Nitrylazid
chemische Verbindung
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Nitrylazid (Tetrastickstoffdioxid) ist ein instabiles Stickoxid, das sowohl als anorganisches kovalentes Azid als auch Nitrylverbindung gesehen werden kann. Der Stickstoffgehalt im Molekül beträgt 63,65 %.
| Strukturformel | |||||||
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| Allgemeines | |||||||
| Name | Nitrylazid | ||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | N4O2 | ||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||
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| Eigenschaften | |||||||
| Molare Masse | 88,03 g·mol−1 | ||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||
Darstellung und Gewinnung
Ein erster Hinweis auf die Bildung der Verbindung aus Nitroniumtetrafluoroborat und Lithiumazid in Acetonitril oder Tetrachlorkohlenstoff bei tiefen Temperaturen wurde schon 1973 gefunden.[2] Umsetzungen von Nitrylchlorid mit Aziden wie Trimethylsilylazid oder Titandicyclopentanyldiazid ergaben statt der Zielverbindung bevorzugt das Chlorazid ClN3.[3] Die Reaktion von Natriumazid mit Nitrylfluorid führte schon bei −115 °C zu einem explosionsartigen Zerfall der Reaktionsmischung.[3] Eine Darstellung von Nitrylazid gelang durch die Umsetzung von Nitroniumhexafluoroantimonat mit Natriumazid in flüssigem Kohlendioxid bei −50 °C unter Druck, wobei die Verbindung nur spektroskopisch nachgewiesen und nicht isoliert wurde.[3]
Eigenschaften
Nitrylazid ist so instabil, dass eine Reindarstellung nicht möglich ist. Das in Lösung gemessene Raman-Spektrum stimmt mit dem mittels Ab-initio-Berechnung ermittelten überein.[3] Die Verbindung zerfällt leicht zum Distickstoffmonoxid, wobei eine zyklische Zwischenstufe postuliert wird.[2] Eine quantenchemische Ab-initio-Berechnung ergab für den Zerfall eine stark exotherme molare Reaktionsenthalpie von −250 kJ·mol−1.[3]