Nurdachhaus
Haus mit weit heruntergezogenem Dach
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Ein Nurdachhaus ist eine Form für Häuser, bei denen die Dachflächen weit hinunter reichen und die Dachtraufe knapp über dem Erdboden liegt.
Geschichte und Beschreibung
Der Haustyp ist, ist in kleineren Abmessungen und vor allem in Kombination mit dem eingetieften Grubenhaus bereits seit der Jungsteinzeit bekannt.[1]
Bei modernen Nurdachhäusern ruht das Dach konstruktiv meist auf einem niedrigen Kniestock. Es entsteht jedoch insbesondere von außen der Eindruck, dass neben den Giebelseiten keine senkrechten Außenwände bestehen. Durch bautechnische Fortschritte im Stahl- und Holzbau (insbesondere den Einsatz von Brettschichtholzträgern) konnten Nurdachhäuser auch in großem Maßstab errichtet werden, wobei bei Kirchen sogenannte Zeltkirchen entstehen können.
Beispiele
- Das Clyde Auditorium in Glasgow, Schottland
- Die heutige Tesla-Niederlassung in Dortmund am Flughafen[2], ehedem erbaut als Porsche-Zentrum
- Das Frammuseum in Oslo (Norwegen)
- Das Hutchinson Auditorium in Tampa, Florida[3]
- Wohnhaussiedlung in Sophiental (Wendeburg)[4]
- Worpsweder Käseglocke
- St.-Ansgar-Kirche in Schneverdingen
- Nachbau eines jungsteinzeitlichen Langhauses (Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen)
- Nurdach-Ferienhütten in Hachen (2026)
- Yaddlethorpe Methodist Church in England
- Haus Daheim, Möhnesee-Südufer (fertiggestellt 1927)
- Bürohaus Berliner Bogen, Hamburg (fertiggestellt 2001)
- Walgebäude am Hafen Friedrichskoog (fertiggestellt 2008)
Daneben gibt es Bauten, die streng genommen nur annähernd ein Nurdachhaus sind, aber der Ästhetik eines Nurdachhauses folgen, Beispiele:
Finnhütte

Als Finnhütte, Finnhaus, A-Haus oder auch Nurdach-Ferienhaus bezeichnet man ein Holzhaus mit spitzem Satteldach, das bis zum Boden reicht und damit zwei Wände erspart.
Finnhütten eignen sich für Wohnzwecke (auch zweigeschossig), aber auch als teilweise offene Zweckbauten (Wanderrasthütte, Bushaltestelle, Schuppen). Die Bezeichnung Finnhütte geht darauf zurück, dass diese Häuser zuerst vornehmlich in Fennoskandinavien verbreitet waren, sie sind aber in Skandinavien selbst nicht mehr sehr gebräuchlich.
In Deutschland ist die Bauart vor allem im Osten häufiger anzutreffen, wo dieser Haustyp als Garten- und Ferienhaus beliebt war. Sie sind daher an der Ostseeküste und im Seenland von Mecklenburg-Vorpommern, im Harz, im Thüringer Wald und im Erzgebirge, aber auch im ostdeutschen Flachland sowie in ostmitteleuropäischen Gebirgen (Tschechien, Slowakei, Rumänien) zu finden.
Im Altbundesgebiet ist der Haustyp seltener. Jedoch entstand bereits in den 1960er Jahren im Nordseeheilbad Friedrichskoog-Spitze, Dithmarschen eine Ferienhaussiedlung mit Nurdachhäusern. Auch auf der Schwäbischen Alb (Bartholomä) sind sie zu finden. Die im Jahr 1972 im Ostseebad Damp von DDR-Handwerkern gezimmerten Finnhütten werden dort Zeltdachhäuser genannt, haben aber ebenfalls ein zweiflächiges Satteldach (Zeltdach bezeichnet im Bauwesen einen vierflächigen Dachtyp).
