, Istanbul 2021, ISBN 978-9944-483-88-9.

Hagia Sophia

Koimesiskirche

  • Oskar Wulff: Die Koimesiskirche in Nicäa und ihre Mosaiken. Straßburg 1903 (Digitalisat).
  • Theodor Schmit: Die Koimesis-Kirche von Nikaia. Das Bauwerk und die Mosaiken. Berlin 1927 (Digitalisat).
  • Urs Peschlow: Neue Beobachtungen zur Architektur und Ausstattung der Koimesiskirche in İznik. In: Istanbuler Mitteilungen 22, 1972, S. 145–187.

Inschriften

Commons: İznik – Sammlung von Bildern
Wikivoyage: İznik – Reiseführer

Einzelnachweise

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