Oberbrand
Ortsteil von Neuhaus an der Pegnitz
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Oberbrand (oberfränkisch: Uwa-Brond[1]) ist eine Wüstung. Es ist aber trotzdem ein Gemeindeteil des Marktes Neuhaus an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern).[2] Hammerschrott liegt in der Gemarkung Höfen.[3]
Oberbrand Markt Neuhaus an der Pegnitz | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 40′ N, 11° 34′ O |
| Höhe: | 374 m ü. NHN |
Gedenkstein | |
Lage
Der ehemalige Weiler lag am westlichen Rand des Pegnitztals westlich der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb. Im Norden von Oberbrand liegt der Hasensee. Ein Wirtschaftsweg führt nach Fischstein (0,9 km nördlich) bzw. zu einer Gemeindeverbindungsstraße (1 km südwestlich), die südöstlich nach Mosenberg bzw. westlich nach Bernheck verläuft. Unterbrand war früher durch eine Straßenbrücke über die Bahngleise erreichbar,[4] in den 2000er Jahren wurde diese durch eine Fußgängerbrücke ersetzt.
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1563 als „Brant“ erstmals schriftlich erwähnt. Der Ortsname Brand verweist auf die Urbarmachung durch Brandrodung.[5] In der Nähe befand sich die 1243 erstmals erwähnte Veste Rauhenstein, von der heute nur noch ein Turmhügel erhalten ist.[6][7]
Ober- und Unterbrand lagen im Fraischbezirk von Brandenburg-Bayreuth, was von Pfalz-Bayern strittig gemacht wurde. Niedergericht und Grundherrschaft standen dem bambergischen Amt Neuhaus zu. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ober- und Unterbrand aus zwei Ganzhöfen. Diese gehörten zur Realgemeinde Fischstein.[8] Von 1791/92 bis 1810 unterstand Brand dem preußischen Justiz- und Kammeramt Pegnitz.[9] Mit dem Gemeindeedikt wurde Oberbrand dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Höfen[10] und der wenig später gebildeten Ruralgemeinde Höfen zugewiesen.
Im Jahr 1960 wurde die Gegend, in der die Orte Fischstein, Oberbrand, Unterbrand und Rauhenstein lagen, in ein Trinkwasserschutzgebiet umgewandelt, da hier neue Quellen zur Trinkwasserversorgung für die Stadt Nürnberg erschlossen wurden. In der Folge mussten die Orte aufgelöst werden. Zwischen 1960 und 1975 wurden alle Anwesen abgebrochen und die Bewohner umgesiedelt. Bei Oberbrand wurde ein Findling als Denkmal mit der Inschrift „Erinnerung an Ober- und Unterbrand 1450–1975“ aufgestellt. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Oberbrand am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Neuhaus an der Pegnitz eingegliedert.[11]
Einwohnerentwicklung
Religion
Oberbrand war römisch-katholisch geprägt und nach St. Peter und Paul (Neuhaus an der Pegnitz) gepfarrt. Die Protestanten waren nach St. Maria (Velden) gepfarrt.[5][19]
Bildergalerie
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Brand. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 432 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Ober- und Unterbrand. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 158 (Digitalisat).
- Andreas Dimler: Marktgemeinde Neuhaus – Gestern und Heute. Animus Kunstverlag, 1998, ISBN 3-9806507-1-5
- Josef Pfanner: Landkreis Pegnitz (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken. Band 2). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1965, DNB 457000961, S. 7.
- Alfred Schädler: Landkreis Pegnitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 2). R. Oldenbourg, München 1961, DNB 457322586, S. 386.
Weblinks
- Oberbrand in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 21. November 2022.
- Oberbrand in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 29. September 2025.
- Oberbrand im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 29. September 2025.
