Palazzo Braschi
Palast in Rom
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Der Palazzo Braschi ist ein Palast im Stadtteil Parione der italienischen Hauptstadt Rom.

Der neoklassizistisches Palast befindet sich zwischen der Piazza Navona, der Straße Corso Vittorio Emanuele II und der Piazza di Pasquino. Im Palast befindet sich das städtische Museo di Roma.
Errichtet wurde der Palast im Auftrag von Luigi Braschi-Onesti, einem Neffen von Papst Pius VI. Die Gestaltung übernahm der Architekt Cosimo Morelli. 1790 hatte Braschi-Onesti das Gelände mit finanzieller Unterstützung seines Onkels erworben und den zuvor auf dem Grundstück befindlichen Palast der Familie Orsini aus dem 15. Jahrhundert abreißen lassen. Die Bautätigkeit wurde 1792 aufgenommen, dann während der napoleonischen Besetzung ab 1798 eingestellt und 1802 fortgesetzt. Die Kunstwerke hatten die Franzosen beschlagnahmt und ins Musée Napoléon, dem heutigen Musée du Louvre, gebracht. 1804 waren die monumentale Treppe und wahrscheinlich auch die Kapelle im ersten Stock fertiggestellt. Letztere wird dem französischen Architekten Giuseppe Valadier zugeschrieben. Bereits vor dem Tod Braschi-Onestis im Jahr 1816 zeichneten sich finanzielle Probleme der Familie ab, weshalb der Palast nicht gänzlich vollendet bzw. ausgeschmückt werden konnte.
1871 verkauften die Erben das Bauwerk an den italienischen Staat, der darin das Innenministerium und den Amtssitz des Ministerpräsidenten einrichtete. Zu Beginn der faschistischen Regierung unter Benito Mussolini wurde der Amtssitz des Regierungschefs Ende 1922 in den Palazzo Chigi und das Innenministerium bis 1925 in den neuen Palazzo del Viminale auf dem Viminal verlegt.[1] Der Palazzo Braschi diente danach als Behördensitz und von 1929 bis 1943 als städtischer Parteisitz des Partito Nazionale Fascista. Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte er dreihundert Flüchtlingsfamilien, deren Öfen dem Gebäude schwere Schäden zufügten. Viele Fresken wurden zerstört, viele Dekorationen gestohlen.
Seit 1952 ist der Palazzo Braschi Sitz des Museo di Roma, des Städtischen Heimatmuseums. In das Eigentum der Stadt ging er jedoch erst 1990 über. 1987 bis 2002 wurde das Gebäude einer komplexen und umfangreichen Renovierung und Restaurierung unterzogen. Die Sammlung wird seit 2017 in den oberen Stockwerken präsentiert, der erste Stock ist für Wechselausstellungen reserviert.
Weblinks
- Offizielle Website des Museo di Roma: Palazzo Braschi
- Palazzo Braschi, auf info.roma.it (italienisch)