Olé Guapa
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Olé Guapa (spanisch: „Hallo, meine Hübsche“) lautet der Titel eines schwungvollen europäischen Tangos des niederländischen Akkordeonisten und Komponisten Arie Maasland, besser bekannt unter seinem lateinamerikanisch klingenden Künstlernamen Malando.[1]

Entstehung und Titel
Das Musikstück wurde 1936 als „op. 4“, zunächst unter dem Titel „Cosmopoliet“,[2] instrumental komponiert.
Um ihm lateinamerikanischen Charme zu verleihen, benannte Malando es um in „Olé Guapa“, einen sogenannten Piropo,[3] also einen lateinamerikanischen Anmacheruf. Sinngemäße Übersetzungen wären auch: „Wie wär’s, meine Süße?“ oder als burschikose Tanzaufforderung interpretiert: „Dann mal los, meine Süße!“, „Auf geht’s, schöne Frau!“
Anekdote
Malandos Enkel Danny Malando erzählte in den 2000er Jahren eine Anekdote über die Entstehung dieses Welterfolgs, die in der Familie kursiert. Während der kurzen Zeit, die seine Großmutter zum „Käseeinkauf“ benötigte, habe sein Großvater den Tango „seines“ Lebens komponiert, bzw. „unseres“ Lebens, denn die Familie könne noch heute von den Royaltys dieses „One-Hit-Wonders“ komfortabel leben.[4]
Zur Musik
Olé Guapa wird in der Regel rein instrumental, also ohne Gesangstext aufgeführt.[5] Das Stück zeichnet sich durch prägnante Akkordeon-Rhythmen aus, die von Streichern und Perkussion begleitet werden.
Es wurde zwar als niederländischer „Tango“ komponiert, ist aber wegen seiner schwierigen rhythmischen Struktur auf Milongas, Tanzveranstaltungen des Tango argentinos nicht vertreten.
Olé Guapa kann man als Konzertstück anhören[6] oder in Tanzshows antreffen.[7]
Rezeption
Dieser Ohrwurm prägte die Tanzsäle der 1950er-Jahre und bleibt bis heute ein Symbol für die Faszination lateinamerikanischer Musik in Europa.[8]
Tango voor twee

Der Niederländer Willy Derby sang 1942 zur Melodie von „Malandos“[1], Olé Guapa einen leicht schlüpfrig-humorvollen Liedtext, Tango voor twee (Tango für zwei), der ihn als mietbaren Eintänzer, als Gigolo, als eine Art „Malevo-Figur“[9] der lateinamerikanischen Tangokultur dastehen lässt.[10]
Hier ein Auszug aus der ersten Strophe und der Refrain:
Ik tango als beroepsdanser bij Johnny's tangoband
En ik dans met alle vrouwtjes à raison van 50 cent
Gratis lamperieën en zoete romantiek
Ik ben de ottomaan van het publiek
...
Tango voor twee
Het is zo vol geheimenis
Dans en vergeet
En doen net of het liefde is
Ich tanze Tango als Berufstänzer bei Johnnys Tangoband
Und ich tanze mit all den Weibern für 50 Cent
Kostenlos schummriges Licht[11] bei süßer Romantik
Ich bin der Liebling des Publikums.
...
Tango für zwei
Es ist so voller Geheimnis
Tanze und vergiss
Und so tun, als wär' es Liebe
Noten
Weblinks
- (englisch) Chronologie der Labels – auf orginels.be
- (niederländisch) Arie Maasland ― Eintrag im Biographischen Wörterbuch der Niederlande.
- (englisch) Cosmopoliet / Olé Guapa (1936) / Tango Voor Twee / Dans Een Tango (1942) ― auf jopiepopie.blogspot.com.
- (englisch) The Three Characters in Tango: Compadrito, Guapo, and Malevo
- Danny Malando bringt den Tango nach Deutschland – auf Musikwoche 15. Juli 2005
Intstrumentalbeispiele
- 1938 Oscar Joost Tanzorchester – Olé Guapa auf YouTube
- 2013 Orchester Danny Malando – Olé guapa, auf YouTube.
Tanzbeispiele
- Olé Guapa getanzt im europäisierten, „internationalen“ Tangostil (mit ruckartigen Bewegungen und stilisierter Choreographie) ― auf YouTube.
- Olé guapa getanzt im „argentinischen“ Tangostil (improvisierend, sinnlich) ― auf YouTube.
Gesangsbeispiel
- Willy Derby singt auf Niederländisch zur Melodie von Olé, guapa: „Tango voor Twee“ ― auf YouTube.
- Der niederländische Liedtext zu Olé, guapa: Tango voor twee – auf Muzikum.
Literatur
- Franco Barrionuevo Anzaldi: Politischer Tango. Intellektuelle Kämpfe um Tanzkultur im Zeichen des Peronismus, Transcript, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8376-1794-8. Vorschau in der Google-Buchsuche – (S. 135/136 zur Figur des Malevo in der Tangokultur).