Onigawara
Dekoratives Element der japanischen Architektur
From Wikipedia, the free encyclopedia
Onigawara (jap. 鬼瓦, „teufelsgesichtiger Dachziegel“) ist ein dekoratives Element in der japanischen Architektur, das zudem als Talisman dient. Mythologisch betrachtet haben Onigawara in der japanischen Architektur ähnliche unheilabwehrende Funktion wie Wasserspeier in der Architektur des Westens. Es handelt sich um einen Dachziegel, der in der Heian- und Nara-Zeit mit Blumen- und Tiermotiven, ab der Kamakura-Zeit jedoch zumeist als Fratze eines Kobolds (Oni) gestaltet ist. Der „Onigawara-Ziegel“ ist in der Regel am Ende des Dachfirsts angebracht.[1] Bisweilen werden Onigawara auch aus Holz oder Stein gearbeitet. Sie besitzen häufig voluten- oder wellenförmige Ornamente, die „Hire“ (鰭, Flossen) genannt werden. Plastische Onigawara werden seit der Muromachi-Zeit hergestellt.[2]

Beispiele
- Onigawara am Jōdo-Tempel in Ono
- Detail: ein Oni-ita (鬼板), wörtlich: das Brett, das die Koboldfratze trägt
- Detail eines Onigawara mit dem Schriftzeichen mizu (水, Wasser) zum Schutz vor Bränden
- Onigawara mit Motiv eines Edelsteins in den Wellen
- Onigawara mit Geldbörsen-Motiv
- Onigawara, den Eremiten und Shamisen-Meister Kinko darstellend
- Onigawara mit magischer-Hammer-Motiv (uchide no kozuchi)
- Onigawara mit Karpfenmotiv
Literatur
- 朽葉. In: Noma Seiroku 野間清六, Tani Shin'ichi 谷信一 (Hrsg.): 日本美術辞典 (Lexikon der japanischen Kunst). 14. Auflage. Tōkyodō, Tokyo 1959, S. 136.