Oscarverleihung 2026

98. Verleihung der Academy Awards From Wikipedia, the free encyclopedia

Die 98. Verleihung der Oscars (englisch 98th Academy Awards) fand am 15. März 2026 im Dolby Theatre in Los Angeles statt.[1] Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) ehrte dabei die aus ihrer Sicht besten Filme und Filmschaffenden des Kinojahres 2025 mit Auszeichnungen in 24 Kategorien, darunter ein erstmals ausgelobter Preis für Casting-Direktoren. Zusätzlich wurden bei einer getrennt veranstalteten Gala, den Governors Awards, Ehrenpreise verliehen.

Das Dolby Theatre, Veran­staltungs­ort der Oscar­verleihung 2026
Paul Thomas Anderson, Regisseur des erfolgreichsten Films One Battle After Another
Michael B. Jordan, ausgezeichnet als bester Hauptdarsteller in Blood & Sinners
Autumn Durald Arkapaw wurde als erste Frau in der Kategorie Beste Kamera ausgezeichnet

Die Oscar-Nominierungen wurden am 22. Januar 2026 bekanntgegeben.[2] Der Actionfilm One Battle After Another von Paul Thomas Anderson, der die bisherige Filmpreissaison dominiert hatte, war mit sechs Auszeichnungen (Film, Regie, Nebendarsteller – Sean Penn, adaptiertes Drehbuch, Casting, Schnitt) bei 13 Nominierungen am erfolgreichsten.[3] Am häufigsten berücksichtigt wurde der Horrorfilm Blood & Sinners von Ryan Coogler, der Preischancen in 16 Kategorien hatte. Damit stellte die US-amerikanische Produktion einen neuen Nominierungsrekord auf, der zuvor mit je 14 Nominierungen von den Dramen Alles über Eva (1951) und Titanic (1998) sowie vom Musical La La Land (2017) gehalten worden war. Letztlich wurde die Produktion in vier Kategorien ausgezeichnet.

Der US-amerikanische Fernsehsender ABC strahlte die Preisverleihung in über 200 Ländern und Gebieten weltweit aus.[1] Als Moderator wurde wie im Vorjahr Conan O’Brien verpflichtet. Matt Berry fungierte als Off-Sprecher.

Mit Autumn Durald Arkapaw wurde erstmals eine Kamerafrau mit dem Oscar für Kameraführung ausgezeichnet.[4] In der Kategorie bester Kurzfilm kam es durch Stimmgleichheit zur seltenen Doppelauszeichnung für die Filme Deux personnes échangeant de la salive und The Singers.[5]

Hintergrund

Moderation und Produktion

Conan O’Brien (2024)

Als Moderator wurde ein zweites Mal Conan O’Brien verpflichtet. Der US-amerikanische Comedian hatte die Oscarverleihung 2025 moderiert, die die höchste Gesamtzuschauerzahl der vergangenen fünf Jahre erreichte. Als Executive Producers der Fernsehgala fungierten zum dritten Mal in Folge Raj Kapoor und Katy Mullan, als Produzenten ebenfalls zum dritten Mal in Folge Taryn Hurd und Sarah Levine Hall sowie außerdem zum zweiten Mal nacheinander Jeff Ross und Mike Sweeney. Sweeney arbeitete für die Verleihung auch als Autor. Hamish Hamilton führte Regie.[1]

Neuerungen

Eine Neuerung bei der Verleihung 2026 war die Regel, dass die Academy-Mitglieder alle nominierten Filme in jeder Kategorie ansehen müssen, um sich an der finalen Abstimmung über die Oscar-Gewinner zu beteiligen. Darüber hinaus wurde eine neue Preiskategorie für das Beste Casting („Achievement in Casting“) eingeführt. Akademiemitglieder der Castingregie-Sparte bestimmten eine Auswahlliste aus 10 Filmen. Auch dürfen fortan Generative KI-Modelle und weitere digitale Tools bei der Filmherstellung verwendet werden. Dabei soll darauf geachtet werden, in welchem Maße ein Mensch mitgewirkt hat.[6] Bei den 2025 mehrfach Oscar-nominierten Musikfilmen Emilia Pérez und Like a Complete Unknown sowie dem Historiendrama Der Brutalist waren KI-Werkzeuge eingesetzt worden. So half ein Tool den Darstellern von Emilia Pérez und Der Brutalist, nachträglich ihre Aussprache im Spanischen und Ungarischen zu verbessern. Bei Like a Complete Unknown war eine Software eingesetzt worden, die es ermöglichte, das Aussehen von Stuntleuten an das der Schauspieler anzupassen.[7]

Eckdaten

Die Eckdaten zur 98. Oscarverleihung im Überblick:[2]

Weitere Informationen Datum, Ereignis (Auswahl) ...
DatumEreignis (Auswahl)
13. November 2025Ende der Einreichungsfrist für allgemeine Teilnahmekategorien, Spielfilme und animierte Spielfilme
16. November 2025Governors Awards (Vergabe der Ehrenoscars)
8.–12. Dezember 2025Vorabstimmung
16. Dezember 2025Veröffentlichung der Oscar-Shortlists
12.–16. Januar 2026Abstimmung über die Oscar-Nominierungen
22. Januar 2026Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen
10. Februar 2026Galadinner der Oscar-nominierten Personen („Oscar Nominees Event“)
26. Februar–5. März 2026Finale Abstimmung über die Oscar-Preisträger
15. März 202698. Oscarverleihung
28. April 2026Vergabe der Auszeichnungen für Wissenschaft und Technik
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Preisträger und Nominierte

Die Schauspielkategorien wiesen 2026 eine ungewöhnlich starke Präsenz des Horrorgenres auf.[8] Mit Jacob Elordi für Frankenstein, Amy Madigan für Weapons sowie Michael B. Jordan, Wunmi Mosaku und Delroy Lindo für Blood & Sinners wurden fünf Darsteller für Rollen in Horrorfilmen nominiert, so viele wie nie zuvor.[8] Zuvor waren zuletzt bei der Oscarverleihung 1974 mit Der Exorzist mehr als zwei Schauspielnominierungen für einen Horrorfilm vergeben worden.[8]

Weitere Informationen Film, N ...
In mehreren Kategorien nominierte Filme
hervorgehoben = meiste Auszeichnungen
N = Nominierungen; A = Auszeichnung
Film N A
Blood & Sinners164
One Battle After Another136
Frankenstein093
Sentimental Value091
Marty Supreme090
Hamnet081
F1041
Bugonia040
The Secret Agent040
Train Dreams040
KPop Demon Hunters022
Avatar: Fire and Ash021
Blue Moon020
Ein einfacher Unfall020
Sirāt020
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Bester Film

präsentiert von Ewan McGregor und Nicole Kidman

One Battle After Another – Produktion: Paul Thomas Anderson, Sara Murphy und Adam Somner

Beste Regie

präsentiert von Zendaya und Robert Pattinson

Paul Thomas AndersonOne Battle After Another

Anderson, der vor 2026 bereits 14-mal für einen Oscar nominiert worden war, gewann damit erstmals den Regie-Oscar; zuvor war er am selben Abend bereits für das adaptierte Drehbuch ausgezeichnet worden.[8]

Bester Hauptdarsteller

präsentiert von Adrien Brody

Michael B. JordanBlood & Sinners (Sinners)

Jordan erhielt die Auszeichnung für die Darstellung der Zwillingsbrüder Smoke und Stack in Blood & Sinners.[8] Er war damit erst die zweite Person in der Oscar-Geschichte, die für die Darstellung von Zwillingen ausgezeichnet wurde; zuvor war dies nur Lee Marvin für Cat Ballou gelungen.[8]

Beste Hauptdarstellerin

präsentiert von Mikey Madison

Jessie BuckleyHamnet

Buckley war die erste irische Schauspielerin, die in dieser Kategorie ausgezeichnet wurde.[8]

Bester Nebendarsteller

präsentiert von Kieran Culkin

Sean PennOne Battle After Another

Beste Nebendarstellerin

präsentiert von Zoë Saldaña

Amy MadiganWeapons – Die Stunde des Verschwindens (Weapons)

Bestes Originaldrehbuch

präsentiert von Chris Evans und Robert Downey Jr.

Ryan CooglerBlood & Sinners (Sinners)

Bestes adaptiertes Drehbuch

präsentiert von Chris Evans und Robert Downey Jr.

Paul Thomas AndersonOne Battle After Another

Bestes Casting

präsentiert von Paul Mescal, Gwyneth Paltrow, Chase Infiniti, Wagner Moura und Delroy Lindo

Cassandra KulukundisOne Battle After Another

Beste Kamera

präsentiert von Demi Moore

Autumn Durald ArkapawBlood & Sinners (Sinners)

Arkapaw war die erste Frau, die in dieser Kategorie einen Oscar gewann.[8]

Bestes Szenenbild

präsentiert von Sigourney Weaver und Pedro Pascal

Tamara Deverell und Shane VieauFrankenstein

Bestes Kostümdesign

präsentiert von Anne Hathaway und Anna Wintour

Kate HawleyFrankenstein

Bestes Make-up und beste Frisuren

präsentiert von Anne Hathaway und Dame Anna Wintour

Mike Hill, Jordan Samuel und Cliona FureyFrankenstein

Beste Filmmusik

präsentiert von Maya Rudolph, Kristen Wiig, Rose Byrne, Melissa McCarthy und Ellie Kemper

Ludwig GöranssonBlood & Sinners (Sinners)

Bester Filmsong

präsentiert von Lionel Richie

Golden aus KPop Demon HuntersEjae, Kwak Joong-gyu, Lee Yu-han, Nam Hee-dong, Teddy Park, Seo Jeong-hoon und Mark Sonnenblick

Bester Schnitt

präsentiert von Bill Pullman und Lewis Pullman

Andy JurgensenOne Battle After Another

Bester Ton

präsentiert von Maya Rudolph, Kristen Wiig, Rose Byrne, Melissa McCarthy und Ellie Kemper

Gareth John, Al Nelson, Juan Peralta, Gary A. Rizzo und Gwendolyn Yates WhittleF1

Beste visuelle Effekte

präsentiert von Sigourney Weaver und Pedro Pascal

Richard Baneham, Daniel Barrett, Joe Letteri und Eric SaindonAvatar: Fire and Ash

Bester Animationsfilm

präsentiert von Will Arnett und Channing Tatum

KPop Demon HuntersChris Appelhans, Maggie Kang und Michelle L. M. Wong

Bester animierter Kurzfilm

präsentiert von Will Arnett und Channing Tatum

Das Mädchen, das Perlen weinte (The Girl Who Cried Pearls)Chris Lavis und Maciek Szczerbowski

Bester Kurzfilm

präsentiert von Kumail Nanjiani; wegen Stimmengleichheit wurden zwei Filme ausgezeichnet

The SingersSam A. Davis und Jack Piatt
Deux personnes échangeant de la saliveNatalie Musteata und Alexandre Singh

Der geteilte Sieg von The Singers und Deux personnes échangeant de la salive war der siebte Stimmengleichstand in der Geschichte der Oscarverleihung.[8]

Bester Dokumentarfilm

präsentiert von Jimmy Kimmel

Ein Nobody gegen Putin (Mr. Nobody mod Putin)David Borenstein, Helle Faber, Alžběta Karásková und Pawel Talankin

Bester Dokumentar-Kurzfilm

präsentiert von Jimmy Kimmel

All die leeren Zimmer (All the Empty Rooms)Conall Jones und Joshua Seftel

Bester internationaler Film

präsentiert von Priyanka Chopra Jonas und Javier Bardem

Sentimental Value, Norwegen – Regie: Joachim Trier

In Memoriam

Ehrenoscars

Die vom Board of Governors der AMPAS bestimmten Ehrenpreisträger wurden im Rahmen der Governors Awards am 16. November 2025 im Ray Dolby Ballroom des Einkaufszentrums Ovation Hollywood ausgezeichnet. Die Bekanntgabe erfolgte am 17. Juni 2025:[10]

  • Debbie Allen – US-amerikanische Choreografin, Schauspielerin und Filmproduzentin (choreografierte unter anderem sieben Oscarverleihungen)
  • Tom Cruise – US-amerikanischer Schauspieler und Filmproduzent, vier Oscar-Nominierungen zwischen 1990 und 2023
  • Wynn Thomas – US-amerikanischer Szenenbildner, der unter anderem für seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Filmregisseur Spike Lee bekannt ist.

Darüber hinaus wurde der US-amerikanischen Sängerin Dolly Parton der Jean Hersholt Humanitarian Award zuerkannt.[10]

Siehe auch

Einzelnachweise

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