Nuno Maulide
portugiesischer Chemiker
From Wikipedia, the free encyclopedia
Nuno Maulide (* 17. Dezember 1979 in Lissabon[1]) ist ein portugiesischer Chemiker. Seit 2013 ist er Professor für Organische Synthese an der Universität Wien. Vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten wurde er als österreichischer Wissenschafter des Jahres 2018 ausgezeichnet.[2][3]
Leben
Nuno Maulide begann 1998 ein Chemiestudium am Instituto Superior Técnico in Portugal. Später studierte er an der belgischen Université catholique de Louvain[4] und der École polytechnique in Paris. Parallel absolvierte er ein Klavierstudium.[2] 2003 beendete er sein Studium als Master of Science, danach absolvierte er ein Doktoratsstudium an der Katholieke Universiteit Leuven, wo er 2007 promovierte. 2007/08 folgte ein Aufenthalt an der Stanford University als Postdoktorand bei Barry M. Trost. Ab 2009 forschte er mit seiner eigenen Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr.
Im Juli 2013 habilitierte er sich auf dem Gebiet der Organischen Chemie an der Ruhr-Universität Bochum, anschließend wurde er als Nachfolger von Johann Mulzer als ordentlicher Professor an die Universität Wien berufen. 2018 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ernannt, seit Herbst 2018 forscht er auch am Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der ÖAW als Adjunct Principal Investigator.[5] Im Jänner 2020 wurde er Leiter des neu eröffneten Christian Doppler Labors für Entropieorientiertes Drug Design an der Universität Wien.[6] 2021 wurde er zum wirklichen Mitglied der ÖAW gewählt.[7]
Maulide forscht auf dem Gebiet der Stereoselektiven Synthese organischer Verbindungen und beschäftigt sich mit der Totalsynthese biologisch aktiver Moleküle.[8] Er entwickelte unter anderem eine neue Synthesemethode für 1,4-Dicarbonyle, die in der Entwicklung der Krebstherapie eine Bedeutung haben.[9]
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2012: Starting Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC)[8]
- 2013: Heinz-Maier-Leibnitz-Preis[8]
- 2016: Consolidator Grant des ERC[2]
- 2019: Wissenschafter des Jahres 2018 des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten[2][3]
- 2019: Lieben-Preis 2018[10][11]
- 2020: Novartis Chemistry Lectureship 2020/21[12]
- 2021: Wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften[7]
- 2021: Guthikonda Lectureship der Stanford University[13]
- 2023: ERC Proof of Concept (PoC) Grant[14][15]
- 2024: ERC Advanced Grant[16][17]
- 2024: Korrespondierendes Mitglied im Ausland der Akademie der Wissenschaften von Lissabon[18]
Publikationen (Auswahl)
- mit Dainis Kaldre und Immo Klose: Stereodivergent synthesis of 1,4-dicarbonyls by traceless charge–accelerated sulfonium rearrangement. In: Science. Vol. 361, Nr. 6403, 17. Aug 2018, S. 664–667.
- mit Tanja Traxler: Die Chemie stimmt! Eine Reise durch die Welt der Moleküle. Residenz Verlag, Salzburg/Wien 2020, ISBN 978-3-7017-3505-1.
Weblinks
- Literatur von und über Nuno Maulide im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- The Maulide Group Universität Wien
- Informationen zu und akademischer Stammbaum von Nuno Maulide bei academictree.org