Otto Balluff

deutscher Kommunalpolitiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Otto Balluff (* 10. Mai 1895 in Stuttgart; † 26. Januar 1950 in Aalen) war ein deutscher Kommunalpolitiker. Er war von 1945 bis 1950 Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister von Aalen.

Leben

Balluff wuchs als eines von zehn Kindern eines Straßenbahnschaffners in Stuttgart auf. Der Opernsänger Anton Balluff war sein Großonkel. Er besuchte die Gewerbliche Fach- und Technikerschule in Stuttgart und ließ sich dort in Klaviermechanik ausbilden. 1914 legte er die Abschlussprüfung ab. Im gleichen Jahr meldete er sich als Freiwilliger zum Einsatz im Ersten Weltkrieg. 1917 geriet er in französische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung 1920 kehrte er erkrankt nach Stuttgart zurück und begann nach seiner Genesung eine Tätigkeit als Schreiner und Klaviermechaniker.

In der Weimarer Republik trat Balluff der Zentrumspartei bei und engagierte sich in der katholischen Arbeiterbewegung. Außerdem war er Mitglied des Friedensbunds Deutscher Katholiken und in der Bewegung gegen den Antisemitismus tätig. 1925 gelang ihm der Einzug in den Stuttgarter Gemeinderat, dem er bis 1934 angehörte. Zudem war er Schöffe beim Amtsgericht und Mitglied des Arbeitsgerichts in Stuttgart. Nachdem er einige Jahre bei Louis Renner beschäftigt gewesen war, wechselte er 1931 als technischer Angestellter zu Brown, Boveri & Cie. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlor er sämtliche politische Ämter und wurde arbeitslos. 1934 wurde er als SA-Anwärter verpflichtet und nach kurzer Zeit als „parteiunzuverlässig“ wieder entlassen. 1936 erhielt er bei einem Stuttgarter Wohlfahrtsverein eine Nebenbeschäftigung. 1938 fand er eine Anstellung als Unterabteilungsleiter bei Robert Bosch. 1944 wurde er nach Aalen versetzt und zog nach Aufhausen.

Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er Ende April 1945 von der amerikanischen Militärregierung zum kommissarischen Bürgermeister von Aufhausen ernannt. Am 9. Juli 1945 wurde er in Personalunion als Nachfolger des entlassenen Karl Schübel zum kommissarischen Bürgermeister von Aalen ernannt. Am 6. März 1946 wurde er schließlich vom Aalener Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt. Außerdem wurde er Mitglied des Kreistags des Landkreises Aalen. Am 1. August 1947 wurde Aalen zur „Unmittelbaren Kreisstadt“ (heute: Große Kreisstadt) erhoben; dadurch erhielt Balluff die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Am 7. März 1948 wurde er als Parteiloser mit 65 Prozent der Stimmen von der Aalener Bevölkerung für weitere sechs Jahre im Amt des Oberbürgermeister bestätigt. Ab Dezember 1949 konnte er seine Amtsgeschäfte aufgrund einer Lungen- und Lebererkrankung nicht mehr ausführen.[1]

Er verstarb schließlich am 26. Januar 1950 im Amt und wurde auf dem Pragfriedhof beigesetzt. Als Oberbürgermeister folgte ihm sein Vorgänger Karl Schübel nach. Balluff war verheiratet und Vater zweier Söhne, die beide im Zweiten Weltkrieg fielen. Nach dem Zweiten Weltkrieg adoptierte er mit seiner Frau eine Tochter.

  • Lebenslauf von Otto Balluff im Aalener Jahrbuch 2000 (PDF)

Einzelnachweise

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