Pangrati

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Pangrati (griechisch Παγκράτι (n. sg.)) ist ein Stadtviertel der griechischen Hauptstadt Athen. Die Bevölkerung wird auf rund 35.000 Einwohner geschätzt. Das Gebiet ist nach einem antiken Heiligtum des Herakles Pangrates („der Allmächtige“) benannt.

Lage des Viertels innerhalb des Athener Stadtbezirks

Lage

Pangrati liegt östlich des Zentrums und grenzt an den Nationalgarten sowie das Panathinaiko-Stadion, Austragungsort der ersten modernen Olympischen Spiele 1896.

Pangrati umfasst das Tal des Ilisos und erstreckt sich im Süden bis zum Panathinaiko-Stadion und zum Ersten Friedhof. Die östliche Grenze verlief ursprünglich an den Hängen des Hymettos, liegt heute jedoch entlang der Nikiforidi- und Iliados-Straße. Im Norden und Nordosten grenzt das Gebiet an das Hotel Hilton und an die Nationalgalerie.

Zu den angrenzenden Stadtteile gehören Kolonaki, Ilisia, Kaisariani, Vyronas, Dafni und Neos Kosmos.

Etymologie

Blick von der Akropolis auf Pangrati

Im 19. Jahrhundert wurde das Gebiet rund um den Fluss Ilisos und das Stadion als Vatrachonisi (Βατραχονήσι Froschinsel) bezeichnet. Der Name ging auf eine kleine Insel zurück, die sich im Flussbett des Ilisos auf Höhe des Nationalen Turnvereins bildete und nach den zahlreichen Fröschen benannt wurde, die in und um den Fluss lebten. Im Jahr 1908 beschloss der Gemeinderat von Athen die Einteilung des Stadtgebiets in 59 Stadtviertel sowie die Umbenennung mehrerer Gebiete. In diesem Zusammenhang wurde das Gebiet von Vatrachonisi den neuen Vierteln Stadion und Ilisos zugeordnet, während Gouva und Pangrati das Viertel Ymmitou bildeten.

Der Name Pangrati erscheint erstmals im Jahr 1920 in verschiedenen Texten als Bezeichnung eines Athener Stadtviertels, ohne jedoch in amtlichen Dokumenten erwähnt zu werden. Eine noch frühere Erwähnung des Namens findet sich in den deutschen Karten von Attika von Ernst Curtius und Johann August Kaupert[1], also lange vor der späteren städtebaulichen Entwicklung der Gegend. Die Benennung des Viertels könnte vom Halbgott Herakles Pangrates herrühren, dessen Heiligtum bei Bauarbeiten zur Anlage eines Kanals im Ilisos-Bett in den Jahren 1953/54 durch den Archäologen Giannis Miliadis nordöstlich des Stadions entdeckt wurde. Pangrates war ein eigenständiger chthonischer Gott, dessen Kult möglicherweise – nach einer Deutung – parallel zum Kult des Herakles bestand, da in dessen Taten Elemente vorkommen, die ihn mit der Unterwelt verbinden.[2]

Nach einer anderen, älteren – der archäologischen Entdeckung vorausgehenden – Überlieferung soll sich der Name auf einen Mönch namens Pangratios beziehen, der während der Osmanischen Zeit in einer kleinen Kapelle der Gegend gelebt haben soll.

Verkehr

Der Stadtteil wird durch die Metrostation Evangelismos der Metro Athen angebunden. Zudem verkehren mehrere Buslinien sowie Oberleitungsbusse. Für die geplante Metrolinie 4 ist an der Leoforos Ymittou (Λεωφόρος Υμηττού) eine Station vorgesehen.[3]

Gebäude

Goulandris-Museum

In Pagrati befinden sich unter anderem die Nationalgalerie, die National Hellenic Research Foundation, das Athener Konservatorium, das 2019 eröffnete Goulandris-Museum für zeitgenössische Kunst sowie seit 2013 das Athens Center for Research and Hellenic Studies der Princeton University.[4]

Außerdem beherbergt Pangrati das Museum des Griechischen Pfadfinderwesens, das Post- und Philatelie-Museum sowie das Nikolaos-Perantinos-Skulpturenmuseum.

Einzelnachweise

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