Oberthingau
Gemeindeteil und Gemarkung von Unterthingau, einem Markt im schwäbischen Landkreis Ostallgäu (Bayern)
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Oberthingau ist ein Gemeindeteil von Unterthingau, einem Markt im schwäbischen Landkreis Ostallgäu (Bayern) und eine Gemarkung.
Geographie
Das Kirchdorf Oberthingau liegt ca. 2,5 km südöstlich von Unterthingau. Der Siedlungsform nach ist es ein Haufendorf.
Die Gemarkung Oberthingau (097881) umfasst 17,488 km² und hat 795 Einwohner.[1]
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Schenkung von Otto dem Großen als „Tiuoningouvue“, der den Ort an das Kloster Kempten schenkte, welches in der Folgezeit die Rodung auf diesem Gebiet vorantrieb. Bischof Ulrich von Augsburg schenkte 950 einen Hof in Thingau an das Kemptener Kloster und soll im Jahr 963 hier einen Kirchenbau geweiht haben. Als erster Pfarrer ist um 1100 ein Odalrich de Tonego überliefert. Der Ortsname Thingau wird auf den Personennamen Tuono zurückgeführt, eine Differenzierung in Unter- und Oberthingau ist ab 1357 nachweisbar.[2]
Die Herren von Nordholz verkauften 1390 die Herrschaft an den Bürger Konrad Leutgeb von Kaufbeuren. Ende des 15. Jahrhunderts entstand die Vogtei Unterthingau; schon 1487 ist ein Vogt zu Thingau urkundlich erwähnt. Zu dieser Vogtei gehörte seit der Erwerbung der Herrschaft Kipfenberg durch das Fürststift Kempten im Jahre 1539 auch Oberthingau.[3]
1642 vollzog das Fürststift Kempten die Neueinteilung seines Stiftlandes in Pflegeämter. Seit diesem Jahr gehörten zum Pflegeamt Thingau die Orte Oberthingau, Kraftisried, Görisried, Reinhardsried und Unterthingau. Jeder dieser Orte erhielt seinen eigenen "Ammann" oder "Hauptmann" als Ortsvorsteher. Durch die Säkularisation in Bayern kam Oberthingau 1803 zu Bayern.
Seit der Gründung durch das bayerische Gemeindeedikt von 1818 bis zum Jahre 1978 war Oberthingau eine selbständige Gemeinde. Im Rahmen der Gebietsreform wurde 1972 der Landkreis Marktoberdorf aufgelöst, Oberthingau gehört seitdem zum neu entstandenen Landkreis Ostallgäu. Am 1. Januar 1978 erfolgte im Zuge der Gebietsreform die Eingemeindung der Gemeinden Oberthingau und Reinhardsried in den Markt Unterthingau.[4]
Baudenkmäler
→ Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Unterthingau
- Wallfahrtskirche St. Stephan: die im Kern gotische Anlage mit eingezogenem Dreiseitchor und mächtigem Satteldachturm im nördlichen Chorwinkel, bezeichnet 1496, 1681/83 umgebaut und erhöht. Südlich davon Gnadenkapelle.[5]
- vier Bauernhäuser
- Schmiedeeiserner Wirtshausausleger aus dem 18. Jahrhundert
- Hausfigur an Haus Hauptstraße 36