Ottenthal

Gemeinde im Bezirk Mistelbach, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Ottenthal ist eine Gemeinde mit 529 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich. Zwischen 1972 und Ende 1988 war die Gemeinde Teil von Falkenstein und keine eigenständige Gemeinde.[2]

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Ottenthal
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Ottenthal
Ottenthal (Österreich)
Ottenthal (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Fläche: 15,40 km²
Koordinaten: 48° 46′ N, 16° 35′ O
Höhe: 240 m ü. A.
Einwohner: 529 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 34 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2163
Vorwahl: 02554
Gemeindekennziffer: 3 16 58
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Ottenthal 194
2163 Ottenthal
Website: www.ottenthal.gv.at/
Politik
Bürgermeister: Herwig Graf (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025[1])
(15 Mitglieder)
12
3
12 3 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Ottenthal im Bezirk Mistelbach
Lage der Gemeinde Ottenthal im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)FalkensteinMistelbach
Lage der Gemeinde Ottenthal im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW

Geografie

Ottenthal liegt am nördlichen Rand des Weinviertels in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 15,39 Quadratkilometer. Davon sind 87 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 2 Prozent Gärten,1 Prozent Weingärten und 5 Prozent der Fläche sind bewaldet.[3]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[4]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Guttenbrunn und Ottenthal.

Nachbargemeinden

Tschechien
Wildendürnbach Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Drasenhofen
Falkenstein

Geschichte

In der Endphase des Zweiten Weltkriegs kam es in Ottenthal zwar zu keinen nennenswerten Kampfhandlungen, jedoch zu Übergriffen auf die Zivilbevölkerung durch Soldaten der Roten Armee. Am 22. April 1945 marschierten die Russen nach einem Brandbombenbeschuss in der Nacht zuvor, bei dem zwei Wohngebäude abbrannten und fünf Zivilisten getötet wurden, in den Ort ein. Nachdem sich die Soldaten einquartiert hatten, wurden mehrere Ortsbewohner, die ihre Töchter vor Vergewaltigungen schützen wollten, ermordet. Der Ort blieb bis Ende Mai 1945 von der Roten Armee besetzt, danach litt die Bevölkerung durch Raubzüge tschechischer Partisanen.[5]

Mit 1. Jänner 1972 wurden im Zuge der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung die bis dahin eigenständigen Gemeinden Guttenbrunn und Ottenthal nach Falkenstein eingemeindet.[2] Falkenstein wurde mit 1. Jänner 1989 wieder geteilt, in die Gemeinden Falkenstein und Ottenthal, wobei Guttenbrunn bei Ottenthal verblieb.[6]

Einwohnerentwicklung

Seit dem Höchststand der Bevölkerungszahl am Anfang des 20. Jahrhunderts hat die Gemeinde mehr als die Hälfte der Einwohner verloren. Auch in den letzten Jahrzehnten waren sowohl Geburtenbilanz als auch Wanderungsbilanz negativ.[7]

Ottenthal: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.094
1880
 
1.141
1890
 
1.116
1900
 
1.183
1910
 
1.184
1923
 
1.137
1934
 
1.051
1939
 
1.008
1951
 
932
1961
 
826
1971
 
768
1981
 
679
1991
 
656
2001
 
626
2011
 
588
2021
 
533
2025
 
529
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1. Jänner 2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Ottenthal
Ortskapelle Guttenbrunn
Kellergasse Pottenhofener Straße
Naturschutzgebiet Zeiserlberg

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 15, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 67. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 264. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44 %.

Öffentliche Einrichtungen

In Ottenthal befindet sich eine Volksschule.[8]

Politik

Gemeinderat

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Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

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BW

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister

  • bis 2010 Albert Graf (ÖVP)
  • 2010–2025 Erwin Cermak (ÖVP)[15]
  • ab 2025 Herwig Graf (ÖVP)

Wappen

Blasonierung: „In Grün zwischen vier, zwei zu zwei versetzt gestellte, weiße Blüten mit vier schräggestellten Blütenblättern und goldenem Butzen eine gestürzte, eingeschweifte weiß-gesäumte rote Spitze, darin ein gestürztes goldenes Schwert.“ Die Fahnenfarben sind rot, golden und grün, belegt mit dem Ortswappen.

Das goldene Schwert und die rote Spitze symbolisieren Schwert und Mantel des Hl. Martin, Schutzpatron der Ortskirche, die Blüten die des wildwachsenden Tátorján-Meerkohls.

Das Wappen wurde aufgrund eines Gemeindebeschlusses vom 13. Juni 2008 mit Wappenvorschlag an die niederösterreichische Landesregierung am 28. Juni 2009 offiziell vergeben und durch Landeshauptmann Erwin Pröll feierlich an Bürgermeister Albert Graf überreicht.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde
  • Paul Christian Jezek (* 1963), Buchautor (Der Fall Libro, Unternehmerhandbuch), Gründungsmitglied des WirtschaftsBlattes (1995) und Chefredakteur des Unternehmer
  • Wilhelm „Duke“ Jezek (1941–2009), vielseitiger Autor, Maler und Musiker, 1977 Co-Betreuer des österreichischen Schülerligameisters SHS Laa/Thaya, Lehrer für Englisch, Musik, Bildnerische Erziehung u. a.
  • Jennifer Kresitschnig, geborene Martha Jezek (* 1976), Buchautorin (Unklar, Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Drachen. Lilly und Nikolas in Kärnten, Anne von Rien. Das große Turnier, Das Knuffale)

Literatur

  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 5. Band: Neusiedl bis Rohrendorf. Sollinger, Wien 1835, S. 50 (OttenthalInternet Archive).
Commons: Ottenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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