Otto Fitzner
deutscher Ingenieur, Bergwerksdirektor und Wehrwirtschaftsführer in Schlesien
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Otto Fitzner (* 4. Januar 1888 in Laurahütte (Oberschlesien); † November 1946 in Iwanowskoje (Kursk)[1]) war ein deutscher Bergbau-Ingenieur und -Manager in Schlesien.
Leben
Otto Fitzner war ein Sohn des Unternehmers Wilhelm Fitzner. Er studierte an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität Breslau und der Universität Greifswald sowie an der Technischen Hochschule (Berlin-)Charlottenburg und der Technischen Hochschule Aachen. 1911 wurde er mit Karl von Behr und Ernst Stampe im Corps Pomerania Greifswald aktiv.[2] 1913 begann er den Vorbereitungsdienst als Bergreferendar.[3]
Im Ersten Weltkrieg diente er zunächst im Ulanen-Regiment Nr. 9 und zuletzt bei den Luftstreitkräften als Leutnant der Reserve und Führer der Jagdstaffel 65. Ihm wurden neun Luftsiege anerkannt. Nach Kriegsende bekämpfte er in Freikorps die Aufstände in Oberschlesien.[4] Nach Ablegung seines Staatsexamens wurde er 1920 zum Bergassessor ernannt und war im Erz- und Kohlenbergbau tätig. In Kattowitz war er ab 1925 Technischer Direktor bei der Bergwerksgesellschaft Georg von Giesche’sche Erben, dem größten deutschen Zinkunternehmen.
Zum 1. Dezember 1931 trat Otto Fitzner in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) (Mitgliedsnummer 871.816)[5] und im selben Jahr in die Sturmabteilung (SA) ein. Von Mai 1933 bis Ende 1937 war er Vorstandsmitglied im Verein Deutscher Ingenieure (VDI).[6] Von Juni 1933 bis Juli 1934 war er Vorsitzender der Deutschen Metallerzbergwerke. 1935 wurde er Leiter der Gauwirtschaftskammer Oberschlesien und Präsident der Industrie- und Handelskammer Breslau. Zum Wehrwirtschaftsführer ernannt, wurde er bei Beginn des Überfalls auf Polen im September 1939 Sonderbeauftragter des Chefs der Zivilverwaltung (Heeresgruppe Süd) in Ostoberschlesien. Am 9. Oktober 1939 erhielten Adolf Eichmann und sein Mitarbeiter Rolf Günther von ihm und vom Chef des Stabes des Grenzschutzabschnittskommandos 3 Generalmajor Otto von Knobelsdorff die Unterstützung für geplante Deportationen von Juden aus Kattowitz und Umgebung.[7]
Fitzner war ab Juli 1934 Leiter der Wirtschaftsgruppe Nichteisen-Metalle und vertrat sie als einziger ab 1937 im Senat der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG). Mit Gerhardt Preuschen sorgte er dafür, dass die KWG 1940 in Breslau das Institut für Landwirtschaftliche Arbeitswissenschaft errichtete.[8] Im März 1941 wurde er Gauwirtschaftsberater der NSDAP für Niederschlesien.[4]
Fitzner war Vertreter von Eduard Schulte und ein enger Freund von Karl Hanke.[9] Seine Frau war Dänin; seine Söhne nannte er Ruthard und Amer nach den Helden nordischer Sagen.[10] Nach der Schlacht um Breslau geriet Otto Fitzner in sowjetische Gefangenschaft, in der er Ende Oktober oder Anfang November 1946 starb.[1]
Literatur
- Rüdiger Hachtmann: Wissenschaftsmanagement im „Dritten Reich“. Wallstein-Verlag, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0108-5, Band 2, S. #.