Palais Sternberg

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Das Palais Sternberg ist ein Palais im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße an der Ungargasse 43. Von der Straße etwas zurückgesetzt, ist es das einzige in der Ungargasse noch erhaltene Palais.

Das Palais Sternberg
Italienisches Kulturinstitut
Die Gartenfassade

Geschichte

Seinen Ursprung hat das Palais Sternberg in einem Vorgängerbau, den Maximilian Franz Alsterl von Alsterfeldt im Jahr 1724 beauftragte. Im frühen 19. Jh. kam es zur Neuerrichtung. Die Eingliederung bestehender, privater Wohngebäude in den Neubau verlieh dem Palais seine zwei breiten Seitenflügel.[1]

Unter seinem Besitzer Johann Schiffner, dem Direktor des Universitätsklinikums, erfuhr das Palais durch Architekt Charles Moreau und Baumeister Karl Ehmann eine weitere, umfassende Erweiterung[2] und Restaurierung.[1] Diese von 1820 bis 1821 realisierte Bauetappe wird gelegentlich als eigentlicher Entstehungszeitpunkt des Palais gewertet.[2][3]

Nach dem Tod Schiffners ging das Gebäude 1862 an Zdenko von Sternberg über. Das Wappen der böhmischen Familie Sternberg, ein achtzackiger Stern mit Krone, findet sich seitdem im Tympanon der Hauptfassade.[1]

Die schneckenförmige Treppe im Eingangsbereich sowie die Einfriedung des Vorhofes durch ein schmiedeeisernes Gitter und Pilaster gehen auf eine Umgestaltung durch Architekt Ludwig Richter Anfang des 20. Jh. zurück. Bildhauerische Arbeiten, darunter Putten auf den Pilastern und ein von der griechischen Mythologie inspiriertes Flachrelief auf der Fassade, stammen von Joseph Klieber. Die Innenräume wurden gemäß des Neobarocks angepasst. Zudem kam es zur Errichtung von Nebengebäuden, die sich in den hinteren Gartenbereich erstrecken.[1]

Nach dem Verkauf des Gebäudes an ein jüdisches Schweizer Versicherungsunternehmen in der Zwischenkriegszeit[2] kam es zu weiteren baulichen Veränderungen, beispielsweise der Erweiterung der Seitenflügel in Richtung des Gartens. Nach der Enteignung 1938[2] bezogen die faschistische Partei Italiens und ein Komitee der Dante-Alighieri-Gesellschaft das Gebäude, das 1940 schließlich in den Immobilienbesitz des italienischen Staates überging.[1]

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Palais Bombenschäden und wurde ab 1948 renoviert, um eine Nutzung durch das Italienische Kulturinstitut zu ermöglichen. Im April 1949 waren die Arbeiten abgeschlossen. Zwischen 1956 und 1967 erfolgte die Errichtung eines modernen Anbaus in Form eines Querflügels im Gartenbereich, der mehrere Kursräume und einen Veranstaltungssaal beherbergte.[1]

Commons: Palais Sternberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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