Essigsäureoctylester

organische Verbindung, Lösungsmittel, Aromastoff From Wikipedia, the free encyclopedia

Essigsäureoctylester ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Carbonsäureester. Der Ester kommt in vielen Pflanzen natürlich vor und wird insbesondere als Aromastoff eingesetzt. Isomere Ester der Essigsäure sind das 3-Octylacetat und das 2-Ethylhexylacetat.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Essigsäureoctylester
Allgemeines
Name Essigsäureoctylester
Andere Namen
  • Octylacetat
  • 1-Octylacetat
  • Ethansäureoctylester
  • OCTYL ACETATE (INCI)[1]
Summenformel C10H20O2
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit schwach fruchtigem Geruch[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 112-14-1
EG-Nummer 203-939-6
ECHA-InfoCard 100.003.581
PubChem 8164
Wikidata Q2173897
Eigenschaften
Molare Masse 172,27 mol−1
Aggregatzustand

flüssig[2]

Dichte

0,87 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

−38 °C[2]

Siedepunkt

211 °C[2]

Dampfdruck
Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser
    (47 mg·l−1 bei 25 °C)[2]
  • mischbar mit Ether und Ethanol[3]
Brechungsindex

1,418 (20 °C)[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Vorkommen

Octylacetat kommt im ätherischen Öl verschiedener Arten der Familie Doldenblütler vor. In der Pastinake kommt es insbesondere im Öl von wilden Varianten vor, während kultivierte Varianten mehr Octylbutyrat enthalten.[5] Bei Zosima absinthifolia kommt es in Ölen aus allen Pflanzenteilen vor, der Gehalt ist im Öl aus Früchten aber mit etwa 80 % am höchsten.[6]

Im Öl des Golpar kommt es zu etwa 11–20 % vor.[7] Es ist außerdem in vielen weiteren Arten der Gattung Heracleum enthalten, darunter auch der Riesen-Bärenklau.[8][9][10][11][12] Auch kommt es im Blattöl von Backhousia bancroftii (Gattung Backhousia) vor.[13]

Octylacetat kommt auch in verschiedenen Früchten vor, unter anderem im Schalenöl von Daidai[14][15], Orangen[16], Grapefruit[17], Mandarine,[18] Bitterorange und Zitrone;[19] in Pflaumen[20], Melonen,[21][22] Guaven,[23][24] den Früchten der Gemeinen Alraune,[25] sowie in verschiedenen Arten von Erdbeeren (Garten-Erdbeere, Wald-Erdbeere und Moschus-Erdbeere).[26][27][28]

Es ist Bestandteil des Alarmpheromons von Bienen, mit dem andere Bienen angelockt werden.[29][30]

Essigsäureoctylester kommt in hoher Konzentration (30–68 %) im Öl von Weihrauch.[31][32][33] Auch in Wein ist Octylacetat enthalten und ist dort mitverantwortlich für das Aroma.[34]

Gewinnung und Darstellung

Essigsäureoctylester wird durch säurekatalysierte Veresterung von 1-Octanol mit Essigsäure gewonnen.

Es kann auch durch Umsetzung von 1-Chloroctan mit Natriumacetat unter Phasentransferkatalyse gewonnen werden.[35] Aus Biomasse kann es über das Zwischenprodukt Furfurylaceton (4-(Furan-2-yl)but-3-en-2-on) gewonnen werden, indem dieses mit einer katalytischen Menge Scandiumtriflat und einem Palladium-Kohle-Festphasenkatalysator in Essigsäure umgesetzt wird.[36] Auch eine enzymatische Reaktion durch Umesterung von Vinylacetat mit Octanol ist möglich.[37]

Eigenschaften

Essigsäureoctylester ist eine wenig flüchtige, farblose Flüssigkeit mit schwach fruchtigem Geruch nach Orangen[38], die praktisch unlöslich in Wasser ist.[2] Es hat eine Geruchsschwelle von 12 µg/kg in Wasser.[39] Die Geruchsschwelle in der Luft ist 20 ppb.[40] Der Ester bildet schwer entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt bei 83 °C.[2][41] Die Zündtemperatur beträgt 220 °C.[2][41] Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T3.

Toxikologie

In einer Toxizitätsstudie an Ratten führte die längere Gabe von höheren Dosen zu einigen detektierbaren Effekten wie durchschnittlich niedrigerem Körpergewicht und Vergrößerungen von Leber und Nieren. Insgesamt war beobachtete Toxizität aber gering.[42] In einer anderen Studie wurde die Teratogenität der Verbindung bei Ratten untersucht. Nur bei Dosen, die für die Mütter toxisch waren, wurde eine erhöhte Zahl an Fehlbildungen der Föten beobachtet. Eine davon unabhängige Teratogenität wurde nicht beobachtet.[43]

Verwendung

Essigsäureoctylester wird als hochsiedendes Lösungsmittel[44] und künstliches Aroma[45] verwendet. In der EU ist es unter der FL-Nummer 09.007 als Aromastoff für Lebensmittel allgemein zugelassen.[46]

Einzelnachweise

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