Nivi Rosing
grönländische Politikerin (Inuit Ataqatigiit)
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Nivi Kizzie Ringsted Rosing (* 18. April 2003 in Nuuk) ist eine grönländische Politikerin der Inuit Ataqatigiit (IA).[1] Seit der Parlamentswahl vom März 2025 ist sie Abgeordnete im Inatsisartut; sie gilt als jüngstes Mitglied des Hauses und ist die erste Abgeordnete, die im 21. Jahrhundert geboren wurde.[2][3][4]
Leben
Rosing wuchs in Nuuk auf.[1] Von 2020 bis 2022 besuchte sie das Lester B. Pearson United World College of the Pacific und die Pacific School of Innovation and Inquiry in Victoria (Kanada).[1] Anschließend studierte sie in Ottawa im Programm Nunavut Sivuniksavut (Inuit Studies); 2024/25 studierte sie ein weiteres Jahr in Ottawa.[1] Sie nahm am Programm Arctic Resilient Communities Youth Fellowship teil und arbeitete zugleich als Lehrvertretung an der Atuarfik Samuel Kleinschmidt in Nuuk; 2024 war sie zudem Kreuzfahrtkoordinatorin.[1]
Seit 2023 ist sie Vorstandsmitglied des Arctic Youth Network, zeitweilig als Vorsitzende,[1] und wirkt als Youth Member des Technical Advisory Committee (technische Vorstandsberaterin) beim Indigenous Centre for Cumulative Effects (ICCE).[5] Erfahrungen in Dänemark und Kanada prägten nach eigenen Aussagen ihr Selbstverständnis als Inuk und stärkten ihr Interesse an Fragen von Gleichstellung und Selbstbestimmung.[6] Sie trägt klassische Inuit-Tätowierungen und berichtet von spirituellen Praktiken, die für sie Identität und Resilienz symbolisieren.[6] Während ihres Schulbesuchs in Kanada sorgte sie zudem für eine politische Debatte, da sie als Inuk in Kanada geringere Studiengebühren hätte bezahlen dürfen, aber da im Königreich Dänemark im Gegensatz zu Nordamerika die Ethnizität der Bevölkerung nicht registriert wird, hatte sie keine Möglichkeit, ihre Ethnizität gegenüber den kanadischen Behörden zu belegen.[7]
Wirken
Rosing kandidierte bei der Parlamentswahl am 11. März 2025 für IA und wurde als jüngstes Mitglied in das neugewählte Inatsisartut gewählt; im Anschluss pausierte sie ihr Studium in Ottawa.[8][4][1] Nach der Regierungsbildung vom 28. März 2025 trat IA einer Vierparteienkoalition unter Führung von Demokraatit bei.[9] Im Parlament gehört Rosing dem Udenrigs- og Sikkerhedspolitisk Udvalg (Ausschuss für Außen- und Sicherheitspolitik) an.[10] Inhaltlich setzt sie sich für die Einbindung traditionellen Wissens und lokaler Perspektiven – etwa bei der Festlegung von Fangquoten auf Landtiere – ein.[6] Zudem brachte sie §37-Anfragen zu Versorgungssicherheit in Außendistrikten, Verkehrsanbindung und digitaler Ungleichheit ein und betont das Ziel gleicher Zugänge zu Waren und Wissen.[10] Vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen um Grönland plädiert sie für respektvolle Diplomatie sowie die Wahrung von Freiheits- und Selbstbestimmungsrechten im Rigsfællesskab; ihr Leitsatz „Dänemark wählen heißt Freiheit wählen“ fand dabei besondere Aufmerksamkeit.[6]
Mit Blick auf Kanada wirbt Rosing für engere zwischenmenschliche Beziehungen, Bildungskooperationen und wirtschaftliche Kontakte und kündigte ihre Teilnahme an der Eröffnung eines kanadischen Konsulats in Nuuk an.[11] Die Eröffnung des Konsulats durch Außenministerin Anita Anand und Generalgouverneurin Mary Simon wurde für den 6.–7. Februar 2026 in Nuuk angekündigt.[12]