Panzerlied

Bezeichnung für idealisierende Soldatenlieder oder Gedichte der Panzertruppe bzw. ein gleichnamiges Lied von Kurt Wiehle From Wikipedia, the free encyclopedia

Panzerlied bezeichnet im weiteren Sinn idealisierende Soldatenlieder oder Gedichte der Panzertruppe und im engeren Sinn ein gleichnamiges Lied von Kurt Wiehle.

Die meisten in Stil und Wortwahl für gewöhnlich eher einfach gehaltenen Verse entstanden während des Zweiten Weltkriegs. Die Verfasser sind meist anonym; schriftliche Veröffentlichungen gab es höchstens im Selbstverlag oder in Briefform. Diese Art von Soldatenliedern wird erst in neuerer Zeit als eigenständige Literaturform von Historikern wiederentdeckt und erforscht.

Panzerlied von Kurt Wiehle

Den Untertitel Panzerlied trägt auch das Lied Ob’s stürmt oder schneit,[1] laut einer Feststellung des Bundes­verteidigungs­ministeriums von 1991 „eines der bekanntesten und beliebtesten Lieder“ in der deutschen Bundeswehr.[2.1] Es stammt von Oberleutnant Kurt Wiehle. Er schrieb es am 28. Juni 1935 auf der Fahrt zum Truppenübungsplatz Königsbrück in Sachsen. Als Ursprung der Melodie wird u. a. im Liederbuch der Bundeswehr das Luiska-Lied (Weit über den Klippen) genannt. Tatsächlich stimmt die Melodie jedoch mit der Melodie des antisemitischen SS-Liedes Die eiserne Schar überein.[3][4][5] Dieses Panzerlied erlangte u. a. deswegen allgemeine Bekanntheit, weil es in dem Kriegsfilm Die letzte Schlacht (im Original: Battle of the Bulge) von 1965 zu hören ist. Ein gewisses Maß an Popularität genießt es auch bei US-amerikanischen Truppen; die Melodie wurde für das Lied Képi Blanc der französischen Fremdenlegion verwendet.

Nachdem in der ersten Ausgabe des Liederbuchs der Bundeswehr von 1958 auf allzu militärische Lieder verzichtet wurde,[6] fand das Panzerlied, von ursprünglich fünf auf vier Strophen gekürzt, 1962 Eingang in die zweite Ausgabe Hell klingen unsre Lieder.[7] Drei Strophen des Liedes sind auch in der letzten Ausgabe des Liederbuches, Kameraden singt!, von 1991 enthalten.[2.2] In den beiden weggelassenen Strophen wird der ehrenwerte Tod im Dienste des Vaterlandes besungen. Im Mai 2017 stoppte Bundes­verteidigungs­ministerin Ursula von der Leyen die weitere Ausgabe des Liederbuches, da „einige Textpassagen nicht mehr unserem Werteverständnis entsprechen“. Das Panzerlied stand dabei u. a. besonders in der Kritik.[8]

Im April 2009 wurde ein Liederbuch der CDU Baden-Württemberg zurückgezogen, weil es dieses Lied enthielt. Günther Oettinger urteilte: „Ein solches Lied hat in keinem Liederbuch etwas verloren, schon gar nicht in einem der CDU“ und wies die Landesgeschäftsstelle an, das Buch „Lied.Gut.“ mit dem Untertitel „Volkslieder und Schlager für fröhliche Stunden“ einzustampfen.[9][5][10] Er selbst hatte diese Liedersammlung zusammen mit Generalsekretär Thomas Strobl herausgegeben.[9]

Die Melodie der zweiten Hälfte jeder Strophe wurde dem Refrain des Südwesterliedes (1937, Lied der Deutschen in Namibia) entlehnt.

Weitere Panzerlieder

Bruno von Brackel schrieb den Text des Panzerliedes „Sitzt auf, Kameraden, den Motor werft an“.

Literatur

  • Eberhard Frommann: Die Lieder der NS-Zeit: Untersuchungen zur nationalsozialistischen Liedpropaganda von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg. Köln 1999, ISBN 3-89438-177-9.

Einzelnachweise

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