Paracambi
Gemeinde im Bundesstaat {{BR-RJ}}, Brasilien
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Paracambi ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Rio de Janeiro im Südosten des Landes. Sie gehört zur Metropolregion Rio de Janeiro und liegt im Westen des Bundesstaates. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 44.000 geschätzt.[3]
| Município de Paracambi Paracambi | |||
|---|---|---|---|
Altes Fabrikgebäude in Paracambi | |||
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| Koordinaten | 22° 37′ S, 43° 42′ W | ||
| Symbole | |||
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| Gründung | 8. August 1960 (Munizip)[1] | ||
| Basisdaten | |||
| Staat | Brasilien | ||
| Bundesstaat | Rio de Janeiro | ||
| ISO 3166-2 | BR-RJ | ||
| Região intermediária | Rio de Janeiro (seit 2017) | ||
| Região imediata | Rio de Janeiro (seit 2017) | ||
| Metropolregion | Rio de Janeiro | ||
| Höhe | 46 m | ||
| Gewässer | Rio dos Macacos | ||
| Klima | tropisches Klima | ||
| Fläche | 190,9 km² | ||
| Einwohner | 43.627 (2025[2]) | ||
| Dichte | 228,5 Ew./km² | ||
| Zeitzone | UTC−3 | ||
| Website | www.paracambi.rj.gov.br (brasilianisches Portugiesisch) | ||
| HDI | 0,720 (2010) | ||
Geografie und Klima
Paracambi liegt im Westen des Bundesstaates Rio de Janeiro auf einer Höhe von etwa 46 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde befindet sich am Rand der Serra do Mar und ist durch hügelige Landschaften geprägt. Wichtige Gewässer sind kleinere Flüsse wie der Rio dos Macacos.
Das Klima ist tropisch mit warmen Temperaturen und saisonalen Niederschlägen. Die Durchschnittstemperaturen liegen meist zwischen 15 und 34 °C.[4] Die Vegetation gehört zur Mata Atlântica.
Geschichte
Die Pfarrei São Pedro e São Paulo do Ribeirão das Lages war die erste Siedlung in der Region, die historisch mit einem Bauernhof mit dem Namen Santa Cruz verbunden war, die Ende des 18. Jahrhunderts von Jesuiten gegründet wurde. Das Dorf São Pedro e São Paulo entstand nach der Vertreibung der Jesuiten aus der Region. In der Folgezeit betrieben Siedler Landwirtschaft und Viehzucht.[5]
1861 wurde mit der Ramal de Paracambi eine der ersten Eisenbahnstrecken Brasiliens eröffnet, welche bis heute in Betrieb ist. Im 19. Jahrhundert wurde Paracambi auch ein Pionier der Industrialisierung. Die Gründung der Textilfabrik Companhia Têxtil Brasil Industrial durch eine Gruppe Engländer im Jahr 1871 durch eine gilt als Meilenstein für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Die Ansiedlung der Textilindustrie führte zur Entstehung eines städtischen Zentrums und zog Tausende Arbeitskräfte an.[5]
Paracambi entstand 1960 als eigenständige Gemeinde durch die Fusion von dem Distrikt Tairetá (Gemeinde Vassouras) mit dem Distrikt Paracambi (Gemeinde Itaguaí). Damals waren die beiden Bezirke, die durch den Rio dos Macacos (Affenfluss) getrennt waren, bereits eng miteinander verbunden und bildeten eine Einheit.[5]
Im 20. Jahrhundert blieb die Industrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, während sich gleichzeitig Dienstleistungen und öffentliche Einrichtungen entwickelten und Paracambi Teil der Metropolregion von Rio de Janeiro wurde.
Demografie
Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 44.000 Personen geschätzt.[3] Die Bevölkerung lebt überwiegend im Stadtkern. Ethnisch setzte die Bevölkerung sich 2022 aus Pardos (Farbige) mit ca. 45 %, Weißen mit ca. 39 Prozent und Schwarzen mit ca. 16 Prozent zusammen.[6]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1991 | 36.427 |
| 2000 | 40.475 |
| 2010 | 47.281 |
| 2022 | 41.375 |
| Volkszählungen | |
Wirtschaft
Die Wirtschaft von Paracambi basiert auf Industrie, Dienstleistungen und Handel. Historisch war die Textilindustrie von großer Bedeutung, die die Entwicklung der Stadt maßgeblich prägte. Die Companhia Têxtil Brasil Industrial stellte jedoch 1996 den Dienst ein und das Gebäude wurde in ein Kulturzentrum umgewandelt.[7] Mit dem Eco Industrial Park verfügt die Gemeinde heute über einen ökologischen Industriepark.[8]
Heute sind neben industriellen Betrieben auch der Dienstleistungssektor sowie öffentliche Einrichtungen wichtige Arbeitgeber.
Religion
Paracambi gehört zum römisch-katholischen Bistum Itaguaí. Neben der katholischen Kirche sind auch evangelische Gemeinden vertreten.
Sehenswürdigkeiten
Zu den Sehenswürdigkeiten in Paracambi gehören:[7]
- Bahnhof von Paracambi, aus dem 19. Jahrhundert
- Bauernhof Sabugo, ehemaliger landwirtschaftlicher Betrieb aus dem 19. Jahrhundert
- Fabrikgebäude der Companhia Têxtil Brasil Industrial, einst der größte Industriebetrieb Brasiliens
- Arbeiteralle, Mustersiedlung für Arbeiter rund um den Bahnhof aus dem 19. Jahrhundert
- Kapelle Marco Zero von 1832
- Pfarrkirche São Pedro e São Paulo von 1948
- Cascata-Wasserfall, 50 Meter hoher Wasserfall im Gebiet Cascata
- Pedra do Gavião (Falkenfelsen), höchste Erhebung der Gemeinde mit Ausblick
- Naturpark Curió Municipal

