Nord/Weinviertel Autobahn

Autobahn A5 in Österreich (Nord Autobahn) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Nord/Weinviertel Autobahn A5 (früher lediglich Nord Autobahn) ist eine Autobahn in Niederösterreich und Teil der Europastraße 461. Sie beginnt am Knoten Eibesbrunn und führt durch das Weinviertel bis zur Staatsgrenze bei Drasenhofen, von wo man über das tschechische Straßennetz Brünn über die Dálnice 52 erreichen kann. Vom Knoten bzw. Autobahndreieck Eibesbrunn besteht über die Wiener Außenring Schnellstraße S1 eine Verbindung Richtung Wien und Korneuburg.

Schnelle Fakten
Autobahn A5 in Österreich
Nord/Weinviertel Autobahn
Nord/Weinviertel Autobahn
 Nord/Weinviertel Autobahn
Karte
Verlauf der A 5
Verlauf der A 5
 In Betrieb       In Planung
Basisdaten
Betreiber: ASFINAG
Weiterer Betreiber:
Straßenbeginn: Eibesbrunn
Straßenende: Drasenhofen
Gesamtlänge: ca. 57,5 km
  davon in Betrieb: 52,89 km
  davon in Planung: ca. 4,6 km

Bundesland:

Niederosterreich Niederösterreich

A5 bei Hochleithen
Straßenverlauf
Land Niederösterreich
ab hier 6-streifig (3x3)
(0)  Eibesbrunn S1 E461
(0,8)  Eibesbrunn (1) B7 (nur Abfahrt)
Seyringer Abzugsgraben (44 m)
Eibesbrunn (460 m)
Grünbrücke Eibesbrunn (30 m)
ab hier 4-streifig (2x2)
(2,7)  Wolkersdorf-Süd (3) B7
Grünbrücke Ulrichskirchen (23 m)
Laaer Ostbahn (Unterquerung)
Rußbach (24 m)
(5,4)  Symbol: Rechts Ulrichskirchen (6) L6
ab hier 5-streifig (3x2)
Grünbrücke Wolkersdorf (80 m)
(7,6)  Wolkersdorf-Nord (8) B7 3103
ab hier 4-streifig (2x2)
Grünbrücke Kronberg (30 m)
Grünbrücke Hochleithen (80 m)
(10,8)  Hochleithen (11) B7 L30
(10,8)  Raststation Hochleithen (über Exit 11)
(17,7)  Symbol: Rechts Gaweinstal-Mitte (18) L10 3096 3097
(20,1)  Symbol: Links Gaweinstal-Nord (20) B7 3031
Grünbrücke Höbersbrunn (29 m)
(22,9)  Schrick / Mistelbach-Süd (23) B7 B46 L16
(25,4)  Symbol: Links Kontrollstelle Schrick
(28,2)  Wilfersdorf / Mistelbach-Ost (28) B7 B40 3094
Zaya (132 m)
Lokalbahn Korneuburg–Hohenau (59 m)
Eibesbach (64 m)
Grünbrücke Hobersdorf (29 m)
(33,6)  Poysdorf-Süd (34) B7
Scherrunsengraben (111 m)
Grünbrücke Bullendorf (23 m)
(37,2)  Symbol: Links Rastplatz Poysdorf
(37,2)  Symbol: Rechts Rastplatz Wilfersdorf
Furtenbach (62 m)
Ginzersdorfer Bach (62 m)
Poybach (25 m)
(40,6)  Großkrut (41) L20
Gsolgraben (79 m)
Grünbrücke Herrnbaumgarten (28 m)
(47,5)  Poysdorf-Nord B7 L23 3050
(47,735)  Übergang in B7 E461
Mühlbach
Drasenhofen-Süd (51) B7
Drasenhofen-Süd (provisorischer Anschluss)
(50,59)  Übergang aus B7 E461
Symbol: Gegenverkehr Grünbrücke Fünfkirchen (15 m)
Symbol: Gegenverkehr Stützenhofner Bach (100 m)
(52,6)  Symbol: Gegenverkehr Symbol: Rechts Drasenhofen-West (53) 3055
Symbol: Gegenverkehr Grünbrücke Drasenhofen (68 m)
(55,745)  Übergang in B7 E461
Drasenhofen-Nord (provisorischer Anschluss)
Symbol: Links Drasenhofen-Nord (56) B7
Raststation Drasenhofen
Grenzübergang Drasenhofen (AT) – Mikulov (CZ)
Weiter auf D52 E461Brünn
Vorlage:AB/Wartung/Leer
  • Das Symbol Symbol: Rechts gibt Ziele an, die nur in Fahrtrichtung Drasenhofen vorzufinden sind.
Vorlage:AB/Wartung/Leer
  • Das Symbol Symbol: Links gibt Ziele an, die nur in Fahrtrichtung Eibesbrunn vorzufinden sind.
  • In Bau
  • In Planung
  • Section Control
  • Verkehrsbeeinflussungsanlage
  • Schließen

    Planung

    Pläne für eine Hochleistungsstraße zwischen Wien und Brünn bestanden bereits 1938 mit dem Münchner Abkommen und der späteren Annexion der Tschechoslowakei durch das Deutsche Reich. Die Reichsautobahn Wien–Breslau wurde 1938 geplant und bis 1942 teilweise gebaut, sie sah eine Verbindung dieser beiden Städte durch tschechisches Gebiet auf der Höhe von Brünn vor. Fertiggestellt wurde davon aber nur ein kleiner Teil westlich von Brünn, der auch als Ortsstraße in Betrieb ist. Die restlichen Bauten, die sich ausschließlich auf tschechischem Territorium befanden, blieben mangels Bedeutung dieser Autobahn im tschechoslowakischen Verkehrsplan verwaist und verfielen in der Zeit des Eisernen Vorhangs.

    Ein späterer Anlauf zu einer Verbindung der beiden Städte brachte 1996 auf tschechischer Seite die Schnellstraße R52 von Brünn bis Pohořelice, während man auf österreichischer Seite das Projekt Nordautobahn zwischenzeitlich wieder zurückstellte. Erst durch die EU-Erweiterung 2004 und das damit verbundene erhöhte Verkehrsaufkommen wurden Planungen für die A5 wieder in Angriff genommen. In Teilen des 2010 eröffneten südlichen Abschnitts erfolgte der Bau unter Mitverwendung der bestehenden Brünner Straße B7. Hier wurde für die B7 eine neue, schmälere Trasse parallel zur A5 gebaut. Auf tschechischer Seite soll durch die Verlängerung der heutigen vierspurigen D52 von Pohořelice nach Mikulov der Anschluss nach Brünn gewährleistet werden.

    Verkehrsaufkommen

    Die Nord/Weinviertel Autobahn ist die wichtigste Verkehrsachse von Wien in den Norden.

    Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise brachte einen Rückgang im Verkehrsaufkommen, speziell bei dem für Mauteinnahmen lukrativen Lkw-Verkehr. So wurden im Jahresmittel 2011 laut Asfinag-Dauerzählungen[1] auf Höhe Wolkersdorf circa 27.800 Kfz/24 h gemessen, vor Schrick circa 22.200 Kfz/24 h. Diese Zahlen liegen etwa 20 % unter den ursprünglichen Prognosen aus dem Jahr 2006.

    Die entsprechenden Daten für 2021 lauten: Wolkersdorf: circa 35.900 Kfz/24 h, Schrick circa 28.000 Kfz/24 h[2]

    Streckenabschnitte

    Eibesbrunn – Schrick

    Der Spatenstich für den südlichen Autobahnabschnitt von Großebersdorf-Eibesbrunn nach Gaweinstal-Schrick erfolgte am 26. Februar 2007. Dieser Abschnitt der Nord/Weinviertel Autobahn ist neben der S1-Ost und -West sowie der S2 „Umfahrung Süßenbrunn“ Teil des „Pakets 1“ der PPP Ostregion, dem ersten in öffentlich-privater Partnerschaft realisierten Autobahnteilstück Österreichs. Neben dem Bau werden die Unternehmen rund um den Hauptauftragnehmer, die Bonaventura Straßenerrichtungs-GmbH, auch die Vorfinanzierung und den Autobahnbetrieb für die nächsten drei Jahrzehnte übernehmen.

    Für 255 Millionen Euro wurden 23,5 km Autobahn inklusive eines Tunnels, vier Voll- und drei Halbanschlussstellen, fünf Durchlässen, sechs Grünbrücken und 21 Straßenbrücken errichtet sowie fünf Brückenumbauten durchgeführt.

    Der Streckenabschnitt vom Knoten Eibesbrunn bis zur Anschlussstelle Wolkersdorf-Süd ist sechsspurig, die restliche Strecke vierspurig ausgeführt. Im Steigungsbereich zwischen den Anschlussstellen Ulrichskirchen und Wolkersdorf-Nord gibt es in Fahrtrichtung Brünn einen dritten Fahrstreifen.

    Nach 37 Monaten Bauzeit wurde der südliche Abschnitt der A5 am 31. Jänner 2010 für den Verkehr freigegeben. Bis zur Fertigstellung des Streckenabschnittes bis Poysbrunn mündete die A5 bei Schrick in die Bestandstrecke der B7 ein. Bei der Anschlussstelle Hochleithen wurde eine Raststation mit einem Schnellrestaurant und einer Tankstelle errichtet, die im Herbst 2010 in Betrieb ging. Mit der Eröffnung traten auf niederrangigen Straßen entlang der A5 flächendeckend Durchfahrtsverbote für Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen in Kraft, um den Transitverkehr durch die Orte zu unterbinden und Mautflüchtlingen vorzubeugen.

    Schrick – Poysdorf-Nord

    Für den Streckenabschnitt von Gaweinstal-Schrick nach Poysdorf-Poysbrunn wurde die ursprüngliche Umweltverträglichkeitsprüfung im November 2009 mit dem UVP-Bescheid abgeschlossen, ein Änderungsverfahren lief von 2011 bis 2013. Im Juni 2010 konnte sich die Asfinag mit den Grundeigentümern auf einen Verkaufspreis einigen. Finanziert wird dieser jedoch nicht über ein PPP-Modell, sondern aus Mitteln eines Konjunkturpaketes der Bundesregierung.[3]

    Die Kosten für die beiden Abschnitte von Schrick bis zur Staatsgrenze mit einer Gesamtlänge von 33,5 km wurden im September 2013 auf 324 Millionen Euro geschätzt.[4]

    Der Abschnitt Schrick – Poysbrunn wurde im Dezember 2011 von der niederösterreichischen Landesregierung genehmigt.[5]

    Die Bauarbeiten sollten ursprünglich im Winter 2013/14 beginnen und 2016 abgeschlossen sein.[4] Erste Rodungen wurden allerdings erst Anfang 2014 durchgeführt, im Mai 2014 wurden wesentliche Einbautenverlegungen der EVN (Strom- und Gasleitungen) durchgeführt, im Oktober 2014 wurde die Baugenehmigung rechtskräftig, nachdem die letzte anhängige Beschwerde durch den Verwaltungsgerichtshof verworfen wurde.[6] Die Bauarbeiten begannen tatsächlich mit einjähriger Verzögerung im April 2015[7] und wurden mit Dezember 2017 abgeschlossen. Die Verkehrsfreigabe erfolgte am 8. Dezember 2017.[8]

    Eine neue Konstruktion im Brückenbau, die mit der TU Wien gemeinsam entwickelt wurde, fand bei der 112 Meter langen Satzengrabenbrücke Anwendung. Statt Dehnfugen zwischen den Betonteilen wurden 20 bis 30 Betonelemente mit Seilen aus einem speziellen Glasfaserwerkstoff verbunden, sodass nur mehr millimetergroße Fugen entstehen, die vom darüberliegenden Asphalt abgedeckt werden. Damit sollen die Instandhaltungskosten wesentlich reduziert werden.[9]

    Am 27. Juli 2018 wurde nördlich von Schrick in Fahrtrichtung Wien ein Verkehrskontrollplatz eröffnet, der erstmals in Österreich mit einer Waage ausgerüstet ist, welche LKW mit bis zu 25 km/h passieren können, wodurch die Überprüfungszeiten verkürzt werden können.[10][11]

    Poysdorf-Nord – Staatsgrenze

    Für den nördlichen Abschnitt von Poysdorf-Nord bis zur Staatsgrenze bei Drasenhofen ist die Umweltverträglichkeitsprüfung 2013 eingeleitet worden. Der Abschnitt wurde aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens und des nicht vollständig geklärten Anbindungspunktes an die tschechische D52 zunächst nur als zweistreifige Umfahrungsstraße zur Entlastung der Gemeinde Drasenhofen errichtet, deren Eröffnung ursprünglich spätestens ein Jahr nach der Verkehrsfreigabe der Nord/Weinviertel Autobahn bis Poysbrunn erfolgen sollte. Der vierstreifige Autobahn-Vollausbau bis zur tschechischen Grenze ist vom Fortschritt des angrenzenden tschechischen Autobahnprojektes D52 abhängig und derzeit unklar.

    Die Bauarbeiten sollten ursprünglich 2016/2017 beginnen, die Verkehrsfreigabe war für 2018 geplant. Durch mehrere Einsprüche beim Bundesverwaltungsgericht verzögerte sich der Bau des Abschnittes Poysbrunn - Drasenhofen. Am 3. April 2018 begann der Bau der Umfahrung Drasenhofen,[12] diese wurde am 8. September 2019 für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Die Umfahrung Drasenhofen ist Teil der A5 und ist somit vignetten- und mautpflichtig.[13][14]

    Autobahnpolizei

    Die Nord/Weinviertel Autobahn wird von der Autobahnpolizeiinspektion (API) Großkrut überwacht. Diese wurde durch Umwandlung der ehemaligen Grenzpolizei Großkrut geschaffen, die nach dem Beitritt Tschechiens zum Schengen-Raum obsolet geworden war. Bis zur Freigabe des nördlichen Abschnittes der A5 fällt auch die Brünner Straße B7 zwischen Schrick und Drasenhofen in den Verantwortungsbereich der API Großkrut. Weiters ist die API für die Wiener Außenring-Schnellstraße S1 zwischen Korneuburg und Wien zuständig. Um eine rasche Zufahrt im südlichen Abschnitt des Zuständigkeitsbereiches zu gewährleisten, sind Beamte und Fahrzeuge der API Großkrut auch in der Polizeiinspektion Deutsch-Wagram stationiert. Die API Großkrut hat gesamt 38 Planstellen. In einem eigenen Sachbereich sind dienstbare Beamte der API als AGM-Kräfte auch für Ausgleichsmaßnahmen und Kriminalitätsbekämpfung zuständig.[15]

    Archäologische Fundstellen

    Im Raum von Walterskirchen, einer der Katastralgemeinden von Poysdorf, wurden bei Ausgrabungen je eine Siedlung aus dem 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. freigelegt.[16] Die Ergebnisse der Ausgrabungen wurden im Weinstadt-Museum in Poysdorf ausgestellt. Zwischen Juni 2003 und Dezember 2005 fanden im Bereich von Gaweinstal umfangreiche Grabungen statt, wobei eine Fläche von insgesamt 50.000 m² bearbeitet wurde. Dabei wurden Siedlungen aus einem Zeitraum von über 1400 Jahren freigelegt. Diese stammen aus der Jungsteinzeit, Badener Kultur und der Frühbronzezeit. Hügelgräber aus der Mittleren Bronzezeit wurden ebenfalls erschlossen. Eine erste größere Siedlungstätigkeit konnte in der jüngeren Eisenzeit beobachtet werden, wobei allerdings nur wenige Befunde ungestört erhalten waren, die über die gesamte untersuchte Fläche verstreut lagen. Ein Großteil der Funde konnte einer germanischen Siedlung – vermutlich Markomannen und Quaden – zugeordnet werden, die vor allem durch eingetiefte Hütten, Pfostengruben von mehrschiffigen Wohnhäusern und tiefen Speichergruben charakterisiert sind.[17]

    Galerie

    Commons: Nord Autobahn A5 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    Related Articles

    Wikiwand AI