Onychogrypose
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Die Onychogrypose, von altgriechisch ὄνυξ ónyx, deutsch ‚Kralle, Fingernagel‘ und altgriechisch γρύψ, γρυπός gryps, grypos, deutsch ‚krumm, gekrümmt‘, auch Onychogryphose geschrieben, ist eine Verformung von Nägeln, meist der Fußnägel und dort oft der Großzehe mit Verdickung und krallenartiger Verkrümmung.[1]
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| L60.2 | Onychogryposis [Onychogryphosis] |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| EE10.3 | Nagelhypertrophie Inklusiva Pachyonychie; Subunguale Hyperkeratose; Onychogrypose |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Die Erkrankung kann als ausgeprägte Form der Pachyonychie (Angeborene oder erworbene Verdickung des Nagels) angesehen werden.[2]
Synonyme sind: Krummnagel; Krallennagel; englisch Ram's horn nails
Hauptmerkmal ist ein stark verdickter, oft gelb oder bräunlich verfärbter, krallenartig gebogener harter Nagel überwiegend an der Großzehe älterer Menschen. Seltener sind die anderen Zehen, noch wesentlich seltener die Fingernägel verändert.[3][4][5]
Ursache
Eine angeborene Onychogrypose (selten) wird als Onychogryphosis congenita bezeichnet. Bei zwei Familien waren alle 20 Nägel betroffen.[6][7] Häufiger ist isoliert der Kleinzeh verändert, symptomlos und ohne medizinische Bedeutung.[8]
Eine erworbene Onychogryphose entsteht durch eine Wachstumsstörung der Nagelwurzel durch[1][4][9]
- Hygienemängel, vernachlässigte Nagelpflege
- Infektionen wie Pilzerkrankung, Lepra, Syphilis
- Trauma durch drückende Schuhe, Fehlstellung wie Hallux valgus, Fußball, Erfrierung
- Verletzung
- Hautveränderungen wie Psoriasis, Ichthyosen
- Periphere Durchblutungsstörung, Chronisch-venöse Insuffizienz, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus
- beim Großzehennagelschiefstand kann sich eine Onychogryposis entwickeln.
Therapie
In der Veterinärmedizin
Bei Tieren wurde eine Häufung der Nagelveränderungen bei Leishmaniose beschrieben.[10]
Geschichte
Fallberichte über Patienten mit Onychogrypose lassen sich bereits ab dem Jahre 1909 finden. So durch den englischen Arzt E. G. Graham Little[11][12], von 1913 durch A. M. H. Gray[13] Ein Bericht über Onychogryposis kombiniert mit weiteren Erkrankungen[14] sowie über erbliche Formen von Max Schmidt im Jahre 1927.[15]