Nina Hard

deutsche Tänzerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Nina Hard, auch Nina Hardt und Nina Engelhardt (* 13. Dezember 1899 in Rio Grande do Sul, Brasilien als Anna Mathilde Engelhardt; † etwa 1971), war eine deutsche Künstlerin des Ausdruckstanzes des frühen 20. Jahrhunderts. Bekannt ist sie für ihre Zusammenarbeit mit dem Künstler Ernst Ludwig Kirchner.

Nina Hard, Ausschnitt aus einer Fotografie von Karl Schenker, 1921.
Nina Hard, Fotografie von Karl Schenker, 1922.

Leben und Werk

Nina Hard war die Tochter von Karl Heinrich Hans Engelhardt und Nanina Mathilde Engelhardt und wuchs zunächst in Brasilien auf. Ihr Vater, ehemaliger Gesandter Brasiliens in Berlin, war ein nach Brasilien ausgewanderter Kaufmann und ihre Mutter Brasilianerin.[1] Als Jugendliche oder junge Erwachsene zog sie mit ihrer Familie von Brasilien nach Deutschland. Auf der Seereise nach Deutschland kam sie in Kontakt mit dem Schiffsorchester und beschloss, Cellistin zu werden. Sie zog nach Berlin, um Musik zu studieren, entdeckte dort aber den expressiven Bühnentanz für sich und wurde schließlich eine bekannte Tänzerin. 1924 war sie Teil eines Bühnenprogramms in Düsseldorf, wo Lichtspiel Opus I und Teile aus Opus II von Walter Ruttmann aus 1922 im Wechsel mit den Tänzen von ihr gezeigt wurden.[2] Sie trat u. a. in Berlin, München und Zürich auf und wurde sowohl vom Publikum als auch von der Presse geschätzt. Der österreichische Fotograf Karl Schenker fertigte einige Porträts von ihr an.

Im Mai 1921 lernte Hard bei einem Auftritt in Zürich den Künstler Ernst Ludwig Kirchner kennen, der zu dieser Zeit in Davos Frauenkirch lebte. Kirchner, der sich schon seit längerem mit der Ausdrucksform des Tanzes beschäftigt hatte, war beeindruckt von der Unmittelbarkeit und Spontanität ihrer Tanzkunst und lud die Tänzerin für mehrere Monate zu sich nach Davos ein. Hard inspirierte Kirchner zu zahlreichen Zeichnungen, Holzschnitten, Radierungen, Lithografien, Ölgemälden, darunter die Tänzerin Nina Hard, Portrait- und Aktfotografien.[3] Für einen Soloauftritt von Hard in der Zürcher Heilstätte in Clavadel bei Davos arbeiteten sie gemeinsam an der Gestaltung der Bühne. Kirchner fertigte dazu ein Werbeplakat und das Bühnenbild mit Vorhang an.

Hard heiratete nach ihrer Zeit in Davos den deutschen Schauspieler Robert Forster-Larrinaga, von dem sie sich nach kurzer Zeit wieder scheiden ließ. Über ihren Mann lernte sie die österreichische Schriftstellerin und Malerin Paula Ludwig kennen, mit der sie eine lebenslange Freundschaft verband. 1928 heiratete Hard den baltischen Komponisten und Pianisten Magnus Henning. Mit beiden Ehemännern hatte Hard jeweils ein Kind: Alfons Forster-Larrinaga und Renée Henning.

In den 1930er Jahren lebte Hard mit ihrer Familie in Ehrwald in Tirol und unterhielt dort Kontakte zu Kunstschaffenden, darunter Paula Ludwig, die sich aufgrund der politischen Situation nach Ehrwald zurückgezogen hatte.[4] 1939 emigrierte Nina Hard mit ihren Kindern in ihr Geburtsland Brasilien und wohnte in der Nähe von Nova Friburgo im Bergdorf Mury. Ihr Ehemann Magnus Henning blieb in Deutschland zurück. 1940 nahm Hard die vor den Nationalsozialisten geflohene Paula Ludwig auf, die bis 1944 bei ihr blieb.[1] 1947 übersiedelte Hard von Brasilien nach Kalifornien. 1952 kam Hard schließlich zurück nach Deutschland. Sterbedatum und Sterbeort sind nicht genau bekannt.

Ihr Nachlass wird von der University of Southern California in Los Angeles aufbewahrt.

Kunstwerke mit Nina Hard von Ernst Ludwig Kirchner

Literatur

Commons: Nina Hard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI