Odilo Rottmanner
deutscher Bibliothekar und Stiftsprediger
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Odilo Rottmanner OSB, Taufname: Otto Rottmanner (* 21. November 1841 in Landsberg am Lech; † 11. September 1907 in München) war ein deutscher Benediktiner, Bibliothekar, Theologe und Stiftsprediger.

Leben
Rottmanner war ein Enkel des Philosophen Karl Rottmanner und Urenkel des bayerischen Agrarreformers Simon Rottmanner. Die Priesterweihe erhielt er am 31. Juli 1864, danach trat er in die Benediktinerabtei St. Bonifaz ein. Von der Universität Tübingen wurde er 1892 promoviert.[1] Er war Stiftsprediger von St. Bonifaz in München und galt als kluger Beichtvater und Seelenführer sowohl bei einfachen Katholiken als auch in der Familie Wittelsbach.
Der enzyklopädisch gebildete Bibliothekar von St. Bonifaz stand im internationalen Austausch mit vielen bedeutenden Gelehrten. Wissenschaftlich war er vor allem als hervorragender Kenner des Werkes von Augustinus von Hippo geachtet. Er galt als liberaler Theologe; der Modernist und Kantianer Karl Gebert nannte ihn das "Idealbild eines katholischen Gelehrten."[2]
Werke
- Der Augustinismus. Eine dogmengeschichtliche Studie. München 1892.
- Predigt zum 50. Jahrestag der Einweihung der Basilika. München 1900.
- Predigten und Ansprachen. 2 Bände. München 1893 und 1902.
- Orate. Gebet- und Andachtsbuch. München / Wien 1903.
- Geistesfrüchte aus der Klosterzelle. hg. von R. Jud. München 1908.
Literatur
- Klaus Unterburger: Rottmanner, Odilo. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 22. Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 146–147 (deutsche-biographie.de).
- Otto Weiß: Rottmanner, Odilo (Otto). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 8, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0, Sp. 829–833.
- Otto Weiß: Der Modernismus in Deutschland. Ein Beitrag zur Theologiegeschichte. Regensburg 1995, ISBN 3-7917-1478-3, S. 151–169.