Opicapon

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Opicapon ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der COMT-Inhibitoren, der in der Zusatztherapie des Morbus Parkinson eingesetzt wird. Die europäische Zulassung erfolgte im Jahr 2016.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel des Opicapons
Allgemeines
Freiname Opicapon
Andere Namen
  • BIA 9-1067
  • 5-[3-(2,5-Dichlor-4,6-dimethyl-1-oxido-3-pyridinyl)-1,2,4-oxadiazol-5-yl]-3-nitro-1,2-benzoldiol (IUPAC)
  • 2,5-Dichlor-3-[5-(3,4-dihydroxy-5-nitrophenyl)-1,2,4-oxadiazol-3-yl]-4,6-dimethylpyridin-N-oxid (WHO)
Summenformel C15H10Cl2N4O6
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 923287-50-7
EG-Nummer (Listennummer) 810-046-0
ECHA-InfoCard 100.237.987
PubChem 135565903
ChemSpider 24667564
DrugBank DB11632
Wikidata Q27088208
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N04BX04

Wirkstoffklasse

COMT-Hemmer

Eigenschaften
Molare Masse 413,2 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 228
P: 210240241280370378[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

Opicapon ist ein nicht hygroskopisches gelbes Pulver mit schlechten Fließeigenschaften. Es ist in wässrigen Lösungen bei niedrigen pH-Werten unlöslich und bei höheren pH-Werten sehr schwer löslich. Opicapon kann in verschiedenen polymorphen Formen auftreten, welche sich in Kristallinität, Kristallwassergehalt und Solvatisierungsvermögen unterscheiden.[2]

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete

Opicapon ist als adjuvante Therapie (Zusatzbehandlung) bei Erwachsenen mit Morbus Parkinson zugelassen, die sogenannte „Off-Episoden“ erleiden und deren Symptome durch die Kombinationstherapie aus Levodopa und einem DOPA-Decarboxylasehemmer nicht stabilisiert werden können.[3][4]

Art und Dauer der Anwendung

Die vom Arzt empfohlene Dosis wird einmal täglich als Hartkapsel peroral eingenommen. Bei schweren Leberfunktionsstörungen wird die Dosis durch den Arzt in der Regel reduziert.[4]

Gegenanzeigen

Gegenanzeigen sind die gleichzeitige Anwendung von nicht-selektiven Monoaminoxidase-Hemmern oder bei Phäochromozytom, Paragangliom oder anderen katecholaminsezernierenden Neoplasien in der Vorgeschichte.[4]

Besondere Patientengruppen

Es liegen keine ausreichenden Daten über das Risiko bei der Anwendung durch schwangere oder stillende Frauen vor. Bei Tierversuchen ging Opicapon in die Muttermilch über.[4]

Sicherheit und Wirksamkeit bei pädiatrischen Patienten wurden nicht untersucht. Bei älteren Patienten und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich.[5]

Bei eingeschränkter Leberfunktion könnten Dosisanpassungen unter bestimmten Umständen durch den behandelnden Arzt in Betracht gezogen werden.[5]

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Erkrankungen des Nervensystems. Dyskinesie war die am häufigsten berichtete unter der Behandlung aufgetretene unerwünschte Wirkung (17,7 %).[5]

Pharmakologische Eigenschaften

Opicapon ist ein peripherer, selektiver und reversibler Catechol-O-Methyltransferase (COMT)-Hemmer mit hoher Bindungsaffinität (sub-picomolarer Bereich), welche zu einer geringen Komplex-Dissoziationsratenkonstanten und langen Wirkdauer (> 24 Stunden) in vivo führt. In Gegenwart eines DOPA-Decarboxylasehemmers (DDCI) wird die COMT für Levodopa zum wichtigsten metabolisierenden Enzym, das dessen Umwandlung in 3-O-Methyldopa[6] im Gehirn und in der Peripherie katalysiert. Bei Patienten, die Levodopa und einen peripheren DDCI wie Carbidopa oder Benserazid einnehmen, erhöht Opicapon die Levodopa-Plasmaspiegel und verbessert dadurch das klinische Ansprechen auf Levodopa.[5]

Toxikologie

Es liegen keine Daten zur LD50 von Opicapon vor. Es gibt kein bekanntes Gegenmittel für eine Überdosierung. Bei Überdosierung kann die Entfernung des Arzneimittels durch Magenspülung und/oder Inaktivierung durch Verabreichung von Aktivkohle erwogen werden.[4]

Handelsnamen

Ongentys (USA, EU, CH)

Literatur

  • Andrew J. Lees, Joaquim J. Ferreira, u. a.: Safety Profile of Opicapone in the Management of Parkinson’s Disease. In: Journal of Parkinson's disease. Band 9, Nr. 4, 2019, S. 733–740, doi:10.3233/JPD-191593, PMID 31498127 (englisch).
  • Margherita Fabbri, Joaquim J. Ferreira, u. a.: Opicapone for the treatment of Parkinson's disease: A review of a new licensed medicine. In: Movement Disorders. Band 33, Nr. 10, 1. Oktober 2018, S. 1528–1539, doi:10.1002/mds.27475, PMID 30264443 (englisch).
  • Ongentys. In: ema.europa.eu. European Medicines Agency;

Einzelnachweise

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