Oberheimbach

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Oberheimbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Bingen am Rhein hat.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Oberheimbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Oberheimbach hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 1′ N,  47′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Rhein-Nahe
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 8,73 km²
Einwohner: 503 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55413
Vorwahl: 06743
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 045
Adresse der Verbandsverwaltung: Koblenzer Straße 18
55411 Bingen am Rhein
Website: www.oberheimbach.de
Ortsbürgermeister: vakant (geschäftsführend: Norbert Hölz, 1. Beigeordneter)
Lage der Ortsgemeinde Oberheimbach im Landkreis Mainz-Bingen
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Seit 2003 ist Oberheimbach Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Mittelrhein.

Geographie

Oberheimbach liegt zwischen Koblenz und Bad Kreuznach im Tal des Heimbaches, etwa zwei Kilometer entfernt von Niederheimbach. Zu Oberheimbach gehört auch der Wohnplatz Kreuzmühle.[2]

Angrenzende Nachbarorte von Oberheimbach sind Oberdiebach im Norden, Niederheimbach im Nordosten, Weiler bei Bingen im Südosten und das bereits zum Rhein-Hunsrück-Kreis gehörende Dichtelbach im Westen.

Geschichte

Die älteste erhaltene Erwähnung von Heimbach findet sich in einer Urkunde vom 14. Juni 983, in der Kaiser Otto II. dem Mainzer Erzbischof Willigis seine Rechte im Bann Bingen bestätigte.[3] Die erste eigenständige Erwähnung von Oberheimbach erfolgte 1050.[4] Bedeutender Grundbesitz des Bistums Toul gelangte 1060 an das Kloster Cornelimünster,[5] welches auch über Zehntrechte in Oberheimbach verfügte (belegt 1269) und Vögte einsetzte. Die Vogtei wurde 1270 an das Mainzer Kollegialsstift Mariengreden sowie das Mainzer Domstift verkauft.[4] Für die nächsten Jahrhunderte war Mainz damit der wichtigste Grundbesitzer, und Kurmainz übte die Landesherrschaft aus. Daneben gab es aber auch weitere Grundbesitzer, u. a. war das Kloster Otterberg im Ort begütert.[6]

Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs. Oberheimbach wurde der Mairie Niederheimbach des Kantons Bacharach im Arrondissement Simmern des Rhein-Mosel-Departements zugeordnet.[4] Nach der Niederlage Napoleons kam der Ort aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen und gehörte nun zum Kreis Sankt Goar des Regierungsbezirks Koblenz, der 1822 Teil der neu gebildeten preußischen Rheinprovinz wurde.

Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Oberheimbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Oberheimbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDCDUGesamt
20247512 Sitze[7]
20198412 Sitze[8]
20147512 Sitze
20098412 Sitze
20047512 Sitze
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Bürgermeister

Das Amt ist derzeit vakant. Letzter Ortsbürgermeister war Karl-Heinz Leinberger (SPD). Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 91,69 % in seinem Amt bestätigt.[9] Für die Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde kein Wahlvorschlag eingereicht. Die Neuwahl eines Bürgermeisters erfolgt daher gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung durch den Rat der Gemeinde.[10] Bei der konstituierenden Sitzung am 24. Juli 2024 gab es jedoch keine Kandidaten. Der bisherige Ortsbürgermeister Karl-Heinz Leinberger erklärte daraufhin, sein Amt nach Einarbeitung der Beigeordneten niederzulegen, was inzwischen erfolgt ist. Die Amtsgeschäfte werden zunächst vom Ersten Beigeordneten Norbert Hölz (SPD) und dem weiteren Beigeordneten Franz-Josef Wirsch (CDU) fortgeführt.[11][12][veraltet]

Wappen

Wappen von Oberheimbach
Wappen von Oberheimbach
Blasonierung: „In Gold ein roter Pfahl, belegt mit drei übereinander stehenden Mitren, rechts ein halber rotbewehrter und -bezungter schwarzer Adler am Pfahl, links eine grüne Traube mit grünem Traubenblatt.“[13]
Wappenbegründung: Die drei Mitren verweisen auf die drei nachfolgenden Haupteigentümer den früheren kirchlichen Grundbesitzes in Oberheimbach; der Adler verweist auf die frühere Zugehörigkeit zu Preußen (1816–1945) und die Traube an die Bedeutung des Weinbaus für die Gemeinde.

Gemeindepartnerschaft

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau

Weitere Informationen Größte Weinbaugemeinden im Anbaugebiet, Rang unter allen rheinland-pfälzischen Weinbaugemeinden nach Rebfläche ...
Größte Weinbaugemeinden im Anbaugebiet Rang unter allen rheinland-pfälzischen Weinbaugemeinden nach Rebfläche Bestockte
Rebfläche
Rebsorten
Weißwein Rotwein
ha %
Mittelrhein   445 85,3 14,7
000Boppard 265 065 86,9 13,1
000Oberheimbach 279 059 89,7 10,3
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Oberheimbach ist geprägt vom Weinbau und mit 59 Hektar bestockter Rebfläche nach Boppard (65 Hektar) größte Weinbaugemeinde des Mittelrheins.

Verkehr

Persönlichkeiten

Siehe auch

Literatur

  • Literatur über Oberheimbach in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Commons: Oberheimbach – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Oberheimbach – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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