Palais Hansen
Hotel in Innere Stadt (40848)
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Schottenring 20–26, auch bekannt als Palais Hansen, ist eine Zinshausgruppe am Schottenring 20–26 im 1. Bezirk von Wien. Sie wurde 1869–1873 durch die Allgemeine Österreichische Baugesellschaft von dem Architekten Theophil Hansen im Neorenaissancestil errichtet.


Geschichte
Die Zinshausgruppe Schottenring 20–26 besteht aus acht Gebäuden mit einheitlicher Fassade.[1] Durch einen Tauschvertrag gegen das Bürgerspital wurde sie 1873 Eigentum der Stadt Wien.[2]
In einem zeitgenössischen Artikel der Deutschen Bauzeitung heißt es: „Die von Hansen entworfene, in unserer Darstellung mit No. I bezeichnete Baugruppe bedeckt ein Viertel von 102,38 m Länge und 46,43 m Breite, über dessen Fluchtlinien die Risalite jedoch bis zu 1 m vorspringen. Sie sollte dem von der Stadterweiterung gestellten Programme gemäss 8 einzelne Parzellen umfassen, musste daher in den Axen der Façaden getheilt werden. Die Anordnung des Grundrisses ist so erfolgt, dass sich im Innern ein grosser Mittelhof von 19 m im Quadrat, sowie zwei Seitenhöfe von 19 m und 8,6 m Seite ergeben haben, während neben diesen noch 12 kleinere Lichthöfe vorhanden sind. Die zu den einzelnen Häusern gehörigen Einfahrten, welche sich nach der Hofseite zu hallenartigen Treppenvestibülen erweitern, sind paarweise in der Mitte der Fronten angelegt, so dass die Möglichkeit offen blieb, diese Vestibüle zu vereinigen, falls beide Häuser von einem Besitzer erworben wurden. Da dieser Fall in der That eingetreten ist, indem sogar alle 8 Parzellen in eine einzige Hand, die der Kommune Wien, übergegangen sind, so wurden zwischen je zwei Treppenhäusern dreischiffige, nach den Höfen geöffnete Hallen von sehr stattlichen Dimensionen und bedeutender Wirkung gewonnen. Der Aufbau zeigt über dem Erdgeschoss, dessen Höhe entsprechend der stark geneigten Baustelle wechselt und das auf der tiefsten Seite desselben noch mit einem vollständig ausgebauten Mezzanin verbunden ist, drei gleichmässig durchgehende Stockwerke, denen bei den mittleren 4 Häusern noch ein viertes Geschoss folgt. Das Erdgeschoss enthält an den Strassenfronten durchweg Läden, an den Hoffronten je eine kleine Wohnung, die oberen Stockwerke enthalten je eine grössere Wohnung für jedes Haus.“[3]
Bis 1996 nutzen Dienststellen der Stadt Wien das Gebäude. 1997 wurde es Eigentum der Palais Hansen Immobilienentwicklung GmbH, die es umbauen und sanieren ließ. Seitdem ist das Gebäude auch bekannt als Palais Hansen; tatsächlich ist es aber nie ein Palais gewesen. 2013 bis 2023 wurde in dem Gebäude ein Hotel Kempinski betrieben, seit 2024 firmiert es als Hotel Anantara.[4]
Literatur
- Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Wien: I. Bezirk – Innere Stadt, S. 690, ISBN 3-85028-366-6.
- Alois Kieslinger: Die Steine der Wiener Ringstraße. Ihre technische und künstlerische Bedeutung. In: Renate Wagner-Rieger (Hrsg.): Die Wiener Ringstraße – Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. Band 4. Steiner, Wiesbaden 1972, S. 343
- Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine (Hrsg.): Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 7, Nummer 88, Seite 341 ff.