Oscar Berger

Cartoonist und Grafiker in Berlin, London, New York From Wikipedia, the free encyclopedia

Oscar Berger (geboren am 12. Mai 1901 in Eperies, Komitat Sáros, Österreich-Ungarn; gestorben am 15. Mai 1997 in New York) war ein bekannter Cartoonist und Grafiker in Berlin, London und New York.

Leben und Wirken

Oskar Berger kam väterlicherseits aus einer deutschsprachigen jüdischen Familie in Eperies (jetzt Prešov in der Slowakei), die Mutter stammte aus Mähren.[1][2] Er besuchte die höhere Schule in Leutschau und studierte anschließend kurzzeitig Kunst in Prag, Paris und 1920 in Berlin.[3] Danach war er als Pressezeichner für den Ullstein Verlag tätig.[4][5] 1923 zeichnete er Cartoons vom Prozess gegen Adolf Hitler und weitere Putschisten in München.

1933 emigrierte Oskar Berger zunächst nach Prag und dann über Budapest und Paris 1935 nach London. Dort zeichnete er für mehrere Zeitungen und Zeitschriften.[6] In den folgenden Jahren wurden alle seine Verwandten väterlicherseits während des Holocaust ermordet. Anfang der 1950er Jahre zog er nach New York und wurde 1955 US-amerikanischer Staatsbürger. In dieser Zeit war er mit Aran (Anne) Varga aus Kispest verheiratet.

Zeichnungen

Persönlichkeiten

Oscar Berger zeichnete Cartoons von zahlreichen bekannten Persönlichkeiten, darunter den US-Präsidenten Calvin Coolidge, Herbert Hoover, Franklin D. Roosevelt, Harry Truman, Dwight D. Eisenhower, John F. Kennedy[7], Lyndon B. Johnson, und Richard Nixon, der Königinnen Elisabeth II. von Großbritannien und Wilhelmina der Niederlande, den Königen Viktor Emmanuel III. von Italien und Georg II. von Griechenland, der Päpste Pius XII. und Johannes Paul II., dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, den Premierministern Aristide Briand, Winston Churchill[8], Clement Attlee, Edvard Beneš, Charles de Gaulle, den sowjetischen Politikern Wjatscheslaw Molotow und Andrej Gromyko, dem US-Gouverneur Earl Warren[9], den Schauspielern Charlie Chaplin[10], Marlene Dietrich, Greta Garbo[11], Gina Lollobrigida, Clark Gable, Judy Garland, Bette Davis, Bob Hope, Jane Russell, dem Physiker Albert Einstein, dem Dirigenten Arturo Toscanini, dem Komponisten Paul Hindemith, dem Sänger Pablo Casals, der Cellistin Raya Garbousova[12], den Tänzerinnen Anna Pawlowa, Maria Tallchieff und Valeska Gert, dem Pantomimen Marcel Marceau, den Schriftstellern George Bernard Shaw[13] und T. S. Eliot und weiteren. Einige dieser Zeichnungen wurden von den Porträtierten signiert.

Bücher

Eigene Bücher

Oscar Berger veröffentlichte einige Bücher mit Cartoons und Zeichnungen.

  • Tip und Top die zwei Schotten, Mosse, Berlin 1933
  • Aesop's Foibles, New York 1947
  • À la Carte. The Gourmet's Phantasmagoria in Fifty Cartoons, New York 1948
  • Famous Faces. Caricaturist's Scrapbook, London 1950
  • My Victims. How to Caricature, New York, 1952
  • I Love You. A Selection of Love Poetry, 1960
  • The Presidents. From George Washington to the Present, Hammond 1968
Weitere Bücher

Er schuf auch Illustrationen für Bücher anderer Autoren

Zeitschriften

Oscar Berger zeichnete für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen[14]

Unternehmen

Oscar Berger zeichnete auch Werbegrafiken für verschiedene Unternehmen, wie Shell, London Transport und Post Office.

Ausstellungen

Zeichnungen von Oscar Berger wurden bei einigen Ausstellungen gezeigt.

  • Ausstellung der Pressezeichner, Berlin 1929
  • Die Vertreibung des Geistigen aus Österreich, 1985[15]
  • Oscar Berger's Presidential Caricatures, New Britain Museum of American Art, Connecticut, 2012[16]

Literatur

  • Mack D. Vaughan: The Caricatures of Oscar Berger and David Low. Master of Arts. North Texas State Teachers College, Denton, Texas, 1949 (PDF)
  • Miloslav Rechcigl Jr.: Notable Americans of Czechoslovak Ancestry in Art and Letters and in Education. Bloomington 2021, p. p. 170, mit weiterer biographischer Literatur
  • Famous Faces by Oscar Berger, in American Artist, October 1963, 27, 8, pp. 44–49; 65, mit einigen biographischen Informationen
  • Norman Kent: Oscar Berger. Caricaturist Of World Celebrities. In: American Artist. May 1959. 23, 5, pp. 28–33, 69–73
  • Oscar Berger Ben Uri Research Unit, mit einigen Informationen

Einzelnachweise

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