US-amerikanischer Angriff auf Venezuela 2026
Angriff der Vereinigten Staaten auf Venezuela 2026
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Beim US-amerikanischen Angriff auf Venezuela am 3. Januar 2026 handelte es sich um eine militärische Intervention US-amerikanischer Streitkräfte auf venezolanischem Territorium mit dem Ziel der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Ehefrau. Diese wurden bei der unter dem Namen Operation Absolute Resolve (dt.: „Operation unbedingte Entschlossenheit“) firmierenden Aktion von Spezialkräften nach New York in die USA gebracht, wo sie wegen des Vorwurfs des Drogenhandels vor Gericht gestellt werden sollen. Bei der Operation wurden nach venezolanischen Angaben rund 80 Sicherheitskräfte und Zivilisten getötet, darunter 32 kubanische Leibwächter Maduros.
| US-amerikanischer Angriff auf Venezuela | |||||||||||||||||
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| Teil von: Operation Southern Spear | |||||||||||||||||
| Datum | 3. Januar 2026 | ||||||||||||||||
| Ort | Caracas, Venezuela | ||||||||||||||||
| Ausgang | Präsident Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores entführt und nach New York gebracht | ||||||||||||||||
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Der Angriff stellte eine Eskalation des seit Sommer 2025 andauernden Konflikts der Vereinigten Staaten mit Venezuela dar. Sowohl der Angriff als auch die zuvor erfolgten Militärschläge gegen vermeintliche Drogenboote vor der Küste Venezuelas durch die USA werden von einer Mehrheit der politischen Beobachter als völkerrechtswidrig bewertet.
Hintergrund

Venezuela befindet sich aufgrund seiner starken Abhängigkeit von Rohstoffexporten seit dem Ölboom der 2010er-Jahre in einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise.[9] Maduro wurde seit seiner Amtsübernahme als Präsident Venezuelas 2013, als er Hugo Chávez nachfolgte, wegen eines zunehmend autoritären Regierungsstils kritisiert. Seine Wiederwahl 2018 blieb umstritten.[10] Der gescheiterte Putschversuch venezolanischer Dissidenten und US-amerikanischer Söldner gegen Präsident Maduro im Jahr 2020 wurde mutmaßlich von der Regierung Trump unterstützt.[11] Flores sah sich Vorwürfen von Korruption und Nepotismus ausgesetzt, während in der Vergangenheit mehrere ihrer Familienangehörigen in den Vereinigten Staaten wegen Kokainschmuggels verurteilt wurden.[12] Die Regierung von Joe Biden erkannte die Legitimität der venezolanischen Regierung unter Nicolás Maduro nach den Wahlen von 2024 nicht an.
Die Regierung der Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump äußerte 2025 wiederholt die Möglichkeit eines militärischen Eingreifens in Venezuela und verfolgte das Ziel, den amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro politisch zu schwächen. Ein Motiv ist auch die Wiederbelebung der Monroe-Doktrin während der zweiten Amtszeit von Trump („Donroe-Doktrin“), die eine Vorherrschaft der Vereinigten Staaten in der westlichen Hemisphäre zum Ziel hat und in die Nationale Sicherheitsstrategie 2025 Eingang fand.[13]
Die Beziehungen beider Staaten waren von einer zunehmenden Eskalation aus der US-Regierung geprägt. In diesem Zusammenhang verlegten die US-Streitkräfte mehrere Kriegsschiffe in Gewässer vor der venezolanischen Küste. Darüber hinaus meldete das US-Militär die Zerstörung mehrerer mutmaßlicher Drogenboote, und die US-Küstenwache beschlagnahmte Öltanker, die zuvor aufgrund von Sanktionen gelistet worden waren.[14]
Im Vorfeld des nächtlichen Angriffs hatten US-amerikanische Behörden Präsident Nicolás Maduro beschuldigt, einen „Narco-Staat“ zu führen und die Wahlen 2024 manipuliert zu haben, die von der Opposition nach deren Angaben mit überwältigender Mehrheit gewonnen worden seien.[15] Während Fachleute für organisierte Kriminalität in Lateinamerika das sogenannte „Sonnenkartell“ als ein Netzwerk beschrieben, in dem staatliche Akteure von Kooperationen mit Drogenhandelsstrukturen profitieren, stufte die US-Regierung unter Donald Trump dieses im Juli 2025 als globale Terrororganisation ein und benannte Maduro als deren Anführer. Im selben Monat wurde ein vertraulicher Befehl erlassen, der den Einsatz militärischer Gewalt gegen als Terrororganisationen eingestufte Kartelle genehmigte.[16] In den Wochen vor dem Angriff schlossen die Vereinigten Staaten ein Abkommen mit dem benachbarten Inselstaat Trinidad und Tobago, nachdem die militärischen Operationen gegen überwiegend aus Venezuela stammende Schiffe begonnen hatten. Das Übereinkommen gewährte dem US-Militär Zugang zu mehreren Flughäfen des Landes.[17]
Nach Berichten des Miami Herald soll es seit April 2025 Verhandlungen zwischen Teilen von Maduros Regierung und den USA gegeben haben, vermittelt durch Katar. Dabei soll es um eine Übergangsregierung und eine Transition zu einem „Madurismus ohne Maduro“ gegangen sein. Zu den venezolanischen Vorschlägen gehörten dabei eine Übergangsregierung unter Delcy Rodríguez und Exil für Maduro in Katar oder der Türkei. Die Trump-Regierung hätte den Vorschlag im Herbst 2025 aber als nicht praktikabel abgelehnt.[18] Amerikanische Medien berichteten jedoch, Maduro habe noch am 23. Dezember einen amerikanischen Vorschlag abgelehnt, ins Exil in die Türkei zu gehen. Daraufhin habe die US-Regierung den Angriff für Weihnachten ins Visier genommen, ihn aber aufgrund des Wetters verschieben müssen.[19]
Operation Absolute Resolve



Angriffsziele
In der Nacht auf den 3. Januar kam es in Caracas zu mehreren Explosionen. Nach übereinstimmenden Medienberichten ereigneten sich Detonationen in der Nähe eines Stützpunkts der venezolanischen Luftstreitkräfte. Über dem Flughafen La Carlota wurden Rauchwolken beobachtet. Bewohner des Stadtteils Fuerte Tiuna berichteten zudem von Schüssen. Auch aus der nahen, nördlich gelegenen Küstenstadt La Guaira wurden Explosionen gemeldet. Dort wurde der Hafen aus der Luft angegriffen.[20] In sozialen Netzwerken verbreitete Aufnahmen zeigten Feuer und aufsteigende Rauchsäulen. Die Angriffe betrafen demnach vor allem den südlichen und östlichen Teil der Hauptstadt.[21]
Operationsablauf
Auf landgestützten Basen waren mehrere Tarnkappenflugzeuge und EloKa-Flugzeuge verlegt worden; es gilt als wahrscheinlich, dass diese F-35A- und F-35B-Lightning-II- und EA-18G-Flugzeuge zu den ersten eingesetzten Luftfahrzeugen gehörten und durch Maßnahmen zur Unterdrückung gegnerischer Luftverteidigungssysteme (SEAD) die Anfangsphase der Operation prägten. Venezuela besaß auch das russische Luftverteidigungssystem S-300, dessen Zerstörung US-Streitkräfte in den vergangenen Wochen gezielt geübt hatten.[22] Zu den Angriffszielen zählten militärische Einrichtungen, Hafeninfrastruktur und Anlagen der Kommunikationsübertragung.[23] Mehrfach angegriffen wurden die Hauptkommunikationseinrichtungen auf dem Cerro El Volcán, einem Berggipfel im Südosten von Caracas.[24] Auch das Nationale Observatorium des Meteorologischen Instituts INAMEH wurde als strategisches Ziel bombardiert, da es u. a. militärische Radardaten verarbeitet.[25] Nach Angaben des US-Generals John Caine waren rund 150 Flugzeuge und Hubschrauber im Einsatz. Der Angriff fand in der Dunkelheit statt, was sowohl auf den gewählten Operationszeitpunkt als auch auf die vom US-Militär veranlasste Sabotage der städtischen Beleuchtung in Caracas zurückzuführen war.[26] Es handelte sich um die direkteste Intervention der Vereinigten Staaten in Lateinamerika seit der Invasion Panamas im Jahr 1989.[15]
Trotz moderner russischer Systeme wie Buk-M2, S-300VM „Antey-2500“, Pantsir und Igla-S-Raketen war ein Großteil der Luftabwehr aufgrund fehlender Wartung, unzureichender Modernisierung und mangelnder Ersatzteile nicht einsatzbereit. Hinzu kamen Cyberangriffe auf Kommandozentralen, der Einsatz von F-35- und F-22-Kampfjets, die schwer zu erkennen sind, sowie die schwierige Topographie von Caracas. Experten betonen zudem, dass menschliches Versagen und unvorbereitete Bedienung der Systeme entscheidend zum Zusammenbruch der Luftabwehr beitrugen.[27]
Laut Semafor habe die US-Regierung vorab die Tageszeitungen The New York Times und The Washington Post über die Angriffspläne unterrichtet. Ähnlich früherer Fälle hätten sich diese gegen eine vorzeitige Veröffentlichung entschieden, um eine Gefährdung von Angehörigen der US-Streitkräfte zu minimieren.[28]
Festnahme von Cilia Flores und Nicolás Maduro
Maduro sei seit August durch ein CIA-Team vor Ort observiert worden, und der Nachrichtendienst habe auch eine Quelle im Umfeld des Präsidenten gehabt. Der Angriff sei seit mehreren Monaten von den Geheimdiensten unter dem Code „Operation Absolute Resolve“ vorbereitet worden.[29] Diese hätten detaillierte Kenntnisse über den Tagesablauf Nicolás Maduros besessen.[30][31] Die Bewachung der Präsidenten koordiniert in Venezuela die Casa Militar. Ihr ist die Präsidentengarde GHP der Streitkräfte unterstellt. Diese, unterstützt durch reguläre Soldaten, sicherten den unmittelbaren Umkreis des Präsidentenwohnsitzes. Verstärkt wurden diese massiv durch offiziell in Venezuela stationiertes kubanisches Personal, das die Leibwache Maduros stellte, da um die Loyalität der GHP gefürchtet wurde. Darunter waren Kräfte des BMTE Avispas Negras.[32]
Gegen 1:00 Uhr Ortszeit erfolgte der Zugriff auf Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores durch Spezialkräfte der Delta-Force und des FBI in Maduros Anwesen in Caracas.[5] Der Zugriff erfolgte so reibungslos, dass etliche Analysten die Vermutung geäußert haben, dass ein Insider aus dem Umfeld Maduros die Operation unterstützt haben könnte und so indirekt ein Putsch orchestriert wurde.[33]
Verschleppung Maduros nach New York


Präsident Maduro und Cilia Flores wurden nach ihrer Gefangennahme per Hubschrauber auf das Amphibische Angriffsschiff USS Iwo Jima gebracht, das sie zu dem US-Navy-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba transportierte. Von dort wurden sie vom FBI mit einem Regierungsflugzeug zur Stewart Air National Guard Base nördlich von New York City gebracht.[34] Ein Videomitschnitt dokumentiert die Ankunft von Maduro und Flores auf dem Flughafen in New York. Sie wurden unter umfangreicher Sicherheitsbegleitung – darunter Angehörige der Drug Enforcement Administration (DEA) – die Flugzeugtreppe hinuntergeführt. Im Anschluss erfolgte die Überstellung per Hubschrauber zum Metropolitan Detention Center (MDC) in Brooklyn. Auf den Aufnahmen waren Handschellen sowie Fußfesseln erkennbar. Maduros Kopf war bedeckt mit einer Kapuze.[35][36][37]
Die Anklageschrift beschreibt mutmaßliche Kontakte Maduros zu verschiedenen lateinamerikanischen Drogenkartellen, darunter Gruppen, die von der US-Regierung als terroristisch eingestuft werden. Ein erheblicher Teil der angeführten Vorgänge liegt Jahrzehnte zurück, was nach Einschätzung von Rechtsexperten die Beweisführung erschweren könnte, da Aufzeichnungen fehlen und Zeugen verstorben oder nicht mehr auffindbar sind. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass US-Ermittlungsbehörden über umfangreiche Erfahrung mit transnationalen Drogenverfahren verfügen und auf weit gefasste Verschwörungsstatuten zurückgreifen können. Politische Rahmenbedingungen, einschließlich öffentlicher Stellungnahmen aus dem Weißen Haus, könnten das Verfahren zusätzlich beeinflussen.[38]
Maduro und Flores wurden am 5. Januar vor dem Bundesrichter Alvin Kenneth Hellerstein im United States District Court for the Southern District of New York vorgeführt. Die Anhörung dauerte etwas mehr als 35 Minuten. Beide plädierten auf nicht schuldig.[39] Er bezeichnete seine Gefangennahme als „Entführung“ und erklärte, nach wie vor rechtmäßiger Präsident Venezuelas zu sein.[40] Sein Verteidiger Barry Pollack, der zuvor den WikiLeaks-Gründer Julian Assange vertreten hatte, kündigte an, die Rechtmäßigkeit der militärischen Entführung seines Mandanten anzufechten. Flores trug Spuren der Gewalt, die ihr während der Entführung zugefügt worden war. Ihr Anwalt, Mark Donnelly, erklärte vor Gericht, sie habe „während ihrer Entführung erhebliche Verletzungen erlitten“.[41] Nach Angaben der US-Regierung hätten Maduro und Flores sich bei der Flucht vor US-Truppen, die sie festnehmen wollten, Kopfverletzungen zugezogen; sie hätten sich hinter einer schweren Stahltür in ihrem Anwesen zu verstecken versucht. Da der Türrahmen jedoch niedrig war, stießen sie sich beim Fluchtversuch den Kopf. US-Soldaten nahmen sie fest und leisteten Erste Hilfe, nachdem sie aus dem Anwesen gebracht worden waren.[42]
Opfer
Laut Angaben Venezuelas wurden bei dem Angriff etwa 100 Sicherheitskräfte und Zivilisten getötet.[43][44] Kuba bestätigte den Tod von 32 seiner Landsleute, die Angehörige des Militärs oder des Innenministeriums gewesen waren. Zuvor hatte die kubanische Regierung stets bestritten, dass eigenes Personal die Regierung von Venezuela schütze.[45][8] Bei dem US-Angriff wurden auch 24 venezolanische Soldaten getötet.[46] Bis zum 6. Januar wurde mindestens ein kolumbianischer Staatsbürger als ziviles Opfer gemeldet.[47] Bei der Operation wurde zudem etwa ein halbes Dutzend US-Soldaten durch Schüsse und Splitter verletzt.[7]
Stellungnahmen Trumps

US-Präsident Trump erklärte in einer Fernsehansprache von seiner Privatresidenz in Mar-a-Lago, Präsident Maduro sei im Zuge des Einsatzes entmachtet, in Gewahrsam genommen und anschließend aus Venezuela ausgeflogen worden. Trump kündigte an, die USA wollten die Kontrolle über Venezuela behalten und vorerst selbst regieren.[21] Vor seiner Pressekonferenz veröffentlichte Trump ein Foto Maduros auf seinem Social-Media-Account; darauf befindet er sich mit verbundenen Augen und gefesselten Handgelenken an Bord des US-Kriegsschiffes USS Iwo Jima.
Die Regierung Trump warf Maduro vor, der Kopf eines Drogenkartells zu sein, und hatte ein Kopfgeld von 50 Millionen US-Dollar auf ihn ausgesetzt. US-Justizministerin Pam Bondi gab bekannt, dass am United States District Court for the Southern District of New York Anklage in vier Punkten erhoben worden sei. Sie richte sich gegen Maduro, Maduros Ehefrau, die Abgeordnete des Partido Socialista Unido de Venezuela Cilia Flores, seinen Sohn, zwei hochrangige venezolanische Beamte und einen mutmaßlichen Anführer einer mutmaßlichen Tren-de-Aragua-Gruppe, die die Trump-Regierung 2025 in einer Verordnung als Terrororganisation einstufen ließ. Trump behauptete, Tren de Aragua operiere in Zusammenarbeit mit Maduros Regierung – eine Annahme, die US-Geheimdienste nicht teilen.[48][49] Ihnen wurde Verschwörung zur Begehung von Drogenterrorismus und zur Einfuhr von Kokain, Besitz von Maschinengewehren und Sprengkörpern sowie Verschwörung zum Besitz von Maschinengewehren und Sprengkörpern gegen die USA vorgeworfen – diese Vorwürfe bestritt Maduro vehement und warf den USA vor, ihren „Krieg gegen Drogen“ als Vorwand zu benutzen, um ihn zu stürzen und sich Venezuelas riesige Ölreserven anzueignen.[50]
Trump sagte am 3. Januar, die USA seien bereit gewesen, einen zweiten, deutlich größeren Angriff durchzuführen, hielten ihn jedoch für wahrscheinlich unnötig. Er begründete dies mit „America First“ und erklärte, die USA hätten sich mit „guten Nachbarn“ umgeben und die Energie-Ressourcen Venezuelas schützen wollen, die man für sich selbst und „für die Welt“ brauche. Zudem habe er angekündigt, dass US-Ölkonzerne Milliarden investieren und die Ölinfrastruktur übernehmen sollten.[51] Ein zentrales Ziel der US-Operation war laut Trump die Rückgewinnung von Ölrechten, die die Vereinigten Staaten nach der venezolanischen Verstaatlichung verloren hätten. Er kündigte an, dass US-Firmen die marode Infrastruktur wiederaufbauen und anschließend Öl fördern sollten – zum Nutzen sowohl der Unternehmen als auch Venezuelas. Beobachter werteten dies als offenen Zugriff auf die bedeutenden venezolanischen Erdölreserven.[52]
In einer Pressekonferenz auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida führte Trump aus, dass sich die Vereinigten Staaten bis zur Stabilisierung „um das Land kümmern“ wollen, „bis [man] einen sicheren, geordneten und umsichtigen Übergang gewährleisten könne“.[53] Dies wurde am folgenden Tag von Außenminister Marco Rubio relativiert: Die USA, so Rubio, würden keine direkte Rolle bei der Verwaltung Venezuelas übernehmen, sondern stattdessen versuchen, über die bestehende Öl-Blockade Einfluss auf die venezolanische Regierung zu nehmen.[54][55] Venezuela verfügt über die größten Ölvorkommen der Welt.[56] Trump erklärte, seine Regierung sei zu einer Zusammenarbeit mit der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez bereit, die gemäß der venezolanischen Verfassung im Falle eines Ausfalls des Staatsoberhauptes die Amtsgeschäfte übernehmen würde. Trump gab weiter bekannt, die stellvertretende venezolanische Präsidentin Delcy Rodríguez, die nach Maduros Verschleppung zunächst die Amtsgeschäfte übernahm, könne in Venezuela zusammen mit ihrer Regierung weiterhin an der Macht bleiben, solange sie alles tue, was die US-Regierung von ihr verlangt. Für den Fall, dass sie sich dem Willen der US-Regierung nicht beugen sollte, drohte ihr Trump, sie werde einen „höheren Preis als Maduro“ bezahlen.[57]
Es werde eventuell weitere und dann wesentlich intensivere US-Militärangriffe auf Venezuela geben. Trump schloss eine Kooperation mit der Oppositionspolitikerin María Corina Machado aus und begründete dies mit deren fehlender politischer Unterstützung im Land.[58] Eine CIA-Analyse, die US-Präsident Donald Trump vorgelegt worden sei, sei zum Schluss gekommen, dass hochrangige Maduro-Loyalisten, darunter Vizepräsidentin Delcy Rodriguez, am besten geeignet wären, die Stabilität im Land aufrechtzuerhalten, falls der venezolanische Präsident die Macht verlieren sollte.[59] Zwei dem Weißen Haus nahe stehende Personen erklärten, der Grund für das geringe Interesse des Präsidenten, Machado zu unterstützen liege in ihrer Entscheidung, den Friedensnobelpreis anzunehmen. Diese Auszeichnung gilt als etwas, das der Präsident selbst offen anstrebt.[59][60]
Nachwirkungen

Vizepräsidentin Delcy Rodríguez bezeichnete Maduro am 3. Januar als den „einzigen Präsidenten“ Venezuelas und rief im Zusammenhang mit seiner Entführung zu Ruhe und Einigkeit auf. Sie bekräftigte, Venezuela werde „nie wieder einer imperialen Macht unterstehen“.[61] Dennoch schloss Trump eine Kooperation mit der Oppositionspolitikerin María Corina Machado aus und begründete dies mit deren fehlender politischer Unterstützung im Land.[58] Eine CIA-Analyse, die US-Präsident Donald Trump vorgelegt worden sei, sei zum Schluss gekommen, dass hochrangige Maduro-Loyalisten, darunter Vizepräsidentin Delcy Rodriguez, am besten geeignet wären, die Stabilität im Land aufrechtzuerhalten, falls der venezolanische Präsident die Macht verlieren sollte.[59] Zwei dem Weißen Haus nahe stehende Personen erklärten, der Grund für das geringe Interesse des Präsidenten, Machado zu unterstützen – trotz ihrer jüngsten Versuche, ihm zu schmeicheln – liege in ihrer Entscheidung, den Friedensnobelpreis anzunehmen. Diese Auszeichnung gilt als etwas, das der Präsident selbst offen anstrebt.[59] Das Nobel-Institut lehnte Machados Vorschlag ab, den Friedensnobelpreis mit Trump zu teilen. Die Organisatoren betonten, dass die Auszeichnung weder widerrufen noch übertragen werden kann.[62] Am 4. Januar äußerte Außenminister Marco Rubio, die Vereinigten Staaten hätten nicht die Absicht, Venezuela zu steuern, würden jedoch die Ölblockade fortführen, um politischen Druck aufrechtzuerhalten.[63] Die New York Times berichtete zudem, dass Vizepräsidentin Delcy Rodríguez in Washington zunehmend Anerkennung gefunden habe. Grund dafür seien ihre als erfolgreich bewerteten wirtschaftspolitischen Maßnahmen – darunter eine höhere Ölproduktion und eine spürbare Stabilisierung der Wirtschaft trotz verschärfter US-Sanktionen – sowie ihr Ruf als fachorientierte und pragmatische Entscheidungsträgerin, der ihr sowohl im Inland als auch international Respekt eingebracht habe.[64]
Die inzwischen als geschäftsführende Präsidentin vereidigte Rodríguez kündigte entgegen der von Trump verbreiteten Version einer Zustimmung ihrerseits für eine Kooperation beider Staaten an, nicht mit den USA zusammenzuarbeiten, was weitere Spannungen oder sogar militärische Aktionen nach sich ziehen könnte.[65]
In den frühen Morgenstunden des 6. Januar kam es im Umfeld des venezolanischen Regierungssitzes zu einem größeren Polizeieinsatz. Einwohner berichteten von hörbaren Schüssen, während im Internet später Aufnahmen auftauchten, die schwer bewaffnete Einheiten im Zentrum von Caracas zeigen. Behördenvertreter erklärten im Anschluss, die Sicherheitskräfte hätten auf unbefugte Fluggeräte reagiert, die sich dem Bereich rund um den Präsidentenpalast angenähert hätten. Den offiziellen Angaben zufolge sei die Lage nach dem Eingreifen wieder stabil gewesen. Nach dem US-Militäreinsatz veranlasste die venezolanische Regierung eine landesweite Suche nach Personen, die den amerikanischen Operationen im Inland geholfen haben könnten. Ein im Rahmen des Ausnahmezustands veröffentlichtes Dokument weist sämtliche Polizeibehörden an, mutmaßliche Unterstützer zu identifizieren und zu melden. Parallel dazu berichteten US-Medien, dass amerikanische Kräfte während ihres Vorgehens möglicherweise Hinweise aus dem direkten Umfeld von Maduro erhalten hätten. In den Tagen nach dem Angriff demonstrieren die Colectivos verstärkt ihre Macht. Bei den Colectivos handelt es sich um eine paramilitärische Miliz aus Zivilpersonen, die vom Regime bewaffnet wurden. Ziel der Miliz ist es, die Bevölkerung einzuschüchtern und mögliche Proteste bereits im Vorfeld zu unterdrücken.[66]
US-Präsident Trump teilte mit, dass Venezuela Erlöse aus Ölverkäufen in die Vereinigten Staaten künftig ausschließlich zum Erwerb von US-Produkten verwenden solle. Genannt wurden Agrarerzeugnisse, Arzneimittel, medizinische Geräte sowie Ausrüstung zur Modernisierung der Energieversorgung. Nach Angaben Trumps habe sich Venezuela verpflichtet, die USA als vorrangigen Handelspartner zu behandeln. Interimspräsidentin Delcy Rodríguez erklärte, Venezuela sei zu Energiekooperationen bereit, die für alle Beteiligten einen Nutzen bringen. Die Äußerung erfolgte im Zusammenhang mit Ankündigungen der US-Regierung, wonach venezolanische Ölgeschäfte nur zugelassen werden, sofern sie dem nationalen Interesse der Vereinigten Staaten entsprechen. US-Behörden untersuchten zudem einen im Nordatlantik festgesetzten russisch geflaggten Tanker, der laut US-Justizministerin Pam Bondi venezolanisches und iranisches Rohöl geladen haben soll. Das ehemalige Schiff Bella 1 wurde einem Sanktionsumgehungsnetzwerk zugeordnet.[44] Trump kündigte am 8. Januar eine jahrelange US-Aufsicht über Venezuela an.[67] Bereits am 6. Januar 2026 hatte Trump bekanntgegeben, dass Venezuela 30 bis 50 Millionen Barrel Rohöl (entspricht etwa 4 bis 7 Millionen Tonnen) an die Vereinigten Staaten zu liefern habe, die die Vereinigten Staaten zu aktuellen Marktpreisen verkaufen könne. Mit Stand Januar 2026 entspricht diese Menge einem finanziellen Gegenwert von 2 bis 3 Milliarden US-Dollar. Die US-Demokraten reagierten auf diese Ankündigung schockiert. Demzufolge kämen die Pläne der US-Regierung einem Diebstahl venezolanischen Öls gleich.[68]
Am 9. Januar gab Parlamentspräsident Jorge Rodríguez die Freilassung mehrerer politischer Gefangener bekannt. Die Maßnahme wurde von der Übergangsregierung als „unilaterale Geste“ zur Verbesserung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten bezeichnet. Zu den nicht genannten Freigelassenenzahlen zählen unter anderem der frühere Präsidentschaftskandidat Enrique Márquez sowie die spanisch-venezolanische Menschenrechtsaktivistin Rocío San Miguel, die seit Februar 2024 inhaftiert gewesen war.[69] Angehörige politischer Gefangener warfen Trump vor, wirtschaftliche Interessen und strategische Vorteile über die sofortige Freilassung aller in Venezuela noch inhaftierten politischen Gefangenen zu stellen.[70] Die Vereinigten Staaten entsandten erstmals seit mehreren Jahren wieder diplomatisches Personal nach Venezuela, um Möglichkeiten für eine Wiederaufnahme des Botschaftsbetriebs in Caracas zu prüfen.[71] Am 12. Januar teilte die venezolanische Regierung mit, dass 116 Gefangene freigelassen wurden, darunter Personen, die wegen Störung der verfassungsmäßigen Ordnung und Gefährdung der Staatsstabilität inhaftiert waren.[72] Die Nichtregierungsorganisation Justicia, Encuentro y Perdón erklärte, die genannte Gesamtzahl der Freilassungen nicht unabhängig verifizieren zu können. Nach ihren Angaben konnten 53 Entlassungen bestätigt werden; zuvor war von 24 gesicherten Fällen ausgegangen worden. Unter Verweis auf die hohe Zahl mutmaßlich zu Unrecht Inhaftierter bewertete die Organisation das Freilassungstempo als unzureichend.[73]
Im Rahmen ihrer ersten Ansprache an die Nation vor dem venezolanischen Parlament erklärte Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez Mitte Januar, dass Venezuela keinerlei Furcht vor einer diplomatischen Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten habe. Sie räumte ein, dass die USA als staatliche Großmacht mit beträchtlicher militärischer und nuklearer Stärke zu betrachten seien, betonte jedoch, dass Venezuela bereit sei, diesen über diplomatische und politische Dialogwege entgegenzutreten.[74]
Die US-Regierung stand über Monate hinweg in Kontakt mit dem venezolanischen Innenminister Diosdado Cabello. Anonyme Quellen berichteten, US-Vertreter hätten ihn in direkten wie indirekten Gesprächen davor gewarnt, den Sicherheitsapparat gegen die Opposition einzusetzen. Die Kontakte sollen bereits zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit bestanden und bis kurz vor dem US-Angriff auf Venezuela angedauert haben.[75]
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos verteidigte Trump den US-Angriff in Venezuela und stellte dem Land „goldene Zeiten“ sowie eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit in Aussicht. Er kündigte an, die USA würden 50 Millionen Barrel venezolanisches Erdöl erhalten. Venezuela sei „vor 20 Jahren ein großartiges Land“ gewesen, leide heute jedoch unter erheblichen Problemen. Die Vereinigten Staaten wollten beim wirtschaftlichen Wiederaufbau helfen.[76] Am 30. Januar verkündete Rodríguez ein neues Amnestiegesetz für den Zeitraum von 1999.[77]
Visuelle Darstellung und Propaganda

Im Anschluss an die Festnahme von Maduro durch US-amerikanische Sicherheitskräfte verbreiteten sich sowohl manipulierte als auch authentische Fotos und Videos in den sozialen Medien. Die Verbreitung der authentischen Bilder erfolgte häufig in Kombination mit KI-generierten Darstellungen und ideologisch gefärbten Kommentaren, wodurch sie als Instrumente der Informationsbeeinflussung dienten. In der Folge wurden selbst echte Fotos nicht ausschließlich als neutrale Dokumentation wahrgenommen, sondern als Mittel zur Verstärkung bestimmter politischer Narrative. The Guardian stellte heraus, dass in diesem Kontext die Grenzen zwischen objektiver Berichterstattung und propagandistischer Inszenierung verschwimmen, was die Bewertung der visuellen Quellen erschwere.[78][79] Internationale Aufmerksamkeit erregte ein Foto, das den gefesselten Maduro während des Transports auf dem US-Kriegsschiff Iwo Jima zeigte. Das Bild wurde von politischen Akteuren in den Vereinigten Staaten verbreitet und symbolisierte die vollständige Kontrolle der amerikanischen Streitkräfte über den gestürzten Präsidenten.[80]
Reaktionen
Venezuela



Die venezolanische Regierung wirft den USA eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele vor.[53] Sie rief als Reaktion auf die US-Militäroperation den Notstand aus und ordnete eine „Mobilisierung“ der Bevölkerung an.[81] Zudem rief Innenminister Diosdado Cabello die Venezolaner dazu auf, nicht mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten. Die Regierung beantragte eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrats.[53] Vizepräsidentin Rodríguez bezeichnete Maduro weiterhin als rechtmäßigen Präsidenten und kritisierte den US-Einsatz als völkerrechtswidrig. Oppositionspolitikerin Machado bezeichnete den Einsatz als Chance für einen politischen Übergang und sprach sich dafür aus, den Oppositionskandidaten Edmundo González als Staatsoberhaupt einzusetzen.[58]
In der Bevölkerung herrscht ein Zwiespalt von Euphorie über den Sturz Maduros zur Unsicherheit darüber, ob das zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen wird. Schließlich existiere das System dahinter weiter.[82] In Caracas fanden sowohl Pro-Maduro- als auch Anti-Maduro-Demonstrationen statt.[83]
Nicolás Maduro Guerra, Abgeordneter der venezolanischen Nationalversammlung und Sohn von Präsident Nicolás Maduro, bezeichnete die mutmaßliche Ergreifung seines Vaters durch US-Spezialeinheiten in Caracas als Entführung. Bei der konstituierenden Sitzung der Nationalversammlung äußerte er, dass eine Normalisierung der Entführung von Staatsoberhäuptern die Sicherheit aller Länder gefährde. Seinen Worten zufolge gelte ohne die Beachtung des Völkerrechts wieder das Recht des Stärkeren.[84]
Vereinigte Staaten
Führende Demokraten inner- und außerhalb des Kongresses der Vereinigten Staaten kritisierten den Angriff auf Venezuela kurz nach dessen Bekanntwerden. Die meisten von ihnen wiesen darauf hin, dass Trump mit dieser Operation von heimischen Krisen ablenken wolle. Prominente Kritiker unter den Demokraten waren die Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, der frühere Verkehrsminister Pete Buttigieg und der Gouverneur von Illinois JB Pritzker.[85] Auch der Senator Bernie Sanders verurteilte das Vorgehen. Laut Sanders hat Trump „nicht das Recht, die Vereinigten Staaten in einen Krieg zu führen, auch nicht gegen einen korrupten und brutalen Diktator wie Maduro“ und er bezeichnete Trumps Vorgehen als Imperialismus.[86]
Gestärkt durch den als Erfolg gewerteten Verlauf der Operation gegen Venezuela, richtete Trump in den darauffolgenden Tagen den Fokus auf weitere Staaten. So deutete er an, gegenüber Kolumbien zusätzlichen Druck auszuüben und eine vergleichbare Militäraktion zur Eindämmung des dortigen Kokainhandels in Betracht zu ziehen.[87] Trump richtete ähnliche Forderungen auch an Mexiko und Kuba. Beide Staaten müssten stärkere Anstrengungen unternehmen, um die Unterstützung der USA zu sichern. Zugleich erklärte er, Kuba könne ohne amerikanische Einflussnahme „zusammenbrechen“, während er gegenüber Mexiko die Erwartung äußerte, das Land werde eigenständig Maßnahmen ergreifen.[88] Sollte sich Kuba nicht auf einen Deal einlassen, werde das Land kein Öl mehr aus Venezuela erhalten.[89] Trump betonte außerdem den Erwerb Grönlands durch die USA „aus Gründen der nationalen Sicherheit“.[90]
Am 8. Januar 2026 brachte der Senat die Beratung eines Gesetzentwurfs voran, der Trump verpflichten würde, vor weiteren militärischen Maßnahmen in Venezuela die Zustimmung des Kongresses einzuholen. Mit 52 zu 47 Stimmen wurde die Initiative verabschiedet, inklusive der Stimmen von fünf republikanischen Senatoren. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump daraufhin, die abweichenden Republikaner Susan Collins, Lisa Murkowski, Rand Paul, Josh Hawley und Todd Young „sollten nie wieder in ein Amt gewählt werden“.[91]
Lateinamerika
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro erklärte, er alarmiere die ganze Welt, dass Venezuela angegriffen wurde. Petro beantragte die Einberufung einer außerordentlichen Sitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sowie der Vereinten Nationen mit dem Ziel, die völkerrechtliche Zulässigkeit des Angriffs zu prüfen.[92]
Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel sprach mit Blick auf die Ereignisse von einem „kriminellen US-Angriff“ und forderte die internationale Gemeinschaft auf, darauf zu reagieren. Es handele sich um „Staatsterror gegen das mutige venezolanische Volk und gegen unser Amerika“.[53]
Auch der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva verurteilte den US-Angriff auf Venezuela und die Gefangennahme Maduros als schwerwiegenden Affront gegen die Souveränität Venezuelas und als extrem gefährlichen Präzedenzfall für die internationale Gemeinschaft.[53]
Europa

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, dass Maduro auch für die Europäische Union kein rechtmäßiger Präsident sei, betonte jedoch ebenfalls die Grundsätze des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen.[53] Sie rief zur „Zurückhaltung und Achtung des Völkerrechts“ auf.[93]
Das französische Außenministerium erklärte, dass die Aktion gegen die Grundsätze des internationalen Rechts verstoße.[53] Der britische Premierminister Keir Starmer sagte, er wolle sich zunächst über die Fakten informieren sowie mit Trump und Verbündeten sprechen.[53] Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, dass Nicolás Maduro „sein Land ins Verderben geführt“ und „mit unseligen Allianzen weltweit und durch die Verstrickung Venezuelas in das Drogengeschäft eine problematische Rolle“ eingenommen habe. Er bezeichnete die rechtliche Einordnung des Vorfalls als komplex, grundsätzlich müssten im Umgang zwischen Staaten allerdings die Prinzipien des Völkerrechts gelten.[53] Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil sah den Militärschlag als „sehr bedenklich“ an. Dass Maduro ein autoritäres Regime angeführt habe, dürfe Klingbeils Meinung nach „keine Rechtfertigung dafür sein, internationales Recht zu missachten“.[94]
Das Außenministerium von Russland verurteilte den „Akt bewaffneter Aggression“.[53]
Der Bundesrat – die Regierung der Schweiz – hat am 5. Januar 2026 beschlossen, dass in der Schweiz die Vermögenswerte Maduros und von Personen seines Umfelds per sofort gesperrt werden.[95] Mitglieder der amtierenden Regierung Venezuelas sind hiervon ausgenommen. Mit dieser Massnahme beabsichtigt der Bundesrat laut Medienmitteilung, dass keine Vermögenswerte abfliessen.
UN und Rest der Welt
Die Vereinten Nationen beriefen eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats ein. Generalsekretär António Guterres äußerte deutliche Vorbehalte hinsichtlich der Vereinbarkeit des US-Einsatzes mit dem Völkerrecht. Die Positionen im Rat erwiesen sich als geteilt: Mehrere Staaten verurteilten das Vorgehen der USA als Eingriff in die Souveränität eines Mitgliedsstaates, während andere den Schritt als notwendig bezeichneten, um die langjährigen kriminellen Vorwürfe gegen Maduro juristisch zu verfolgen.[40]
Das chinesische Außenministerium verurteilte die Gefangennahme des Ehepaars als Verstoß gegen das Völkerrecht und forderte die USA dazu auf, die persönliche Sicherheit von Maduro und seiner Frau zu gewährleisten.[96] Das iranische Außenministerium verurteilte in einer Erklärung den US-Angriff auf Venezuela aufs Schärfste und bezeichnete ihn als einen eklatanten Verstoß gegen die nationale Souveränität und territoriale Integrität des Landes.[53]
Bewertungen
Völkerrechtliche Sicht
Sowohl der Angriff als auch die zuvor erfolgten Militärschläge gegen Boote vor der Küste Venezuelas von Seiten der USA werden von einer Mehrheit der politischen Beobachter als völkerrechtswidrige Akte gesehen.[97] Die US-amerikanische Völkerrechtlerin Oona A. Hathaway von der Yale Law School bewertete die US-Militärintervention in Venezuela als Verstoß gegen internationales Recht. Sie führte aus, dass die UN-Charta nur Selbstverteidigung und Mandate des Sicherheitsrates als Ausnahmen vom Gewaltverbot zulässt, was im vorliegenden Fall nicht zutreffe. Die Begründung der US-Regierung, gegen Drogenterrorismus vorzugehen, sei völkerrechtlich nicht anerkannt. Hathaway warnte, dass eine solche Praxis die rechtlichen Grenzen für den Einsatz von Gewalt aushöhlen und die internationale Ordnung in Richtung einer machtpolitisch dominierten Welt verschieben könnte. Zudem habe Präsident Trump den Kongress umgangen, was auch US-amerikanischem Recht widerspreche.[98]
Der Völkerrechtler Holger Hestermeyer vom King’s College London wies darauf hin, dass amtierende Staatsoberhäupter grundsätzlich Immunität genießen, die USA sich jedoch auf die Nichtanerkennung der venezolanischen Regierung berufen könnten. Er bezeichnete Maduros Festnahme als potenziellen Wendepunkt für die seit 1945 bestehende regelbasierte internationale Ordnung. Auch der österreichische Völkerrechtler Ralph Janik stufte die Intervention als völkerrechtswidrig ein und wies auf eine zunehmende Erosion der nach dem Zweiten Weltkrieg etablierten pazifistischen Normen hin.[99] Auch der Politologe Herfried Münkler und der Rechtswissenschaftler Björn Schiffbauer bewerteten die Operation gegenüber dem Deutschlandfunk als völkerrechtswidrig. Schiffbauer wies darauf hin, dass Maduro als Staatsoberhaupt eigentlich politische Immunität genieße.[100] Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags bewertete den US‑Militärschlag als eindeutigen Bruch des Völkerrechts, da weder Selbstverteidigung noch strafrechtliche Argumente den Eingriff rechtfertigten und zentrale Prinzipien wie das Gewaltverbot der UN‑Charta sowie die territoriale Integrität Venezuelas verletzt worden seien. Besonders schwer wiege laut Gutachten die Festnahme und Verschleppung von Präsident Nicolás Maduro, die als völkerrechtswidrige Entführung eingestuft werde und sowohl staatliche Souveränität als auch grundlegende Menschenrechte verletze, während die Argumentation der US‑Regierung als unzutreffend zurückgewiesen wurde. Zudem kritisierte der Bericht die zögerliche und zurückhaltende Reaktion der Bundesregierung und anderer westlicher Staaten, die damit versäumt hätten, den klaren Verstoß gegen das Völkerrecht deutlich zu benennen.[101]
Durchsetzung von US-Machtansprüchen auf dem südamerikanischen Kontinent
Der Völkerrechtler Kai Ambos bewertet den von der US-Regierung unter Donald Trump angeführten Kampf gegen Drogen als vorgeschobenen Grund für das militärische Vorgehen gegen Venezuela. Eine konsequente Bekämpfung des Drogenhandels würde nach seiner Einschätzung auch Maßnahmen gegen andere Herkunftsländer wie Mexiko oder Kolumbien erfordern. Im Vordergrund stünden vielmehr wirtschaftliche Interessen, insbesondere der Zugang zu venezolanischen Ölressourcen.[102] Den US-Angriff auf Venezuela stuft Ambos als völkerrechtswidrig ein. Weder liege ein Fall der Selbstverteidigung vor, noch gebe es eine Autorisierung des UN-Sicherheitsrats oder des US-Kongresses. Nach Ansicht von Ambos zielt das Vorgehen der USA auf die Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ab, was er als völkerrechtlich und politisch äußerst problematisch bewertet.[102] Ambos betonte, dass die Verletzung der venezolanischen Souveränität durch die USA als normativer Präzedenzfall fungieren könnte. Infolgedessen könnten Staaten in anderen geopolitisch sensiblen Regionen – beispielsweise im Rahmen der Beziehungen zwischen China und Taiwan oder im Hinblick auf US-Interessen an Grönland – vermehrt auf Machtpolitik zurückgreifen, statt völkerrechtliche Regelungen zu respektieren. Das Gewaltverbot im Völkerrecht, das eine zentrale Grundlage der nach dem Zweiten Weltkrieg etablierten multilateralen Ordnung darstellt, sehe er durch derartige Entwicklungen in seiner Wirksamkeit gefährdet. Ein internationales Umfeld, in dem militärische Gewalt als legitimes Mittel staatlicher Politik betrachtet werde, würde primär Großmächte wie die USA, China und Russland bevorteilen. Staaten Europas, einschließlich Deutschlands, könnten in einer solchen Konstellation an Einfluss verlieren. Aus Ambos’ Sicht ist es daher – ungeachtet diplomatischer Rücksichten gegenüber den Vereinigten Staaten – erforderlich, den Angriff als völkerrechtswidrig zu kennzeichnen und die Prinzipien des internationalen Rechts konsequent zu verteidigen.[103] Der Politikwissenschaftler Günther Maihold äußerte in einer ersten Stellungnahme Zweifel an der von ihm als „Kartenhausstrategie“ bezeichneten Annahme, wonach mit dem Sturz Maduros der gesamte Machtapparat in sich zusammenbrechen würde.[104] Der US-Historiker Timothy Snyder von der University of Toronto erklärte, Trump und seine Berater versuchten, die politischen Vorteile eines militärischen Konflikts zu nutzen, ohne tatsächlich Krieg führen zu müssen. In seinem Newsletter Thinking about… führte er aus, dass sie auf schnelle Erfolge setzten und zugleich innenpolitische Gegner über soziale Medien attackierten, während nach seiner Auffassung echte faschistische Strategien tatsächliche Kämpfe mit zivilen Opfern erforderten.[105]
Ein Leitartikel der New York Times stufte die US-Militäraktionen gegen Venezuela als völkerrechtswidrig, verfassungsrechtlich nicht legitimiert und strategisch problematisch ein. Obwohl Maduro wegen autoritärer Herrschaft und Menschenrechtsverletzungen international kritisiert worden sei, verweist das Editorial auf die historische Erfahrung, dass US-Interventionen – etwa im Irak, in Afghanistan oder in Libyen – häufig zu nachhaltiger Instabilität geführt hätten. Das Editorial argumentierte, dass Trump ohne die verfassungsrechtlich erforderliche Zustimmung des Kongresses gehandelt habe. Die offizielle Begründung einer Bekämpfung von „Narko-Terroristen“ gelte als empirisch unzutreffend, da Venezuela keine zentrale Rolle im US-Drogenhandel spiele. Zugleich wird auf politische Inkonsistenzen verwiesen, etwa Trumps Begnadigung des wegen Drogenhandels verurteilten ehemaligen honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández. Die Intervention wird im Kontext von Trumps Nationaler Sicherheitsstrategie verortet, die eine Reaktivierung der Monroe-Doktrin und eine Ausweitung US-amerikanischer Einflussnahme in Lateinamerika vorsehe. Zudem werden mögliche Verstöße gegen humanitäres Völkerrecht hervorgehoben, da Berichte über außergerichtliche Tötungen vorlegen. Geopolitisch bestehe ein erhebliches Eskalationspotenzial, da Venezuelas militärische und paramilitärische Strukturen trotz Maduros Festnahme intakt blieben. Insgesamt wird die Maßnahme als juristisch fragwürdig und sicherheitspolitisch riskant eingeordnet.[106]
Der US-Journalist W.J. Hennigan, der für die New York Times zu nationaler Sicherheit und internationalen Konflikten berichtet, setzte Trumps Vorgehen in Venezuela in den historischen Kontext der US-Militärpolitik. Er wies darauf hin, dass seit dem 11. September 2001 US-Präsidenten wiederholt militärische Operationen ohne formelle Kriegserklärung durchführen. Die Intervention in Venezuela reiht sich seiner Einschätzung nach in das Muster von Trumps zweiter Amtszeit ein, in der die USA auch in Ländern wie Iran, Irak, Syrien, Somalia und Nigeria Luftangriffe und Spezialoperationen ausführten. Hennigan kritisierte, dass Trumps Vorgehen faktisch auf einen einseitigen Regimewechsel abzielte, der sowohl rechtlich umstritten sei als auch demokratische Verfahren unterlaufe und die US-Bevölkerung über die wahren Motive der Operation in die Irre führe. Gleichzeitig fehle ein klarer Plan für die längerfristige Verwaltung Venezuelas und den Schutz der Zivilbevölkerung.[107]
Zugriff auf Rohstoffe

Der Angriff der Vereinigten Staaten auf Venezuela folgt laut dem Umweltjournalisten Joachim Wille einer einfachen Logik: Donald Trump möchte den Zugriff auf eines der größten Ölreservoirs der Welt sichern. Entscheidend sei, dass Trump seine Pläne zuerst mit führenden Energiekonzernen besprach. Die politische Linie sei damit gesetzt: Die USA sollen auf Jahrzehnte an fossile Energie gebunden bleiben. Während China und andere Staaten in großem Stil auf erneuerbare Technologien setzen, manövrierten sich die USA unter Trump zurück in die Vergangenheit.[108] Die Journalistin Ulrike Herrmann von der taz wies darauf hin, dass Venezuelas Ölreserven laut Trump auch das US-Militär bei einem etwaigen Einmarsch finanzieren sollten, es aber für ausländische bzw. US-Konzerne fraglich sei, ob Investitionen in die venezolanische Ölproduktion ein gutes Geschäft seien. Es handle sich zwar um die größten Reserven der Welt, aber die Vorkommen bestünden aus schwerem Öl, das zähflüssig und mühsamer zu verarbeiten sei und daher zu Preisabschlägen führe. Auf dem Weltmarkt sei Venezuelas Öl billiger als das „leichte Öl“ aus der Nordsee oder dem Nahen Osten und werde nur „in begrenztem Umfang“ für Schmierstoffe und Industriediesel gebraucht. Auf den Weltmärkten herrsche derzeit ohnehin ein Überangebot. Die Preise seien gefallen; venezolanisches Öl werde nicht benötigt, was man auch daran erkenne, dass Trumps Ankündigung im Dezember 2025, alle Öltanker zu blockieren, die Venezuela anfahren oder verlassen, keinerlei Konsequenzen für den globalen Ölpreis gehabt habe. Lediglich ein Land, Kuba, sei von venezolanischem Öl abhängig und diese Abhängigkeit wollten sich die USA zunutze machen; Trump spekuliere auf einen Kollaps des kubanischen Regimes.[109]
Die Ökonomin und Lateinamerika-Expertin Barbara Fritz von der Freien Universität Berlin wies darauf hin, dass Venezuela über große, technisch schwer förderbare Erdölreserven verfüge, deren wirtschaftliche Nutzung jedoch durch staatliche Fehlplanung und politische Instabilität eingeschränkt sei. Sie erklärte, dass unter den Präsidenten Hugo Chávez und Nicolás Maduro ausländische Ölkonzerne gezwungen worden seien, Joint Ventures mit dem staatlichen Unternehmen Petróleos de Venezuela (PDVSA) einzugehen, während Unternehmen wie ExxonMobil und ConocoPhillips das Land verlassen und Entschädigungen gefordert hätten. Fritz betonte, dass Donald Trump die Kontrolle venezolanischen Öls zurückgewinnen wolle, die Vereinigten Staaten jedoch nur einen Teil der Exporte beziehen, während der Großteil des Öls nach China gehe, das zudem stark in erneuerbare Energien und Infrastruktur in der Region investiere. Sie stellte fest, dass Lateinamerika zwischen US-amerikanischen und chinesischen Interessen gespalten sei und die künftige Entwicklung der Ölindustrie von der globalen Energiewende abhänge.[110] Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächlichen venezolanischen Ölreserven umstritten seien und überwiegend aus schwerem Rohöl bestünden, das spezielle Raffineriekapazitäten erfordere. Gleichzeitig werde ein langfristiger Rückgang der globalen Nachfrage nach Benzin und Diesel erwartet, wodurch diese Rohölsorte an Bedeutung verliere. Internationale Unternehmen verwiesen auf mangelnde politische Stabilität und unzureichende Sicherheit im Land. Es werde daher angenommen, dass kleinere Firmen begrenzte Reparaturen und kurzfristige Produktionssteigerungen vornehmen könnten, während größere Konzerne aufgrund hoher Investitionskosten und unsicherer Rahmenbedingungen ein Engagement zurückstellten. Für eine deutliche Steigerung der Förderung wären nach Schätzungen bis zu 180 Milliarden US-Dollar nötig, um die veraltete Infrastruktur auf ein Niveau wie in den 1990er-Jahren zu bringen.[111] Trotz der umfangreichen Erdölreserven Venezuelas ist die Fördermenge infolge struktureller Korruption, unzureichender Investitionen, technischer Defizite und staatlicher Eingriffe deutlich rückläufig. Die Umweltbelastung des Maracaibo-Sees gilt als Indikator für den anhaltenden infrastrukturellen und administrativen Niedergang der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA. Die Einnahmen aus dem Erdölsektor wirkten sich nur begrenzt auf die allgemeine Lebenssituation der Bevölkerung aus.[112]