Paraschachnerit
Mineral
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Paraschachnerit ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Elemente, genauer der Metalle und intermetallischen Verbindungen. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ag3Hg2 und bildet Kristalle bis zu 1 cm Größe. Diese sind immer kompliziert verzwilingt mit der Zwillingsebene {110}, häufig werden auch Drillinge gefunden.
| Paraschachnerit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
1971-056[1] |
| IMA-Symbol |
Pshn[2] |
| Chemische Formel | Ag3Hg2 |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Elemente – Metalle und intermetallische Legierungen |
| System-Nummer nach Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
I/A.02-060 1.AD.15a 01.01.08.03 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | orthorhombisch |
| Kristallklasse; Symbol | mmm oder mm2 |
| Raumgruppe | Cmcm oder Cm2 |
| Gitterparameter | a = 2,916 Å; b = 5,13 Å; c = 4,83 Å Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen |
| Formeleinheiten | Z = 2 Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen |
| Zwillingsbildung | immer, entlang {110} |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 4 |
| Dichte (g/cm3) | 12,98 |
| Spaltbarkeit | Bitte ergänzen |
| Farbe | zinnweiß-metallisch |
| Strichfarbe | silberweiß-metallisch |
| Transparenz | opak |
| Glanz | metallisch |
Etymologie und Geschichte
Paraschachnerit wurde erstmals 1972 von E. Seeliger und A. Mücke in der Typlokalität, der „Vertrauen-zu-Gott“-Quecksilbermine am Moschellandsberg in der Nähe von Obermoschel in Rheinland-Pfalz (Deutschland), gefunden. Seinen Namen hat es auf Grund der großen Ähnlichkeit zu Schachnerit.
Klassifikation
In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Paraschachnerit noch nicht aufgeführt.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer I/A.02-060. Dies entspricht der Klasse der „Elemente“ und dort der Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“, wo Paraschachnerit zusammen mit Aurihydrargyrumit, Belendorffit, Bleiamalgam, Eugenit, Goldamalgam, Kolymit, Luanheit, Moschellandsbergit, Potarit, Quecksilber, Schachnerit und Weishanit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer I/A.02 bildet.[3]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[4] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Paraschachnerit in die Klasse der „Elemente“ und dort in die Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Quecksilber-Amalgam-Familie“ zu finden, wo es zusammen mit Schachnerit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 1.AD.15a bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Paraschachnerit die System- und Mineralnummer 01.01.08.03. Das entspricht der Klasse der „Elemente“ und dort der Abteilung „Elemente“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Elemente: Metallische Elemente außer der Platingruppe“ in der Gruppe „Silberamalgam-Legierungen“, in der auch Amalgam, Moschellandsbergit, Schachnerit, Luanheit, Eugenit und Weishanit eingeordnet sind.
Bildung und Fundorte
Paraschachnerit bildet sich unter oxidierenden Bedingungen durch die Alterung von Moschellandsbergit. Es ist vergesellschaftet mit Quecksilber, Limonit, Ankerit, Argentit und Cinnabarit.
Neben der Typlokalität sind Funde aus der Oblast Sofia in Bulgarien, Moctezuma in Mexiko, Sache und Tuwa in Russland, Kremnica in der Slowakei und Sala in Schweden bekannt.
Kristallstruktur
Paraschachnerit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem in der Raumgruppe Cmcm oder Cmc2 mit den Gitterparametern a = 2,916 Å, b = 5,13 Å und c = 4,83 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.
Siehe auch
Literatur
- Paraschachnerit. In: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (PDF).
- E. Seeliger, A. Mücke: Paraschachnerite, Ag1,2,Hg0.8, und Schachnerite, Ag1,1Hg0,9, vom Landsberg bei Obermoschel, Pfalz. In: Neues Jahrb. Mineral. Abhandl. 1972, 117, 1–18. Abstract in: American Mineralogist, 1973, 58, S. 347 (englisch, PDF).