Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung
zentrale Anlaufstelle für die Öffentliche Verwaltung in Deutschland, bei Open Source Vorhaben
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Das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) ist ein öffentliches Unternehmen zur Beratung der deutschen öffentlichen Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen in digitaler Souveränität,[2] vor allem durch die Förderung von Open-Source-Software in öffentlichen Einrichtungen. Dazu betreibt das ZenDiS die kollaborative Entwicklungsplattform opencode und die Online-Office-Suite openDesk.
| Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | Dezember 2022 |
| Sitz | Bochum[1] |
| Leitung | Alexander Pockrandt |
| Branche | Informationstechnik |
| Website | www.zendis.de |
| Stand: 2025 | |
Das ZenDiS liegt unter der Schirmherrschaft des Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik (BfIT). Alleiniger Gesellschafter ist die Bundesrepublik Deutschland (BRD).[3] Die Beteiligung der Bundesländer ist geplant,[4] bislang (Stand Anfang 2025) aber noch nicht umgesetzt.[5]
Geschichte
Die Einrichtung geht auf länger geführte Diskussionen um die Digitale Souveränität und einen Beschluss des IT-Planungsrats aus dem Jahr 2021 zurück.[6] Im Dezember 2022 wurde das Zentrum für Digitale Souveränität am BMI gegründet. Interims-Geschäftsführer wurde der Beamte Andreas Reckert-Lodde,[7] seit Ende 2023 zusammen mit Ralf Kleindiek.[8]
Im Jahr 2024 übernahm das ZenDiS die Trägerschaft für die Projekte openCoDE und openDesk vom BMI.[6] Ab Oktober 2024 bildeten Jutta Horstmann als CTO und Alexander Pockrandt als CFO die Geschäftsführung.[9] Horstmann wurde im April 2025 überraschend vom BMI abberufen.[10] Im November 2025 folgte ihr Pamela Krosta-Hartl.[11]
openCode

openCode ist eine Softwareentwicklungsplattform für den Austausch von Open-Source-Software in der öffentlichen Verwaltung.[12] Wesentlicher Teil des Angebots ist eine öffentliche GitLab-Instanz für den Austausch von Quellcode.[13]
openCode wird unter anderem durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI),[14] Gremien des IT-Planungsrats,[15] die Föderale IT-Kooperation (FITKO),[16] den DigitalService des Bundes,[17] die BWI GmbH,[18] das Robert Koch-Institut[19] und den Freistaat Thüringen[20] für Veröffentlichungen genutzt.
Neben dem als primärer Verwendungszweck vorgesehenen Austausch von Quellcode wird das openCode-GitLab von verschiedenen öffentlichen Stellen auch für rein redaktionelle Zwecke genutzt. Beispiele sind die Veröffentlichung von technischen Konzepten[21][22][23] und Dokumentationen[24] sowie Kommentierung von Inhalten durch Dritte.
Die Plattform openCode wurde im Kontext der Deutschen Verwaltungscloudstrategie durch ein Projekt des Bundesministerium des Innern und für Heimat sowie der Länder Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen entwickelt.[25]
openDesk

openDesk ist eine Groupware- bzw. Kollaborationssoftware,[26] die verschiedene Open-Source-Komponenten bündelt.[27] Damit kann die öffentliche Verwaltung in Deutschland freier zwischen IT-Lösungen, IT-Komponenten und Anbietern wählen.[28] openDesk positioniert sich als digital-souveräne Alternative zu Microsoft 365.[29] openDesk umfasst folgende Komponenten:
- Nextcloud als Dateimanager
- Collabora Online als Online-Office
- Instant-Messenger Element als Matrix-Client und Synapse als Server
- XWiki
- Open-Xchange
- OpenProject
- Jitsi Meet
- Univention Nubus für das Identitätsmanagement, das auf OpenLDAP und Keycloak basiert
openDesk ist als On-Premises- oder als SaaS-Angebot erhältlich[30] und läuft ausschließlich auf Kubernetes.[31] Das ZenDiS vergibt die Weiterentwicklung von openDesk als Rahmenvertrag an Dienstleister.[32] openDesk als Cloud-Angebot ist seit Ende September 2024 für öffentliche Einrichtungen verfügbar[33][34] und genießt mittlerweile breite Anerkennung auch über Deutschland hinaus.[35]
Nutzer sind unter anderem die BWI GmbH für die Bundeswehr und der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD).[36][37]
Nachdem der Internationale Strafgerichtshof zum Ziel US-amerikanischer Sanktionen geworden war, wird dort die Einführung von openDesk als Ersatz für von Microsoft bereitgestellte IT-Infrastruktur geplant.[38]
Docs
In Kooperation mit der französischen Interministeriellen Behörde für Digitales entwickelt das ZenDiS Docs eine Anwendung für Kollaboratives Schreiben in Echtzeit.[39]
Weblinks
- Offizielle Website von ZenDiS
- OpenCode und Gitlab auf OpenCode.de
- OpenDesk
