Palais Wilson
Palast in der Schweiz
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Das Palais Wilson ist ein Gebäudekomplex in Genf, der das Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR) beherbergt.[1] Das Gebäude wurde 1873–1875 von Jacques-Elysée Goss am rechten (westlichen) Ufer des Genfersees als Hôtel National mit 225 Gastzimmern erbaut.[2] Nachdem es als Hotel 1905 bis 1920 tiefgreifend durch Marc Camoletti umgebaut und modernisiert worden war, wurde es im September 1920 vom Völkerbund als Organisationssitz angekauft und erhielt 1924 den Namen Palais Wilson, nach dem vormaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten Woodrow Wilson, der das Projekt Völkerbund vorangetrieben hatte. Für die Genfer Abrüstungskonferenz (1932–1934) wurde ihm ein Pavillon in modernem Baustil angefügt (Architekt: Adolphe Guyonnet).[3] Der Völkerbund behielt es als Sitz bis 1936, als er in den Palais des Nations umzog. Danach wurde es unterschiedlich genutzt, unter anderem vom Kanton Genf. Zwei Brände[4], am 2. Juni 1985 und letztendlich der Großbrand am frühen Morgen des 2. August 1987 zerstörten den „Pavillon der Abrüstung“ völlig, sowie das Erdgeschoss des Palais Wilson.[5][6][7] Stadtpräsident Claude Haegi schätzte damals den Gesamtschaden auf rund 50 Mio. CHF, wobei ein Großteil ausgestellte und auch eingelagerte Kunstschätze im Keller des Palais ausmachte.[8] 1993 wurde ein Kredit zur Renovierung des Palais Wilson bewilligt, das seit 1998 Sitz des UNHCHR ist.

Literatur
- N.N.: Notice sur l’Hôtel National à Genève. In: A. Waldner (Hrsg.): Die Eisenbahn. Band 11, Nr. 23, 1879, S. 134; 136, doi:10.5169/seals-7741 (französisch).