PK – Andere Sterne, Andere Sitten
Film von Rajkumar Hirani (2014)
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PK (Pee Kay; Hindi für ‚beschwipst‘) ist ein indisches Komödien-Filmdrama von Rajkumar Hirani aus dem Jahr 2014. Der Film ist von Hirani, Vidhu Vinod Chopra und Siddharth Roy Kapur produziert worden und das Drehbuch stammt von Hirani und Abhijat Joshi. Aamir Khan ist als Alien in der Hauptrolle zu sehen, neben ihm spielen Anushka Sharma, Boman Irani und Sanjay Dutt in Nebenrollen. Seit dem 17. Juli 2015 ist PK in deutscher Synchronfassung von Rapid Eye Movies auf DVD und Blu-Ray auf dem Markt.
| Film | |
| Titel | PK - Andere Sterne, Andere Sitten |
|---|---|
| Originaltitel | PK |
| Produktionsland | Indien |
| Originalsprache | Hindi |
| Erscheinungsjahr | 2014 |
| Länge | 153 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Rajkumar Hirani |
| Drehbuch |
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| Produktion | |
| Musik |
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| Kamera | C. K. Muraleedharan |
| Schnitt | Rajkumar Hirani |
| Besetzung | |
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| → Synchronisation | |
Handlung
PK ist ein humanoider Alien, der im Zuge einer Forschungsmission auf der Erde gelandet ist. Kurz nach der Landung in der Wüste in Rajasthan wird ihm sein Amulett gestohlen, das als Fernbedienung dient, um Kontakt mit seinem Raumschiff aufzunehmen.
Am selben Tag lernt die Inderin Jagat „Jaggu“ Janani Sahni den Pakistaner Sarfaraz Yousuf im belgischen Brügge kennen. Sie studiert Fernsehproduktion, er Architektur und jobbt nebenbei in der pakistanischen Botschaft. Die beiden verlieben sich ineinander, doch Jaggus hinduistischer Vater ist gegen die Verbindung seiner Tochter mit einem muslimischen Mann. Er konsultiert den Guru der Familie, Tapasvi Maharaj, der prophezeit, dass Sarfaraz Jaggu betrügen und sitzenlassen werde. Fest entschlossen, ihnen das Gegenteil zu beweisen, bittet Jaggu Sarfarez, sie bereits am nächsten Tag zu heiraten. Auf dem Standesamt wird ihr dann von einem fremden Jungen ein nicht unterschriebener Brief übergeben, in dem der Verfasser aufgrund der kulturellen und religiösen Unterschiede zwischen den Familien keine gemeinsame Zukunft als Eheleute sieht und darum bittet, von einer Kontaktaufnahme abzusehen.
Jaggu kehrt mit gebrochenem Herzen nach Neu-Delhi zurück und schlägt eine Karriere als Fernsehreporterin ein. Sie trifft auf den Alien in einer U-Bahn, als dieser gerade dabei ist, Flugblätter über einen „vermissten“ Gott auszuteilen. Sie folgt ihm und gewinnt sein Vertrauen, nachdem sie ihn davor bewahrt hat, vor einem Tempel aufgrund eines Diebstahls verprügelt zu werden. Daraufhin vertraut sich ihr der Alien an und erzählt in einer Rückblende seine Geschichte:
Ohne Kleidung machte er sich auf die Suche nach seinem Amulett. Er stahl Kleidung sowie Geld für Essen und verständigte sich zunächst mit Mimik und Gestik. Nach einem kurzen Aufenthalt im Dorf war er kein Unbekannter mehr. Die Leute nannten ihn „PK“, weil sie aufgrund seines kuriosen Verhaltens in der ihm völlig fremden Welt dachten, er sei betrunken. PK freundete sich mit dem Kapellmeister Bhairon Singh an, der ihm dabei behilflich war, sich an die Umstände auf der Erde anzupassen. Um die Sprache der Menschen zu erlernen, muss PK die Hände eines Menschen halten, wodurch dessen Sprachkenntnisse in seinen Kopf übertragen werden. Seine zahlreichen Versuche, die Hand von fremden Menschen zu halten, wurden von Bhairon als Sehnsucht nach Nähe gedeutet. Er brachte ihn deshalb in ein Bordell, wo PK sechs Stunden lang die Hände einer Prostituierten hält und dadurch die Sprache Bhojpuri erlernte.
Auf Rat von Bhairon setzte er seine Suche in Delhi fort, wurde aber dort nur von wenig mitfühlenden Polizisten weggejagt. Nachdem ihm von mehreren Personen gesagt wurde, dass Gott ihm helfen könne, begab er sich auf die Suche nach Gott: Er praktizierte verschiedene in Indien verbreitete Religionen, darunter Hinduismus, Sikhismus, Christentum und Islam, doch er konnte Gott nicht finden. Außerdem führten die unterschiedlichen Praktiken und Regeln der Religionsgruppen bei ihm zu großer Verwirrung. Bei einer religiösen Veranstaltung von Sadhu Tapasvis entdeckte er sein Amulett auf der Bühne, jedoch behauptete Tapasvis, dass es ein Geschenk Gottes sei und verweigerte die Herausgabe.
Jaggu hält PK zunächst für einen psychisch gestörten Menschen und glaubt seine Geschichte erst, nachdem er seine Fähigkeit der Gedankenübertragung demonstriert hat. Sie empfindet Mitleid mit ihm und verspricht, ihm zu helfen. Nachdem Jaggu einem unbekannten Anrufer vor seinen Augen einen Streich gespielt hat, vermutet PK, dass Tapasvi und andere Gurus eine „falsche Nummer“ wählen, wenn sie Gott anrufen. Am anderen Ende der Leitung sitze dann jemand, der den Gurus einen Streich spiele, so seine Vermutung. Mit dem Konzept der „falschen Nummer“ überzeugt Jaggu ihren Chef Cherry, eine Liveshow zu produzieren, in der PK in einem Streitgespräch gegen Tapasvi antritt. Von Jaggu ermutigt, begibt sich PK in einen Tempel und konfrontiert Tapasvi mit seiner Theorie der falschen Nummer. Allmählich entwickelt sich diese „Falsche Nummer“-Kampagne zu einer populären Massenbewegung, sehr zum Leidwesen von Tapasvi.
PK hat sich inzwischen in Jaggu verliebt, kann ihr aber nicht seine Gefühle gestehen. Bhairon fängt den Dieb von PKs Amulet und informiert PK, dass dieser das Amulett an Tapasvi verkauft hat. PK erkennt, dass Tapasvi die ganze Zeit über ein Betrüger war und die Menschen absichtlich in die Irre geführt hat. Bhairon bringt den Dieb nach Delhi. Bei der Ankunft am Bahnhof kommen beide durch einen religiös motivierten Bombenanschlag ums Leben.
Später in der TV-Show fordert Tapasvi PK heraus, die wahre Geschichte über Sarfaraz zu erzählen, indem er ihm dafür sein Amulett verspricht. PK äußert die These, dass ein falsch zugestellter Brief und nicht religiöse Unterschiede Sarfaraz und Jaggu getrennt hätten. Während der TV-Show ruft Cherry die pakistanische Botschaft an, von der er die Info erhält, dass Sarfarez dort jeden Tag nachfragt, ob Jaggu aus Indien angerufen habe. Jaggu und Sarfaraz werden nun direkt miteinander telefonisch verbunden und versöhnen sich. PK erhält sein Amulett zurück und wird von Jaggu zur Wüste begleitet, wo er gelandet ist. Bevor er abreist, wird Jaggu klar, dass PK sie liebt. PK reist zu seinem Planeten und sie schreibt später ein Buch über PK. Sie schreibt, wie sehr sie ihn vermisse und wie er ihr zwei große Geschenke gemacht habe – die Liebe ihres Vaters und Sarfaraz. PK kehrt ein Jahr später zurück zur Erde mit einer neuen Forschungsmannschaft.[1]
Hintergrund
Der Film ist laut Regisseur Rajkumar Hirani eine Satire über „God and godmen“.[2] Als „godmen“ werden in Indien spirituelle Führer bezeichnet, die von ihren Anhängern oftmals wie Halbgötter verehrt werden. Sie behauptet im Allgemeinen, über paranormale Kräfte zu verfügen, wie bspw. die Fähigkeit zu heilen, zukünftige Ereignisse zu sehen oder zu beeinflussen oder Gedanken zu lesen.
PK kam am 19. Dezember 2014 in die Kinos und avancierte nach seiner Veröffentlichung zum bis dahin kommerziell erfolgreichsten Bollywoodfilm. Er löste die Filme 3 Idiots, Chennai Express, Dhoom: 3 und Happy New Year – Herzensdiebe mit großem Vorsprung ab.[3] Obwohl der Film am Anfang klar darauf hinweist, dass er keine Religionen angreifen bzw. kritisieren möchte, gab es Auseinandersetzungen, da PK angeblich den Hinduismus ins Lächerliche ziehen würde.[4] Gewaltbereite Hindus protestierten in vielen Städten und zerstörten Kinos, die den Film abspielten. Der muslimische Hauptdarsteller Aamir Khan wurde verbal angegriffen und äußerte sich anschließend dazu, dass er den Hinduismus achte.[5] Aufforderungen, den Film zu zensieren und zu verbieten, wurden abgelehnt.[6]
Musik
| # | Titel | Sänger | Länge |
|---|---|---|---|
| 1 | Tharki Chokro | Swaroop Khan | 04:55 |
| 2 | Love is a Waste of Time | Sonu Nigam, Shreya Ghoshal | 04:30 |
| 3 | Nanga Punga Dost | Shreya Ghoshal | 04:46 |
| 4 | Chaar Kadam | Shaan, Shreya Ghoshal | 04:20 |
| 5 | Bhagwan Hai Kahan Re Tu | Sonu Nigam | 05:12 |
| 6 | Dil Darbadar | Ankit Tiwari | 05:31 |
| 7 | PK Dance Theme | Instrumental | 02:23 |
Synchronisation
Anlässlich der DVD-Veröffentlichung am 17. Juli 2015 des Filmlabels Rapid Eye Movies[7] wurde die deutsche Synchronfassung von der Synchronfirma Berliner Synchron angefertigt. Verantwortlich für das Dialogbuch war Lioba Schmid, Dialogregie führte Rainer Martens. Da Philipp Brammer, der Stammsprecher von Aamir Khan, verstorben war, wurde erstmals Jaron Löwenberg für den Bollywoodstar eingesetzt.[8]
| Darsteller | Rolle | Synchronsprecher[8] |
|---|---|---|
| Aamir Khan | P.K. | Jaron Löwenberg |
| Anushka Sharma | Jaggu | Rubina Nath |
| Sushant Singh Rajput | Sarfraz | Ricardo Richter |
| Sanjay Dutt | Bhairon Singh | Ronald Nitschke |
| Boman Irani | Cherry Bajwa | Erich Räuker |
| Saurabh Shukla | Guru Tapasvi Maharaj | Lutz Schnell |
| Parikshat Sahni | Jaggus Vater | Victor Deiß |
| Maanvi Gagroo | Mitu | Nadine Zaddam |
| Reema Debnath | Puljaria | Cornelia Waibel |
Kritik
„[…] Das Publikum pilgerte denn auch ins Kino: ‚PK‘ avancierte mit grossem Abstand zum erfolgreichsten Bollywood-Film aller Zeiten mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 100 Mio. Dollar. Nicht nur das Thema und Iranis gefühlvoll humorige Inszenierung haben daran ihren Anteil, sondern vor allem auch Aamir Khan. Er ist und bleibt ein Kassenmagnet (nahezu alle erfolgreichsten Filme der letzten Jahre hatten ihn als Star) und er gibt stets alles. Hier ist er mit seinem kindlich-naiven Spiel inklusive weit aufgerissenen Augen anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig. Doch er geht in dieser Rolle voll auf und am Ende leidet man mit ihm und amüsiert sich über ihn. Ja er beweist sogar einmal mehr Selbstironie, etwa wenn er gefragt wird‚ haben auf deinem Planeten alle solch abstehende Ohren?‘ […]“
„[…] Im Rahmen eines Bollywood-Spektakels mit Science-Fiction-Anleihen, Musik und Tanz, Herzschmerz und burlesker Komik vermittelt der Film aufklärerische Religionskritik und fordert satirisch dazu auf, religiöse Praktiken auf ihren humanen Wert zu hinterfragen.“